„Die Pharmaindustrie wartet auf geeignete Produkte wie die von Rodos Biotarget“

Im zweiten Teil des Gesprächs mit den Co-Gründern von Rodos Biotarget haben wir nach den Investment-Anreizen für die bisherigen Investoren sowie die Crowd-Investoren und nach dem Grund sowie den Besonderheiten des Biotech-Crowdfundings gefragt.

 

Seedmatch: Wir haben bereits über die Probleme gesprochen, welche Rodos Biotarget adressiert. Die bisherigen Meilensteine in der Forschung und Entwicklung bei Rodos Biotarget sind u. a. durch die Investments von Business Angels und institutionellen Investoren wie dem High-Tech Gründerfonds ermöglicht worden. Was hat sie zu ihren Investments bewegt?

Dr. Robert Gieseler-von der Crone: Unsere Produkte befinden sich an der Speerspitze der Entwicklung im medizinischen Bereich. Wenn die Medien über Bedarfe und Bedürfnisse berichten, die durch die heutige Medizin trotz ihrer immensen Fortschritte noch nicht befriedigt werden können, stehen Stichworte wie „Nanotechnologie“, „Biotechnologie“ und „individualisierte Therapie“ im Vordergrund. Genau hier ist die Rodos tätig. Mit anderen Worten: Das was wir tun, verspricht dazu beizutragen, in der Zukunft erhebliche Fortschritte in der Medizin machen zu können.

Zwei herausstechende Beispiele sind die genetisch bedingten und die Krebserkrankungen. Hier hat die Wissenschaft eine breite Palette an potenziellen Eingriffs- und Angriffspunkten identifiziert. Doch mit Behandlungsstrategien alter Schule sind diese neuen Optionen oft nicht einsetzbar. Grund dafür ist, dass die neuen Wirkstoffe sehr gezielt in die betroffenen Zellen eingeschleust werden müssen. Und genau das ist mit Nanotransportern wie unseren TargoSpheres möglich.

Ein weiterer Aspekt: Die Pharmaindustrie hat diesen Bedarf schon seit längerer Zeit erkannt und wartet daher tatsächlich auf geeignete Produkte wie die von Rodos Biotarget. Und damit nicht genug, denn die Branche leidet bekanntlich unter ihren trocken laufenden Produktpipelines und auslaufenden Patenten. Neue, zellgezielte Darreichungsformen lange bekannter und am Markt zugelassener Medikamente können schneller verfügbar sein und die Pipelines füllen. In zellgezielter Form werden solche Medikamente sicherer – und sie können unter Umständen neu patentiert werden und erschließen gegebenenfalls sogar neue Marktsegmente.

Und erinnern Sie sich bitte daran, welche Krankheiten durch die TargoSphere-vermittelte Wirkstoffgabe adressiert werden können: Ohne Übertreibung sprechen wir hier von hunderten von Millionen Patienten – das kann ein Plattformtechnologie wie die von Rodos Biotarget leisten. Unterm Strich waren dies sehr überzeugende Argumente für unsere Investoren.

Die Gründer von Rodos Biotarget: Dr. Gieseler-von der Crone, Dr. Rupert und Dr. Furch (v. l.).

Die Gründer von Rodos Biotarget: Dr. Gieseler-von der Crone, Dr. Ruppert und Dr. Furch (v. l.).

 

Seedmatch: Heute ist Ihre Crowdfunding-Kampagne gestartet. Was hat Sie dazu motiviert, Rodos Biotarget von der Crowd finanzieren zu lassen? Warum stellt das Unternehmen Ihrer Meinung nach auch für die Crowd ein spannendes Investment dar?

Dr. Marcus Furch: Sie haben ja gehört, welches Potential in unserer TargoSphere-Plattformtechnologie in Kombination mit sowohl innovativen als auch bekannten Wirkstoffen bei der Behandlung von ganz unterschiedlichen Krankheiten steckt. Zu unseren Investoren zählen neben institutionellen Fonds auch heute schon private Anleger, die sich selbst nicht zu Branchenexperten zählen oder über ein besonderes Hintergrundwissen in Pharma und Medizin ausweisen. Aber die konkrete Vorstellung und die Begeisterung für das, was mit unserer Innovation möglich ist, teilen alle.

Unsere Argumente an den Crowdinvestor, sich eine Investition in die Entwicklung der Rodos Biotarget, zu überlegen, sind dieselben. Das Interesse, unsere innovativen Produkte in Richtung eines medizinischen Durchbruchs erfolgreich zu entwickeln und dabei Werte zu generieren, ist dem Team der Rodos Biotarget und den Investoren gleich.

Für die Crowdinvestoren wollen wir einen, mit klaren Start- und Endpunkten wohl definierten, Entwicklungsschritt anbieten, der sich innerhalb eines ebenso überschaubaren Zeitrahmens von einem Jahr realisieren lassen sollte. Wir meinen, er ist auch inhaltlich transparent, denn es geht um die Durchführung der ersten klinischen Studie mit den TargoSphere-Nanotransportern. Wie ich in einem gesonderten Blogbeitrag bereits erläuterte, kann dieser Entwicklungsschritt nach Abschluss zu einer attraktiveren Bewertung und größeren Wahrnehmung durch unsere Ansprechpartner in der Pharmaindustrie und in der Finanzszene führen. Diesen Wertsprung würden Crowdinvestoren folglich mitmachen.

Ich bin sehr gespannt, wie unser Angebot von der Crowd aufgenommen wird. Für uns war  aber schon die Vorbereitung dieser Kampagne sehr wertvoll, denn wir mussten die Kommunikation noch anschaulicher gestalten, als wir sie normalerweise innerhalb der Industrie pflegen. TargoSpheres sind aufgrund ihres nanometerkleinen Durchmessers mit dem bloßen Auge nicht sichtbar – sie sind nicht greifbar. Was nicht sichtbar oder greifbar ist, ist oft auch nicht ganz einfach zu begreifen. Daher haben wir Bilder und Videos entworfen, um TargoSpheres und ihre Wirkung zu illustrieren. Mit der angepassten Kommunikation soll auch unser Marketing- und Vertriebskonzept während der Crowdfunding-Kampagne optimiert werden. Unterstützt durch positive Ergebnisse aus den geplanten Studien streben wir den kommerziellen Durchbruch an.

Laborszene bei Rodos Biotarget – einem Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Die Fundingschwelle von 200.000 Euro ist, verglichen mit den meisten vergangenen und aktuellen Fundings bei Seedmatch, höher angelegt. Womit hängt das zusammen?

Dr. Marcus Furch: Crowdfunding ist für uns ein wesentlicher Baustein in der Finanzierungsstrategie der Gesellschaft. Abgesehen vom Finanzierungsziel will Rodos Biotarget ein Beispiel geben und eine Lanze dafür brechen, dass sich Crowdinvesting in sinnvoller Kombination mit klassischen Finanzierungsformen wie Venture Capital für Biotech-Unternehmen etabliert. Mit Crowdinvesting soll es – wie am Beispiel von Rodos gezeigt – möglich sein, dass Biotechnologie-Unternehmen wertsteigernde Ziele erreichen.

Wir mussten uns also überlegen, welcher Mindestkapitalbedarf erforderlich ist, diesem Anspruch auch gerecht zu werden. Diesen Mindestkapitalbedarf haben wir mit 200.000 Euro als Fundingschwelle ermittelt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Fundingschwelle schnell erreichen, denn neben einem angestrebten attraktiven Investment, engagiert man sich bei der Rodos Biotarget auf dem Gebiet der Gesundheit –  das uns allen wertvoll und wichtig sein soll.

 

Seedmatch: Für die Investoren spielt bei ihrer Entscheidung, ob sie in ein Startup bei Seedmatch investieren oder nicht, die Unternehmensbewertung eine große Rolle. Wie Sie in einem Blogbeitrag gezeigt haben, ist das für die Biotech-Branche nicht unüblich. Können Sie absehen, wann und wie sich der Wert von Rodos Biotarget steigern wird, sodass ein Investment zum aktuellen Zeitpunkt attraktiv ist?

Dr. Marcus Furch: In der Investmentstory zeigen wir, welche einzelnen Entwicklungsschritte bei der Entwicklung ihrer Produkte und Therapien die Rodos seit ihrer Gründung absolvierte. Im Zuge dessen sind schon entscheidende Entwicklungshürden oder -risiken von uns gemeistert worden. Folglich hat das Unternehmen bis heute seinen Wert kontinuierlich steigern können. Hinzu kommt, dass mehrere Millionen Euro bereits als Investition und Förderung der Rodos Biotarget zugekommen sind. All das haben wir bei der Bewertung berücksichtigt. Und trotzdem ist es uns gelungen, der Crowd eine attraktive Pre-Money-Bewertung anzubieten.

Sein Unternehmen bepreisen: Wie bewertet man Startups?

 

Seedmatch: Die Pharma-Branche ist geprägt von großen Konzernen, welche sich Know-how und Innovationen gern durch die Akquise kleinerer Unternehmen und Labore aneignen. Wäre der Exit an einen Pharma-Konzern für Sie ein denkbares Szenario?

Dr. Robert Gieseler-von der Crone: Das ist ein denkbares Szenario. Wir haben es auch in unseren Unterlagen zur Kampagne als solches beschrieben und anhand eines jüngsten Beispiels gezeigt, wie solche Deals bewertet werden können. Für unsere beiden eigenen Therapieprojekte TargoVir und TargoBiotics ist der Verkauf oder ein Lizenzereignis jedenfalls angestrebt, um mit den Kompetenzen und Ressourcen des Pharmapartners durch die klinische Entwicklung an den Markt zu gelangen.

 

Seedmatch: Dr. Furch, Dr. Gieseler-von der Crone: vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das Funding!

 

 

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