smoope: „Wir haben allein im ersten Quartal mehr als 50 % des letztjährigen Gesamtjahresumsatzes vertraglich gesichert“

Lange Warteschleifen adé: Mit smoope erreichen Kunden Unternehmen sicher und bequem via Messenger. So lautet das Versprechen unseres neuen Venture Debts auf Seedmatch. In aller Bescheidenheit unterschlagen damit die zwei Gründer, Halil Mandal und Eleftherios Hatziioannou (v. l. n .r.), dass die Unternehmen künftig kaum an smoope vorbeikommen werden, wenn sie ihren Kundenservice und damit ihr stärkstes Verkaufsargument ins 21. Jahrhundert heben und den Wettbewerb nachhaltig hinter sich lassen wollen. Denn selbst heute noch haben 92 Prozent aller Kunden ausreichend Grund, sich über schlechten Service, lange Warteschleifen und fehlende Kommunikation zu beschweren und zur Konkurrenz abzuwandern. Wir sprachen mit beiden darüber, wie smoope das ändern kann, und wie ihre smarte Lösung bei den Kunden und Unternehmens-Mitarbeitern tatsächlich ankommt.

Seedmatch: Hallo Halil, hallo Lefti, herzlich willkommen. Mit euren Messenger-Lösungen können Kunden deutlich einfacher und sicherer mit Unternehmen in Kontakt treten – sei es für Rückfragen zum Produkt, bei Beschwerden oder Serviceleistungen. Warum reichen E-Mail oder Anruf nicht mehr?

Halil Mandal: Durch meine Erfahrungen aus der Mobilfunkbranche weiß ich aus erster Hand, dass sich das Kommunikationsverhalten der Menschen in den letzten Jahren stark verändert hat. Die gesamte Branche hat es zu spüren bekommen. Messenger sind die neuen Lieblinge und stehen für eine einfache und praktische Art der Kommunikation, die besser zum heutigen Lifestyle passt. Warum sollte ich noch in nervigen Telefon-Warteschleifen verharren, wenn ich mein Anliegen heute einfach per “Message” platzieren kann – und zwar dank Smartphone jederzeit und von überall!? Selbst das E-Mail-Programm zu öffnen, die E-Mail-Adresse und einen Betreff einzugeben, den Inhalt zu formulieren, relevante Anhänge hochzuladen etc. sind ein paar Klicks zu viel. Das geht heute einfacher.

Eleftherios Hatziioannou: Das private Kommunikationsverhalten ist oft Vorbote für das, was auch im geschäftlichen Kontext erwartet wird. Verständlich, denn die technologischen Möglichkeiten sind ja da, warum sollte ich bei Interaktionen mit Unternehmen und Kollegen darauf verzichten? Gleichzeitig haben Unternehmen andere Anforderungen an Kommunikationstools als Privatpersonen. Wir bieten Lösungen, die diese verschiedenen Perspektiven in Einklang bringen. Das Beste aus beiden Welten quasi.

Seedmatch: 80 Prozent aller Unternehmen sind überzeugt, ihre Kunden seien mit ihnen und ihrem Service höchst zufrieden. Dem gegenüber stehen allerdings nur 8 Prozent zufriedene Kunden. Wie kommt es eurer Meinung nach zu dieser doch sehr immensen Diskrepanz?

Halil Mandal: Solange das Geschäft läuft, gibt es für viele Unternehmen keinen Anlass, etwas an ihrer Vorgehensweise zu ändern. Erst, wenn sich Umsätze rückläufig entwickeln und es richtig weh tut, fangen die meisten überhaupt mal an, sich über Themen wie Kundenzufriedenheit Gedanken zu machen. Das ist aus meiner Sicht ein gravierender Fehler. Ich bin nämlich fest überzeugt davon, dass zufriedene Kunden und ein solides Bestandskundengeschäft die einzig richtige Grundlage für nachhaltigen Erfolg am Markt sind. Dennoch lag in der Vergangenheit der Fokus vieler Branchen auf der Neukundenakquise als Wachstumstreiber, obwohl diese deutlich aufwendiger und teurer ist. Spätestens in einem gesättigten Markt stößt man mit diesem Ansatz an Grenzen. Breitenwirksame Werbung allein bringt heute noch lange keinen Abschluss.

Eleftherios Hatziioannou: Mich wundert diese Diskrepanz, ehrlich gesagt, nicht. Selbst- und Fremdbild weichen deshalb stark voneinander ab, weil nach wie vor zu viele Unternehmen ihren Kunden gar nicht erst zuhören. Sie sind vor allem mit sich selbst beschäftigt, was sich auch in ihrem Serviceangebot widerspiegelt. Dieses orientiert sich eher daran, was besser zu den internen Prozessen passt, als daran, wie Kunden heute ticken. Glauben Sie im Ernst, dass umständliche Kontaktformulare und komplizierte Sprachcomputer in Hotlines noch eine Chance hätten, wenn Kunden mitentscheiden dürften? Es tut sich aber in den letzten Jahren durchaus was. Immer mehr Unternehmen verstehen, welche Rolle guter Service im Zusammenhang mit langfristiger Kundenbindung spielt. Service wird zum neuen Marketing und Differentiator!

Seedmatch: Messaging as a Service (MaaS) wird doch sicherlich nur von Endkunden nachgefragt, oder? In der B2B-Geschäftswelt muss ich mich fast immer mit E-Mails und Telefonaten begnügen – oder zeichnet sich auch hier eine Trendwende ab?

Halil Mandal: Was wir in den letzten Jahren in der Praxis gelernt haben, ist, dass Messaging – egal, ob in der Unternehmens-App, dem Kundenportal oder auf der Webseite – für zufriedenere Kunden sorgt. Kunden, die einmal eine Antwort darüber erhalten haben, bleiben auch dabei. Herkömmliche Kanäle (Telefon, E-Mail, Kontaktformular) werden zu Gunsten des Messenger-Services entlastet. Einer unserer Partner aus der Versicherungsbranche (AXA) hat am Ende der Pilotphase auf eigene Faust eine NPS-Umfrage (Net Promoter Score) durchgeführt. Sage und schreibe 100 % der Teilnehmer bestätigten, dass sie das Unternehmen aufgrund ihrer Erfahrung mit dem neuen Messenger-Service weiterempfehlen würden. Das Ergebnis hat uns alle positiv überrascht und spricht eine deutliche Sprache, was Kunden heute erwarten.

Eleftherios Hatziioannou: Ich finde die Unterscheidung von B2C und B2B in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll. Am Ende geht es doch immer um Menschen, die ein Kommunikationsproblem lösen möchten. Das kann eine Privatperson sein, die einen Schaden an die Versicherung meldet oder ein selbständiger Sachverständiger, der seinen Schadensbericht an die Schadensabteilung richten möchte. Beide präferieren einfache und moderne Kommunikation, die von ihrem privaten Verhalten abgeleitet wird. Genau da setzen wir mit unserem Ansatz (MaaS) an: Wir bringen Messenger-Funktionalitäten dorthin, wo sie wertstiftend eingesetzt werden können – ganz gleich, ob es die externe oder interne Kommunikation betrifft – B2C oder B2B.

Seedmatch: Ab welchem Kundenstamm macht smoope für ein Unternehmen Sinn?

Halil Mandal: Von der kleinen Zahnarztpraxis mit einem einzigen Standort bis hin zur größten Krankenversicherung des Landes arbeiten Unternehmen sehr unterschiedlicher Größe mit smoope-Lösungen. Dadurch, dass wir die Technologie über mehrere Jahre weiterentwickelt haben, greifen wir auf ziemlich komplette und vor allem ausgereifte Infrastruktur zurück. Vom praktischen Web Widget, das die Kontaktaufnahme per Messenger direkt über eine Webseite ermöglicht, In-App-Messaging aus der eigenen App, bis hin zur firmeneigenen Whitelabel-Messenger-Lösung können wir eine große Bandbreite abdecken. Letztere Lösung ist aber sicherlich eher was für Unternehmen mit mehr als 100-150 Mitarbeitern, in denen Kommunikation komplexer wird und nicht immer auf dem kurzen Dienstweg stattfinden kann.

Eleftherios Hatziioannou: Alle unsere Kunden haben gemeinsam, dass ihnen Diskretion und Datenschutz wichtig sind und sie Lösungen präferieren, die ihnen Flexibilität bieten und sich in bestehende Prozesse/Systeme integrieren lassen. Des Weiteren suchen sie nach Lösungen, die von Nutzern aller Altersgruppen intuitiv zu bedienen sind. Damit wollen sie ihre Kommunikation verbessern, ihre Kunden/Mitarbeiter begeistern und die Produktivität/Effizienz steigern. Jedes Unternehmen, dem diese Faktoren wichtig sind, kann sich in Sachen Messenger-Lösungen an uns wenden.

Seedmatch: Gibt es einen Unterschied, wo ich euren Messenger-Dienst einbinde oder ist für den Vertriebs- oder Servicemitarbeiter egal, ob der Kunde am PC sitzt und über die Firmenwebsite chattet oder gerade in der S-Bahn auf dem Handy schreibt?

Halil Mandal: Wir haben von Anfang an sehr großen Wert darauf gelegt, unsere Technologie nah an der Praxis zu entwickeln. Kunden melden sich mal vom heimischen PC/Laptop aus, mal von unterwegs von ihrem Smartphone. Deshalb deckt unsere Lösungen sowohl web-basierte als auch mobile Kontaktpunkte ab. Wir verhindern dadurch unnötige Medienbrüche, da ein Kunde, der gerade im Kundenportal eingeloggt ist, auch genau von dort aus interagieren soll. Andererseits ermöglichen wir über das In-App-Messaging die direkte Kontaktaufnahme aus der mobilen Kundenapp heraus, sollte der Kunde sich gerade dort aufhalten. Im digitalen Zeitalter muss aus unserer Sicht die Kundenkommunikation medienübergreifend und synchronisiert möglich sein.

Eleftherios Hatziioannou: Aus Sicht der Mitarbeiter wiederum bieten wir ein Tool, das stark an das erinnert, was sie privat von sozialen Medien/Messengern kennen. Wir haben für unsere Benutzeroberflächen über verschiedene Branchen hinweg sehr positives Feedback erhalten und heben uns dadurch stark von anderen, gewachsenen Service-Tools ab. Trotz hochkomplexer Systeme im Backend sollte nach “vorne” beim Nutzer ein Nutzererlebnis ankommen, das auf das Wesentliche reduziert ist und vor allem Spaß macht. Von einem Kundenserviceleiter in einer Krankenversicherung habe ich erfahren, dass mittlerweile ein interner Run auf die “smoope-Schicht” stattfindet. Mitarbeiter bevorzugen es, den Messenger-Service zu betreuen anstatt die herkömmlichen Kanäle. Servicemitarbeiter können sich zwischen Web Apps, Desktop Apps oder integrierten Lösungen entscheiden, die ihnen neue Möglichkeiten bieten, z. B. im Zusammenhang mit dem Arbeitsort.

Seedmatch: Darf ich dann mal ganz dreist fragen, warum ich mit smoope zwar via App kommunizieren kann, aber ich auf eurer Webseite immer noch ein recht klassisches Kontaktformular ausfüllen muss?

Halil Mandal: Feedback ist niemals dreist, sondern eine Möglichkeit, zu lernen und Dinge zu verbessern. Scheinbar machen wir auf unserer eigenen Webseite unseren Job noch nicht gut genug, sonst wäre dir aufgefallen, dass du über das dunkelgrüne Web Widget (unten rechts auf der Webseite) direkt in Kontakt treten kannst. Sollten wir gerade verhindert sein, was bei unserer aktuellen Teamgröße durchaus mal der Fall sein kann, kannst du uns beim nächsten Mal einfach eine kurze Nachricht hinterlassen und wir melden uns dann umgehend bei dir.

Eleftherios Hatziioannou: Die Frage ist deshalb gut, weil sie einen wichtigen Aspekt thematisiert. Unser Anspruch ist nicht, alle anderen Kanäle komplett zu ersetzen. Es ist kein Entweder-Oder, sondern vielmehr eine sinnvolle Erweiterung des bestehenden Serviceangebotes von Unternehmen, die sich stärker am Verhalten ihrer Kunden im Jahr 2018 orientiert. Wir haben Messaging ja nicht erfunden, sondern dieses populäre Prinzip für sensitiven Branchen/Use Cases nutzbar gemacht. Am Ende sollen Kunden selbst entscheiden können, welcher Kanal besser zu ihnen passt. Die smoope-App, von der du sprichst, ist übrigens ein Einstiegsprodukt für kleinere Unternehmen, die sonst keine eigene App haben und dennoch sicher und modern kommunizieren möchten. Damit setzen wir auch Pilotprojekte mit Unternehmen um, die erste Erfahrungen mit Messenger-Services sammeln möchten. Das optimale Setup für den Dauerbetrieb ist ganz klar, populäre Messenger-Funktionalitäten direkt in die Medien der Unternehmen zu integrieren.

Seedmatch: Ursprünglich habt ihr euch mit eurem Ansatz auf sehr datensensible Branchen wie Banken oder Versicherungen fokussiert. Für welche Bereiche ist oder wird perspektivisch die sichere Kundenkommunikation noch relevant?

Halil Mandal: Anfangs wollten wir das Problem der Kundenbindung in meinen eigenen Mobilfunkshops lösen. Es war naheliegend, die Smartphones unserer Kunden für eine bessere Kommunikation mit den Shops zu nutzen. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass auch andere Branchen von unserer Lösung profitieren. Durch Kooperationen mit Banken und Versicherungen haben die Themen Sicherheit und Datenschutz in einer frühen Unternehmensphase an Bedeutung gewonnen und sind heute relevanter denn je. Die im Mai in Kraft tretende DSGVO definiert strengere Datenschutzregeln für alle datenverarbeitenden Unternehmen in der EU. Es drohen empfindliche Bußgelder, die bis zu 4 % des Jahresumsatzes betragen können. Spätestens jetzt müssen sich alle Unternehmen damit auseinandersetzen.

Eleftherios Hatziioannou: Unsere Erfahrung am Markt ist, dass grundsätzlich viele Unternehmen gerne den Standard einer Bank/Versicherungen zugrunde legen, wenn dies wirtschaftlich möglich ist. Immer mehr Entscheider erkennen den Wert von Daten in einer zunehmend digitalisierten Welt. Sie haben zudem verstanden, dass sie sich lieber nicht komplett von externen datengetriebenen Plattformen abhängig machen sollten, sondern stattdessen in die Stärkung ihrer eigenen Position investieren sollten. Es geht um Lösungen, die es ihnen auch in Zukunft erlauben, die Kundenschnittstellen zu kontrollieren. Der jüngste Datenskandal rund um Facebook zeigt, was passieren kann, wenn Daten in die falschen Hände gelangen. Das schafft im Moment nicht unbedingt mehr Vertrauen in die mächtigen Tech-Giganten. Weitere für uns relevante Branchen sind Gesundheit, Verwaltung/Öffentliche Hand, aber auch Use Cases, in denen schützenswerte Daten (z. B. Betriebsgeheimnisse) ausgetauscht werden.

Seedmatch: Ich kann mir das immer schlecht vorstellen, aber welchen Schaden erleide ich, wenn eine Datenkrake meinen mickrigen Kontostand kennt? Zeigt mir mal das Worst-Case-Szenario auf: Welche Konsequenzen drohen durch daten-unsichere Kommunikation den Kunden oder dem jeweiligen Unternehmen?

Halil Mandal: Mickriger Kontostand hin oder her – Informationen, die Rückschlüsse auf eine Person zulassen, müssen per Gesetz geschützt werden. Es geht dabei nicht nur um Finanzinformationen, sondern um personenbezogene Daten im Allgemeinen. Ob du als Privatperson von deinem Recht Gebrauch machen möchtest oder nicht, bleibt dir natürlich selbst überlassen, solange du dein Einverständnis gegeben hast, dass deine Daten vom Anbieter genutzt werden dürfen. Bei den verarbeitenden Unternehmen/Dienstleistern sieht es anders aus. Sie müssen sich wohl oder übel (zu deinem Schutz) an die Gesetze und Spielregeln halten, um beispielsweise einen Missbrauch deiner Daten zu verhindern. Sie tragen die Verantwortung für offiziell angebotene Servicekanäle.

Eleftherios Hatziioannou: Neben der gesetzlichen Verpflichtungen haben Unternehmen zudem ein strategisches Interesse daran, Kundendaten und -gespräche nicht über datengetriebene Plattformen zu verarbeiten. Denn diese Informationen können beispielsweise von anderen Werbetreibenden (ggf. von Wettbewerbern) genutzt werden. Schreibst du deiner Bank wegen eines Immobilienkredits, könnte dies durch gezieltes Targeting dazu führen, dass Werbung anderer Banken zu diesem Thema angezeigt wird. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass die genutzten Plattformen selbst damit ihre eigene Monetarisierung vorantreiben. WeChat – der chinesische Messenger – bietet beispielsweise eigene digitale Versicherungsprodukte an. Es kann nicht im Interesse der anderen dort präsenten Versicherungen sein, sich mit eigenen Kunden/Interessenten über die gleiche Plattform auszutauschen, die in Konkurrenz zu ihnen steht, oder? Facebook besitzt seit Ende 2016 eine Banklizenz in Irland, wieso sollte ich als seriöse Bank allen Ernstes meine Kundenkommunikation über deren datengetriebene Plattformen stattfinden lassen? Im Übrigen hat zum Beispiel die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern letztes Jahr ausdrücklich verboten, unsichere Messenger (z. B. WhatsApp) zu nutzen. Trotzdem gibt es den Bedarf an Messenger-basierter Kommunikation, den wir mit unserem Angebot bedienen möchten.

Seedmatch: Wenn Unternehmen also via Whatsapp mit ihren Kunden kommunizieren, kann genau diese Situation eintreten?

Halil Mandal: WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern. Auch wenn die Kommunikation Ende-zu-Ende verschlüsselt abläuft, werden bestimmte (Meta-)Daten trotz Widerspruchs von Nutzern an den Mutterkonzern weitergegeben. Nach dem “Friss oder stirb”-Prinzip muss sich also der Nutzer entweder der Weitergabe bestimmter Daten beugen oder ganz darauf verzichten, den Dienst zu nutzen. Hier wird meines Erachtens die Marktmacht gezielt ausgenutzt, um eigene Interessen durchzusetzen. Um den Anschluss an die Kommunikation mit Freunden und Familie nicht zu verlieren, stimmen Nutzer wohl oder übel zu. Damit werden weitere Daten an Facebook übertragen, die gemeinsam mit den bereits auf Facebook schon vorhandenen Daten ein sehr komplettes Bild über eine Person und deren Netzwerk sowie Kundenbeziehungen ergeben. Problematisch ist zudem, dass die Kontakte ausgelesen und übertragen werden, obwohl diese der Verarbeitung nicht ausdrücklich zugestimmt haben. Es findet darüber hinaus eine Vermischung privater und geschäftlicher Kommunikation statt, was gerade für diskrete Branchen ein Problem darstellt.

Eleftherios Hatziioannou: Am Ende muss jeder Nutzer und jedes Unternehmen selbst abwägen, welche Lösungen am besten für den jeweiligen Use Case passen. Möchte ich einfach nur über aktuelle Themen informiert werden (Newsletter), handelt es sich sicherlich um ein unproblematisches Thema. Möchte ich hingegen Bilder von meinem Ausweis sowie meine Bankverbindung übermitteln, damit mir ein Angebot unterbreitet werden kann, sieht es schon anders aus. Wir jedenfalls konzentrieren uns auf diejenigen, die diskret sein möchten und deshalb private und geschäftliche Kommunikation trennen, datenschutzkonform agieren wollen oder sogar aufgrund von Branchenregeln müssen und vor allem aber die Kommunikation in den eigenen Medien abbilden wollen. Davon gibt es jede Menge. Der Großteil von Unternehmen hat ja bereits digitale Angebote für Kunden/Interessenten (Webseiten, Kundenportale, Kundenapps). Wir helfen ihnen mit unserer Lösung lediglich, diese auf Vordermann zu bringen und dort moderne Kontaktpunkte zu schaffen, die ihre Kunden begeistern.

Seedmatch: Datenschutz/Sicherheit ist natürlich nur ein wichtiges Argument für smoope. Euer eigentliches Anliegen ist ja, Unternehmen wieder näher an den Kunden zu bringen – quasi in seine Hosentasche hinein und näher an sein Portemonnaie. Dürft ihr aus eurer prominenten Kundenliste ein Beispiel vorstellen, wie sich der Messenger von smoope direkt auf die Umsätze oder das Kundenverhalten ausgewirkt hat?

Halil Mandal: Ein Beispiel ist die CSS Versicherung AG. Sie ist die größte Krankenversicherung der Schweiz. Mit der Einführung des modernen Messenger-Services im Jahr 2016 war das Unternehmen nicht nur Innovationsführer, sondern wurde unter anderem auch wegen der Messenger-Funktion in der MyCSS Kundenapp mit dem Best of Swiss Apps-Award ausgezeichnet. Viele ihrer hunderttausenden Kunden verzichten seitdem nicht mehr darauf, bei Bedarf ihr Anliegen bequem und sicher per Messenger zu platzieren. Das führt wiederum zur Entlastung anderer Kanäle, die unter dem Strich auch teurer sind. Während am Telefon ein Mitarbeiter an einen Kunden gebunden ist, kann dieser über Messenger asynchron drei bis vier Kunden parallel betreuen. E-Mails sind in der Regel länger und bedeuten, dass diese erstmal gelesen werden müssen. Aufgrund der guten Zusammenarbeit vernetzen wir seit Kurzem auch Webseitenbesucher, die ein Angebot suchen, per Messenger mit verfügbaren Kundenberatern aus ihrer Nähe. Dadurch können sie auf Wunsch im Nachgang auch einen persönlichen Termin vor Ort planen.

Eleftherios Hatziioannou: Eine andere Versicherung entwickelt gerade einen digitalen Tarif. Die Versicherungsleistung an sich bleibt zwar identisch zu bestehenden Tarifen, der Service und die Kommunikation sollen künftig allerdings nur über den von smoope bereitgestellten Messenger abgewickelt werden. Dies vereinfacht zum einen Service-Prozesse, zum anderen bietet das “Conversational User Interface” Automatisierungspotentiale durch die Anbindung von Chatbots. Unter dem Strich kann der Tarif dadurch günstiger angeboten werden. Sicherlich spannend für digital-affine Kundengruppen, die im Gegenzug etwas Geld sparen möchten. Darüber hinaus haben Auswertungen ergeben, dass mehr als 45 % aller Anfragen an eine Versicherung mit Produkten/Services/Angeboten zu tun haben. Das bedeutet ganz konkretes Umsatzpotential aus einer individuellen Messenger-Beratung heraus. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sorgen wir für zufriedenere Kunden (NPS) und die führen wiederum zu mehr Umsatz über den gesamten Customer Lifecycle.

Seedmatch: Müssen sich dann die jeweiligen Endkunden die smoope-App herunterladen oder fällt es Außenstehenden gar nicht auf, dass euer Produkt hinter dem neuen innovativen Service ihres Versicherers oder Telefonanbieters steckt?

Halil Mandal: Die angesprochene smoope-App ist nur ein Nebenprodukt unserer umfassenden Messaging-Infrastruktur. Sie ist für kleine Unternehmen gedacht und wird gerne für Pilotprojekte und Tests genutzt. Unsere beliebtesten Produkte sind Lösungen, die sich in die Medien der Unternehmen integrieren lassen. So machen wir beispielsweise über das In-App-Messaging von smoope jede bestehende App zu einem Messenger. Oder wir erweitern ein Kundenportal oder eine Webseite um Messenger-Funktionalitäten durch die Einbettung eines Web Widgets, das moderne Kommunikation direkt im Webbrowser ermöglicht. Das Ganze wird über bestimmte Customizing-Elemente an die Corporate Identity unserer Kunden angepasst.

Eleftherios Hatziioannou: Je nach Vereinbarung und gewähltem Produkt findet die Marke smoope statt oder nicht. Der Löwenanteil unserer Kunden entscheidet sich dafür, den Zusatz “powered by smoope” stehen zu lassen, was zum einen ein Statement in Sachen Technologie sein soll (vgl. Intel inside), zum anderen aufgrund unserer öffentlichen Wahrnehmung als datenschutzkonformer Anbieter im Markt Vertrauen schafft. Für uns als junge Technologiefirma ist das natürlich eine super Verbreitungsmöglichkeit, da wir Tag für Tag von vielen Menschen wahrgenommen werden – darunter auch einige Entscheider, die selbst in ihren Unternehmen Kommunikation digitalisieren müssen.

Seedmatch: Könnt ihr unseren Lesern kurz und knapp erläutern, warum es sich lohnt, in smoope zu investieren? Was macht euch und euer Geschäftskonzept besonders?

Halil Mandal: Ein Investment lohnt sich nicht nur aufgrund der attraktiven Verzinsung, sondern vor allem aufgrund der Marktentwicklungen und den damit verbundenen Chancen. Das Thema Datenschutz/Sicherheit gewinnt zunehmend an Bedeutung (u. a. auch aufgrund der DSGVO), was sich in unserer aktuellen Auftragslage widerspiegelt. Wir haben allein im ersten Quartal mehr als 50 % des letztjährigen Gesamtjahresumsatzes vertraglich gesichert. Als spezialisierter Anbieter, der das Vertrauen von Banken/Versicherungen genießt, haben wir die Chance, Marktführer beim Einsatz in sensitiven Branchen in Europa zu werden. Zudem schaffen wir es, unsere Kunden immer länger an uns zu binden (24 Monate Mindestvertragslaufzeit) und zusätzliche Produkte zu platzieren, was ein attraktives sechsstelliges Umsatzpotential pro Kunde mit sich bringt. Wir können also mit unseren Kunden wachsen. Und das Kapital der Seedmatch-Crowd wiederum mit uns!

Eleftherios Hatziioannou: Wir haben bereits namhafte Kunden überzeugt, mit denen wir nicht nur das Produkt zur Marktreife gebracht, sondern auch langfristige Verträge geschlossen haben. Außerdem stehen wir als smoope-Team voll und ganz hinter dem, was wir tun. Es wird nach wie vor noch zu viel Zeit in Warteschleifen verschwendet. Das werden wir ändern! Unser Commitment haben wir als Gründer nicht nur durch unsere harte Arbeit und den Verzicht auf üppige Geschäftsführergehälter bewiesen, sondern auch durch die Tatsache, dass wir selbst in unser Baby investiert haben – und zwar ganz am Anfang, als noch unklar war, ob unsere Hypothesen stimmen. Den Beweis, dass Messenger-Services Unternehmen dabei helfen können, Kunden zu begeistern, und sich darauf basierend ein lukratives Geschäftsmodell entwickeln lässt, haben wir jetzt erbracht. Mit der Hilfe der Seedmatch-Crowd wollen wir nun voll durchstarten und in die Skalierung übergehen.

Seedmatch: Ihr habt neben den guten Gründen für ein Investment in smoope auch noch ein besonderes Angebot an die Investoren: Euer Investmentangebot ist nicht pauschal befristet, d. h. unsere Seedmatch-Investoren können, wenn keine Partei kündigt, immer bei euch bleiben und von eurer Entwicklung profitieren. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

Halil Mandal: Wir denken langfristig und wollen ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen aufbauen. Ein langfristiger und planbarer Finanzierungshorizont passt einfach zu unserer Strategie. Investoren sollen im Gegenzug für das entgegengebrachte Vertrauen von unserer Entwicklung profitieren.

Eleftherios Hatziioannou: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen von meiner Seite. Außer, dass wir uns jetzt schon für die Unterstützung bedanken möchten. Unser Dank gilt aber auch den Alt-Investoren, mit deren Hilfe wir es bis hierher geschafft haben.

Seedmatch: Vielen Dank für die spannenden Einblicke und das tolle Interview. Wir wünschen euch eine erfolgreiche Kampagne auf Seedmatch.

Halil Mandal: Danke sehr – wir freuen uns, dass es losgeht.

Eleftherios Hatziioannou: Vielen Dank auch von meiner Seite für die spannenden Fragen.

 

 

 

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.