„Ich freue mich auf den Austausch mit den Investoren“

Am Donnerstag startet mit taxbutler ein neues Funding auf Seedmatch. taxbutler verändert die Art, wie wir künftig unsere Steuererklärungen abgeben auf disruptive Weise. Wird so das dröge Thema endlich sexy? Wir sprachen mit Gründer und konvertiertem Steuerrechtliebhaber Matthias Raisch, wie er auf die Idee kam und wie genau taxbutler funktioniert.

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Seedmatch: Hallo Matthias, herzlich willkommen. Ein Drittel aller Deutschen geben keine Steuererklärung ab und verpassen damit die Chance auf Rückzahlungen im Schnitt von 800 bis 900 Euro jährlich. Was ist deiner Meinung nach die Ursache?

Matthias Raisch: Zum einen das unübersichtliche Steuergesetz und die damit einhergehenden unübersichtlichen Formulare und der Drang der Anbieter von Softwaresystemen nach all umfassenden Systemen, die dadurch am Ende fast so kompliziert sind wie die Papierformulare oder das staatliche Elstersystem. Hier wäre weniger mehr. Die Mehrheit der Arbeitnehmer benötigt nur einen Bruchteil der Angabemöglichkeiten, die es grundsätzlich gibt. Zu anderem die Furcht vor dem Finanzamt und das bei einem Fehler drakonische Strafen drohen.

Seedmatch: Mal Hand aufs Herz: Hast du deine Steuererklärung schon fertig?

Matthias Raisch: Der Mann von Welt genießt und schweigt 😉

Seedmatch: Mit deiner App taxbutler soll nun alles unkomplizierter werden. Einfach mit dem Smartphone steuerlich relevante Belege abfotografieren und das Programm erstellt selbstständig die Erklärung und schickt es an das Finanzamt. Wie kann das funktionieren?

Matthias Raisch: Genauso einfach und simpel, wie du es beschrieben hast. Wenn ich das Menschen so erzähle, schauen die mich immer ungläubig an und sagen “Das wäre super, wenn es sowas gäbe!” Da habe ich immer den Eindruck, die denken das hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Aber es ist tatsächlich wahr geworden. Quasi habe ich mit taxbutler den Traum der Bierdeckelsteuererklärung Wirklichkeit werden lassen und damit das Versprechen der Politik eingelöst. Das ganze funktioniert durch eine intelligente IT-Architektur und durch einen selbstentwickelten Steueralgorithmus, der die Daten selbständig steuerlich werten kann und den Feldern in der Steuererklärung zuordnet.

Seedmatch: Auf die Idee kamst du 2011, als du mit einem befreundeten Steuerberater beim Mittagessen über die Honorartabelle diskutiertest: Einfacher und günstiger sollte eine Steuererklärung funktionieren. War das der alleinige Ansporn für dich? Immerhin schenkt die Mehrheit dem Finanzamt jedes Jahr Geld, um sich nicht mit dem Formulardschungel auseinandersetzen zu müssen. Und dir reicht ein kurzes Gespräch unter Freunden, um dein Leben diesem Thema zu widmen?!

Matthias Raisch: Nein nicht nur. Ich hatte schon immer den Traum, einmal eine Firma zu gründen und auch konkrete Vorstellungen, was das Geschäftsmodell für Parameter beinhalten muss. Und diese Idee erfüllte die Bedingungen. Zudem war ich erst 43 Jahre alt, hatte alles erreicht, was ich mir als Angestellter vorgenommen hatte und die Perspektive, noch weitere 20 Jahre irgendwie dasselbe tun zu müssen, war auch nicht gerade verlockend für mich. Also rechnete ich hin und her und entschloss, die Idee in die Tat umzusetzen.

Seedmatch: Du brennst für deine Idee, das merkt man. Du verteidigst dein Startup im Founders Fight Club, bei Factory TV, auf relevanten Startup Plattformen und in vielen Medien finde ich Beiträge über taxbutler. Du setzt wirklich alles in Bewegung, damit dein Produkt Schule macht. Was ist das Alleinstellungsmerkmal von taxbutler?

Matthias Raisch: Danke für die “Blumen”! Nun zum einen ich, der hinter der Idee steht und wie du sagst bedingungslos dafür kämpft und zum anderen die Idee! taxbutler ist die erste Software, die für die Steuererklärung den gesamten Prozess digitalisiert hat und die einzige Software mit steuerlicher Intelligenz. Jedes andere Programm auf dem Markt bietet nur eine Maske, die mit Hilfetexten versucht, den Anwender zu unterstützen, seine Belegdaten steuerrechtlich richtig zuzuordnen – nicht mehr und nicht weniger. Hat der Kunde einen Beleg, der im Hilfetext nicht auftaucht oder er findet ihn nicht, ist er verlassen. Bei taxbutler fotografiert er ihn eben und die Software kümmert sich darum. Sie entscheidet also, ob der Beleg relevant ist oder nicht. Der Kunde umgeht damit das komplette Wirrwarr an Formularfeldern und -bögen.

Seedmatch: In deinen Kundenbewertungen lese ich viele Lobeshymnen auf taxbutler. Wenn ich mal eine zitieren darf: „Exzellenter Service…noch NIE haben wir eine Steuererklärung so leicht abgeben können….wir sind voll begeistert von Hr. Raisch und treffen uns nächstes Jahr wieder.“ So viel Euphorie bei einer Steuererklärung ist mir neu. Deine App scheint zu überzeugen. Wie entwickeln sich die Nutzerzahlen?

Matthias Raisch: Ja, das ist sehr schön und da bin ich auch stolz. Die Besucherzahlen entwickeln sich aufgrund des kleinen Werbebudgets zur Zeit leicht aber stetig und wir machen schon 7 % des Umsatzes aus Empfehlungen zufriedener Kunden.

Seedmatch: Gehen wir mal einen etwas komplexeren Fall durch: Mit meiner PV-Anlage auf dem Dach generiere ich neben meinem Gehalt noch weitere Einnahmen durch die Einspeisung des überschüssigen Stroms. Kann taxbutler das abbilden? Wie sieht es im Falle unserer Investoren aus, die in junge Startups ihr Geld anlegen und Renditen oder Sonderzahlungen erhalten, manchmal aber auch Totalverluste abschreiben müssen?

Matthias Raisch: Nun die Photovoltaik kann mit taxbutler abgebildet werden, wenn der Kunde den Gewinn oder Verlust uns mitteilt. Eine Einnahmeüberschussrechnung wird aktuell nicht angeboten, da sich taxbutler aufgrund der Skalierbarkeit auf die Masse der Arbeitnehmer konzentriert. Auch die Investoren können wir abbilden, wenn die Gewinne oder Verluste mitgeteilt werden. Bei solchen Fällen ist aber ein vorheriger Anrufe bei uns immer sinnvoll.

Seedmatch: Wie skalierbar ist dein Geschäftsmodell? Auf welche Entwicklungen und Neuerungen darf man sich freuen?

Matthias Raisch: Alles ist bei uns auf Skalierung ausgerichtet: von der Software bis hin zu den Anforderungen an Mitarbeitern. Geplant ist z. B. die Software um eine Steuerbescheidprüfung mit Einspruch per Mausklick zu erweitern.

Seedmatch: Ab morgen startet deine Crowdfunding-Kampagne auf Seedmatch. Wie viel Geld möchtest du einsammeln und wie willst du unsere Investoren überzeugen?

Matthias Raisch: Wir wollen 300.000 Euro einsammeln und ich will die Investoren mit meiner Person überzeugen und natürlich damit, dass taxbutler ein disruptives Modell ist und jeder, der in taxbutler investiert, in die Zukunft investiert. Mit dem wesentlichen Teil des Geldes wollen wir das Wachstum von taxbutler beschleunigen und die 500-tausender Umsatzmarke in 2018 knacken. Bis 2021 wollen wir auf über 50.000 Kunden wachsen und freuen uns auf die Unterstützung der Crowd. Meine Vision ist: “Die faire Steuererklärung für alle!”

Seedmatch: Wie geht die Entwicklung von taxbutler weiter, wenn du die 300.000 Euro erfolgreich einsammeln konntest? Nicht nur, dass du hoffentlich viele Menschen dazu ermutigst, doch noch ihre Steuererklärung einzureichen – wie soll das frische Kapital eingesetzt werden?

Matthias Raisch: Marketing, Marketing, Marketing – darunter fällt für mich, die Ergebnisse in der organischen Suche weiter zu verbessern, um noch mehr Besucher auf taxbutler zu leiten und eben das klassische Marketing in Google und facebook und zu guter letzt Empfehlungsmarketing.

Seedmatch: Matthias, vielen Dank für den Ausblick. Wir wünschen dir und unseren Investoren ein spannendes Funding sowie eine dicke Rückzahlung vom Finanzamt.

Matthias Raisch: Ines, vielen Dank für die Fragen und die guten Wünsche zum Funding! Ich freue mich schon sehr auf den Austausch mit den Investoren und bin gespannt, wie das Funding läuft.

 

 

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

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  1. Michaela sagt:

    Hallo, ich glaube zwar nicht, dass Taxbutler die Steuerberater arbeitslos machen. Trotzdem finde ich die Idee für Leute interessant, die nur sehr wenig beim Finanzamt geltend machen können. Das Interessanteste dürfte der Lerneffekt bei den Steuerzahler sein Wenn die Menschen die Scheu vor der Steuererklärung verlieren, dann bekommt endlich jeder etwas zurück und nicht nur die gehobene Klasse.