Kartenmachen.de: „Unser Geschäftsmodell ist bereits sehr gut optimiert und erlaubt uns schnelles Wachstum“

Vom Do-it-yourself-Man mit selbstgemachten Einladungskarten für die eigene Hochzeit zum erfolgreichen Unternehmer – das ist der Weg von Andreas Ritter. Aus einer simplen Idee hat er gemeinsam mit seinem Team innerhalb weniger Jahre ein profitables Geschäft etabliert: Kartenmachen.de.

Das Startup druckt individuelle Einladungskarten für jeden Anlass und hat den Break-even bereits kurz nach dem Start erreicht. Um nun weiter und stärker zu wachsen, will Kartenmachen.de die Crowd an Bord holen – und 300.000 Euro „Venture Debt“ einsammeln. Wir haben vor dem Start mit Andreas über das Geschäftsmodell und das Crowdfunding gesprochen.

 

Seedmatch: Hallo Andreas! Ab morgen kann die Crowd per Venture Debt in Kartenmachen.de investieren. Du bist der Kopf hinter dem Unternehmen – stell’ dich bitte kurz vor und erzähl’, warum du Kartenmachen.de gegründet hast.

Andreas Ritter: Hallo Tobias! Vor fast sechs Jahren plante ich meine Hochzeit. Damals arbeitete ich als Mediengestalter in einer Werbeagentur. Als ich im Internet keine passenden Einladungskarten fand, entwarf ich sie einfach selbst und ließ die Motivkarten von einer Online-Druckerei herstellen.

Mir war es wichtig, dass die Einladungskarten einen persönlichen Charakter hatten und wir unsere Gäste mit Namen ansprachen. Über die Online-Druckerei konnte ich das nicht realisieren. Deshalb bedruckte ich die fertigen Motivkarten per Bürodrucker mit dem Einladungstext. Das funktionierte prima und sah auch gut aus.

Kartenmachen.de-Gründer Andreas Ritter

Drei Jahre später machte ich mich mit einer kleinen Web-Agentur im Bereich E-Commerce selbstständig. Gleichzeitig suchte ich nach einer Geschäftsidee, die skalierbarer ist als eine Agentur. Nachdem ich einige kleine und große Fremdprojekte realisiert hatte, fiel mir wieder die Lösung ein, die ich für unsere Hochzeitskarten gefunden hatte. Das war die Geschäftsidee!

Die Kompetenzen für die Umsetzung hatte ich auch. Lustigerweise lagen noch unbedruckte Motivkarten von unserer Hochzeit auf dem Dachboden. Nach einem Test war klar: Mein Produkt und meine Dienstleistung – die persönliche Anpassung der Karten – hilft auch anderen und kommt gut an.

 

Seedmatch: Welche Produkte und welchen Service bietet ihr euren Kunden? Was unterscheidet Kartenmachen.de dabei von anderen Anbietern?

Andreas Ritter: Wir bieten unseren Kunden individuell bedruckte Einladungskarten für Geburtstage, Hochzeiten und weitere Anlässe an. Von anderen Anbietern unterscheiden wir uns in einem wesentlichen Punkt: Bei uns müssen die Kunden ihre Texte nicht selbst in die Karten integrieren – das machen unsere professionellen Grafiker.

Kartenmachen.de – ein Startup bei Seedmatch

Darüber hinaus läuft auch die Produktion bei uns anders als bei den Mitbewerbern: Wir drucken die Kundentexte auf Kartenrohlinge auf, die im Offsetdruck vorgedruckt wurden. So sparen wir Kosten für die Weiterverarbeitung (Schneiden, Perforieren etc.). Diesen Preisvorteil geben wir an unsere Kunden weiter. So können wir Karten anbieten, die gleichzeitig hochwertig und günstig sind. Und weil wir die Karten durch Grafiker anpassen lassen, funktioniert Kartenmachen.de für den Kunden sehr einfach und schnell.

 

Seedmatch: Erinnerst du dich noch an den ersten Auftrag, den ihr bearbeitet habt?

Andreas Ritter: An den ersten Auftrag erinnere ich mich sehr gut. Er kam Anfang 2014 direkt nach Silvester. Eine Kundin hat 20 Hochzeitskarten mit genau demselben Motiv bestellt, das ich für unsere Hochzeit gestaltet hatte. Das war ein schönes Gefühl.

 

Seedmatch: Nach ersten Testverkäufen über eBay habt ihr Anfang 2014 euren eigenen Online-Shop eröffnet – seid aber im selben Jahr bereits das erste Mal Break-even gewesen. Kartenmachen.de scheint also einen Nerv bei den Kunden getroffen zu haben. Welche Vertriebsstrategie verfolgt ihr?

Andreas Ritter: Kartenmachen.de war eigentlich bereits im ersten Monat Break-even. Das liegt daran, dass wir schon am Anfang eine relativ hohe Gewinnmarge von etwa 40 % hatten und die aufwendigen Entwicklungs- und Programmierarbeiten intern gemacht haben. Wir haben von Anfang an die riesige Reichweite großer Online-Marktplätze (Amazon, eBay, Dawanda) genutzt und haben einen Teil der Gewinne aus dem Verkauf auf diesen Marktplätzen in das Marketing für unseren eigenen Shop verwendet. Was dann noch nach Gehaltszahlungen übrig blieb, wurde in neue Mitarbeiter und Drucker investiert.

So konnten wir ohne Fremdmittel schnell wachsen und innerhalb von nur zwei Jahren in 2015 einen Umsatz von 553.000 Euro erwirtschaften. Mittlerweile sind alle Prozesse so gut optimiert, dass wir bei fertigen Motiven eine Gewinnspanne von etwa 60 % haben. Das hilft uns weiterhin, auch aus eigener Kraft zu wachsen.

 

Seedmatch: Wie groß ist das Potenzial im Markt generell?

Andreas Ritter: Der Markt für Einladungskarten ist riesig. Für Geburtstage, Hochzeiten und kirchliche Feste schätzen wir das Marktpotenzial in Deutschland auf über 300 Millionen Euro. Dazu kommen natürlich noch viele andere Feste, zu denen sich Menschen Gäste einladen. Für uns ist es einfach, unsere Zielgruppe zu erweitern und das wirtschaftliche Potenzial von Kartenmachen.de zu steigern: Wir können jederzeit weitere Produkte, zum Beispiel Weihnachtskarten, einführen.

Karten für jeden Anlass – von Kartenmachen.de

 

Seedmatch: Warum habt ihr euch dazu entschieden, ein Crowdfunding für Venture Debt zu starten? Welchen Reiz hat ein Investment in kartenmachen.de für die Seedmatch-Crowd?

Andreas Ritter: Wie bereits erwähnt, können wir aus eigener Kraft wachsen. Unser Geschäftsmodell ist bereits sehr gut optimiert und erlaubt uns schnelles Wachstum. Für den nächsten wirklichen Wachstumsschub benötigen wir zum ersten Mal in der Firmengeschichte Fremdkapital. Zusätzlich möchten wir für die weitere Expansion ein breit gefächertes Netzwerk schaffen und Multiplikatoren aufbauen. Wir glauben, dass wir durch das Crowdfunding wertvolle neue Kontakte knüpfen.

Da wir bereits den Break-even erreicht haben und Gewinne realisieren, können wir Investoren schon jetzt Zinsen für die Investments zahlen. Deshalb kam uns das Venture-Debt-Modell gerade recht. Für den Investor ist das Modell auch sehr attraktiv: Er erhält eine tagesgenaue Verzinsung von 8 % p. a. mit halbjährlicher Zinszahlung. Early-Bird-Investoren bekommen sogar 9 % p. a., wenn sie innerhalb der ersten sieben Tage nach Funding-Start – also bis zum 16. Juni 2016 – investieren.

Wenn sich unser Umsatz wie geplant entwickelt, erwartet Investoren am Ende der Laufzeit nach circa 4,5 Jahren ein zusätzlicher Bonus: ein umsatzabhängiger Venture Kicker, der bis zu 30 % der Investmentsumme betragen kann. Als ein ganz besonderes Extra bieten wir den ersten fünf Investoren, die mindestens 5.000 Euro investieren, die Möglichkeit, ein Kartenmotiv auf Basis ihrer Ideen zu entwickeln. Am Umsatz dieser Karte ist der Investor während der gesamten Vertragslaufzeit in Höhe von 5 % beteiligt.

 

Seedmatch: Wofür werden die Mittel aus dem Crowdfunding eingesetzt?

Andreas Ritter: Wir möchten die Mittel vorrangig für mehr Marketing, für neue Mitarbeiter und neue Produktionsmaschinen einsetzen. Sie helfen uns, mehr Umsatz zu erwirtschaften, schneller neue Produkte zu entwickeln und unabhängiger zu produzieren. Zusätzlich wollen wir 2017 eine Niederlassung in Großbritannien eröffnen. Dafür muss natürlich viel vorbereitet und übersetzt werden.

Drucker von Kartenmachen.de – einem Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Ein Blick nach vorn – wo steht Kartenmachen.de in fünf Jahren?

Andreas Ritter: In fünf Jahren erwirtschaftet Kartenmachen.de hoffentlich einen Umsatz von 10,5 Mio. Euro oder mehr, wir haben Niederlassungen in Großbritannien, Frankreich und Spanien und bearbeiten über 300.000 Aufträge pro Jahr. Wir sind auf über 35 Mitarbeiter gewachsen und bieten über 1.200 Motive an.

 

Seedmatch: Andreas, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das Crowdfunding!

 

 

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.