Vier-Jahres-Statistik: Vier Jahre „Crowdfunding für Startups“ in Deutschland

Als Seedmatch im August 2011 als erste Plattform ihrer Art gelauncht wurde, war der Begriff „Crowdfunding“ bei Google ein kaum gesuchter. Heute, vier Jahre später, ist das anders und Crowdfunding in Deutschland längst etabliert und vielseitig ausgeprägt. Wir ziehen Bilanz, stellen Ihnen den Durchschnitts-Investor vor und zeigen auf, welche Mehrwerte Crowdfunding generiert. (mehr …)

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Alles oder nichts… oder etwas mehr?

Mit Crowdfunding für Startups beschreitet Seedmatch in Deutschland einen neuen Weg. Daher gibt es auf der Plattform neue Begriffe und Besonderheiten, die wir mit diesem Blogeintrag erläutern wollen.

Was ist der Unterschied zwischen „Kapitalbedarf“ und „maximaler Fundingsumme“?

Der „Kapitalbedarf“ ist der Betrag, den das Startup über die Crowdfunding-Plattform mindestens einsammeln will. Mit dieser Summe kann das Gründerteam sein Unternehmenskonzept umsetzen, so wie es im Businessplan beschrieben und im Finanzplan kalkuliert ist. Der „Kapitalbedarf“ ist die MIndestsumme, die zur Umsetzung des Konzeptes notwendig ist.

Die „maximale Fundingsumme“ ist der Betrag, bis zu dem das Startup bereit ist, stille Gesellschaftsanteile über die Crowdfunding-Plattform abzugeben. Bei Erreichen der „maximalen Fundingsumme“ erhält das junge Unternehmen ein zusätzliches Liquiditätspolster, was es in weitere Mitarbeiter oder eine größere Marketingkampagne usw. stecken kann, um seine Entwicklung und sein Wachstum zu beschleunigen.

Wann ist ein Funding erfolgreich?

Der „Seedlevel“ zeigt des aktuellen Stand des eingesammelten Kapitals an. Der Prozentwert bezieht sich auf den „Kapitalbedarf“, also die Mindestsumme die das Startup einwerben will. Erst wenn der „Kapitalbedarf“ erreicht wird und der „Seedlevel“ einen Wert von 100% anzeigt, kommt das Funding zustande. Dann darf das Startup mit dem eingesammelten Kapital arbeiten. Sollte der Kapitalbedarf nicht erreicht werden, sind die Beteiligungsverträge unwirksam und die Investoren erhalten ihr eingezahltes Kapital vollständig zurück.

Erreicht der „Seedlevel“ einen Wert von 100%, entspricht die eingesammelte Summe genau dem Kapitalbedarf. Wird darüber hinaus weiteres Kapital eingesammelt, steigt der „Seedlevel“ über 100%. Das ist bis zum Erreichen der „maximalen Fundingsumme“ erwünscht. Wird die „maximale Fundingsumme“ erreicht, ist kein Investment in dieses Startup mehr möglich.



Seedlevel_hoch


In diesem Beispiel (Bild) sollen mindestens 80.000 Euro eingesammelt werden, damit das Funding zustande kommt. Die Obergrenze des einzusammelnden Kapitals hat das Startup mit 100.000 Euro festgelegt. Die in diesem Beispiel erreichte Fundingsumme von 95.250 Euro entspricht 119% von 80.000 Euro. Das Funding ist damit erfolgreich.

Das Alles-oder-nichts-Prinzip…

Dieses zweistufige Modell mit „Kapitalbedarf“ und „maximaler Fundingsumme“ ist eine Erweiterung des von zahlreichen Crowd-Sponsoring-Plattformen bekannten Alles-oder-nichts-Prinzips. Das Prinzip besagt, wenn bei einer Fundingaktion im festgelegten Zeitraum nicht die bestimmte Summe erreicht wird, dann wird das Funding dennoch beendet – und das bereits eingesammelte Geld geht vollständig an die Investoren zurück. Der Wert, an dem sich „Alles oder nichts“ bei Seedmatch entscheidet, ist der „Kapitalbedarf“, also 100% des „Seedlevels“.

Vom Kapitalbedarf zur maximalen Fundingsumme…

Ein Funding über Seedmatch soll Startups als auch Investoren so viel Flexibilität wie möglich geben. Daher haben wir das zweistufige Fundingmodell mit „Kapitalbedarf“ als Untergrenze und „maximaler Fundingsumme“ als Obergrenze eingeführt. So hat auf der einen Seite das Startup eine große Chance, das Funding erfolgreich zu beenden und auf der anderen Seite können die Investoren als künftige Konsumenten des Produktes mit ihrem Investment ihre Begeisterung für das Startup zum Ausdruck bringen und wertvolle Unterstützung leisten.

Also, nicht verwirren lassen! Solange der orangefarbene Investieren-Button sichtbar ist, sind Investments möglich.

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Frohe Weihnachten

XmasKarte

Ein ereignisreiches Jahr wirft seine Schatten voraus, ein spannendes und arbeitsreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir haben die – nicht ganz einfache – Herausforderung gemeistert, ein skalierbares Investmentmodell für Seedmatch auszuarbeiten. Nun ist es so ausgereift, dass wir weitere wichtige Schritte der Umsetzung der Plattform in Angriff nehmen können.

Vielen Dank an alle Unterstützer unserer Vision! Wir freuen uns auf das nächste Jahr und sind gespannt darauf, gemeinsam mit Ihnen und vielen anderen Mikroinvestoren einen neuen Weg der Finanzierung für Startups zu ermöglichen.

Das Seedmatch-Team wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen furiosen Start ins neue Jahr!

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Wie Investoren begeistern?

Als Gründer beschäftigt man sich lange Zeit mit der Geschäftsidee, recherchiert gründlich den Markt, entwickelt ein neues Produkt, stellt einen Finanzplan auf, entwickelt eine Marketingstrategie usw. Die Idee wird solange verfeinert, bis nach einen langen Prozess ein ausgereiftes Konzept steht. Jetzt heißt es Kapitalgeber für seine Idee zu begeistern. Aber wie stellt man das am besten an?

Professionelle Investoren bekommen viele qualifizierte Businesspläne auf ihren Tisch. Einige der großen VC-Gesellschaften in Deutschland erhalten bis zu 1.000 Pläne pro Jahr. Da sollte das Startup über eine sehr gut ausgearbeitete Präsentation verfügen und auf den Punkt kommen.

Für den ersten Kontakt mit dem Investor empfiehlt sich ein sogenanntes Executive Summary, welches die Story enthält und die wesentlichen Punkte des Businessplans zusammenfasst. Es sollte nicht mehr als fünf oder acht Seiten umfassen und einen guten Überblick über das unternehmerische Vorhaben geben. Die elementaren Bestandteile eines Executive Summary, die niemals fehlen dürfen, sind…

Konzept
Was – in einem Satz formuliert – macht das Startup?

Kundennutzen
Welches Kundenproblem soll gelöst werden?
Wie kann das Produkt beitragen, das Leben des Kunden angenehmer zu machen?
Wie kann das Produkt helfen, die Kosten des Kunden zu senken?

Markt und Wettbewerb
Wie groß ist der Markt?
Welcher Marktanteil wird angestrebt?
Wer sind die Wettbewerber?

Produkt
Welche Leistungsmerkmale besitzt das Produkt?
Welche Alleinstellungsmerkmale bestehen gegenüber dem Wettbewerb?
Welche Schutzrechte sind vorhanden?
Wie ist der Entwicklungsstand?

Geschäftsmodell
Wie sollen Umsätze generiert werden?
Welche Umsatzquellen gibt es?
Welches Preismodell wird verfolgt?

Marketingkonzept
Wie sollen Kunden gewonnen werden?
Welche sind die wichtigen Marketingmaßnahmen?
Welche Volumen/ Kosten/ Conversion Rates werden angestrebt?

Kapitalbedarf
Wie viel Kapital ist bereits vorhanden bzw. eingeworben?
Wie viel Kapital wird noch benötigt?
Wofür soll das Kapital verwendet werden?
Wann soll der Break Even erreicht werden?
Welche Bewertung liegt dem Startup zu Grunde?

Meilensteine
Welche sind die wichtigen Meilensteine in der Entwicklung des Startups?

Team
Wie ist das exzellente und komplementäre Team aufgestellt?
Welche Berufserfahrungen liegen vor?
Für welche Bereiche werden noch gute Leute benötigt?

Überzeugt das Executive Summary, ist die erste Hürde erreicht. Der Investor wünscht dann einen vollständigen Businessplan, um sich tiefer mit dem Konzept auseinander setzen zu können. Meine ganz persönliche Empfehlung ist, niemals zu viel Zeit in die Ausforumlierung des Businessplans (und auch des Executive Summary) zu stecken. Erstens ist der Businessplan ein Arbeitsmittel für den Unternehmer, welches er ständig anpasst und aktualisiert. Und zweitens hat kein professioneller Investor die Zeit, die konzeptionelle Prosa in epischer Breite zu lesen. Vermeiden Sie allgemeine Aussagen und Redundanzen und kommen Sie auf den Punkt. Nur die Fakten Ihres unternehmerischen Konzeptes zählen.

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