Von der Crowd beflügelte „Revolution der Mobilität“: Der Volocopter darf endlich bemannt fliegen

Das Startup e-volo wurde 2013 mit der damaligen Rekordsumme von 1,2 Millionen Euro bei Seedmatch finanziert. Die Crowd hat damit geholfen, eine „Revolution in der Mobilität der Menschheit“ zu ermöglichen. Nach gut fünfjähriger Entwicklungsphase hat das von e-volo konzipierte Fluggerät, der „Volocopter“, nun die Vorläufige Verkehrszulassung bekommen – die erstmals bemannte Flüge erlaubt.

Der Volocopter der e-volo GmbH aus Karlsruhe ist der erste emissionsfreie Privathubschrauber, welcher durch 18 einzelne Elektromotoren angetrieben wird und mit dem man sich „sicherer, einfacher und sauberer als je zuvor“ in der Luft fortbewegen können soll. Der rein elektrisch betriebene Volocopter sorgt in der Luftfahrt-Branche weltweit für Aufsehen.

Stephan Wolf und Alexander Zosel, Gründer von e-volo

Stephan Wolf (l.) und Alexander Zosel (r.), die Gründer von e-volo
© e-volo, by Nikolay Kazakov

Um das Fluggerät bis zur Serienreife entwicklen zu können, hat das Startup 2013 Unterstützung von der Seedmatch-Crowd gesucht und prompt gefunden: Innerhalb weniger Tage kamen 1,2 Millionen Euro zusammen – damaliger Rekord. „Banken denken für so ein Vorhaben viel zu konservativ“, begründete Mitgründer Stephan Wolf damals die Entscheidung, eine Finanzierung über die Crowd zu wagen.

Wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Volocopters

Nun verkündete e-volo eine Nachricht, welche neben den Seedmatch-Investoren auch jede Menge Flugbegeisterte freuen dürfte: Dank der im Februar behördlich erteilten Vorläufigen Verkehrszulassung (VVZ) konnte Ende März der erste bemannte Flug des Multicopters „Volocopter VC200“ durchgeführt werden:

„Der erste Flug war einfach unglaublich. Ich habe mich reingesetzt, wir haben Vorchecks gemacht – vielleicht 20 Sekunden, gefühlt –, dann habe ich schon die Freigabe für den Flug erhalten. Ich habe nicht lange gezögert: Ich habe einfach den Hebel nach oben gedrückt und der Volocopter ist einfach mit einem Satz nach oben gesprungen. Es war unglaublich, es war ein total schwereloses Schweben“, schwärmte Co-Gründer und Geschäftsführer Alexander Zosel, als er nach dem ersten bemannten Flug wieder Boden unter den Füßen hatte. „Das Gerät war absolut zuverlässig, es hat keine Vibrationen gehabt, es war gigantisch.“

Volocopter VC200 beim Erstflug

US-Chiphersteller Intel ist neuer Gesellschafter bei e-volo

Technische Unterstützung während der fünfjährigen Entwicklungszeit wurde unter anderem von dem deutschen Drohnenhersteller Ascending Technologies geleistet. Dieser wurde vor kurzem vom US-Chiphersteller Intel übernommen. „Intel gratuliert e-volo für diese Leistung“, sagte Josh Walden, Senior Vice President und General Manager von Intel. „Wir freuen uns darauf, die Entwicklung weiterer bemannter und unbemannter Systeme in der Zukunft zu unterstützen.“

Durch die Gesellschafterrolle von Ascending Technologies wurde Intel Capital nun zu einem direkten Gesellschafter der e-volo GmbH. Stephan Wolf freut sich: „Intel hat stark in den Markt der unbemannten Flugsysteme investiert und ist heute eines der global führenden Unternehmen in diesem Bereich. Aus dieser Kooperation erwachsen große Vorteile für unsere Volocopter.“

Nächstes Ziel von e-volo ist es, in den kommenden zwei Jahren die Musterzulassung zu erhalten und den Volocopter dann in Serie zu produzieren.