Business Angel Christian Müller: „Ich glaube, dass man aus Lightboys einen langfristig profitablen Dividenden-Case machen kann“

„An der Schnittstelle zwischen Kunst, Fotografie und cooler Hardware könnte etwas gehen“, dachte sich Christian Müller, als er das erste Mal mit der Idee von Lightboys in Berührung kam. Der Serien-Gründer und jetztige Director bei Zalando Media Solutions stieg daraufhin gemeinsam mit weiteren Mitstreitern als Business Angel bei den Lightboys ein. Im Gespräch mit uns verrät er, warum er genau das Hamburger Startup Lightboys unterstützt, wie er seine Marketing-Expertise einbringt und welches Potenzial er sieht.

 

Seedmatch: Moin Christian! Du bildest gemeinsam mit Philipp Westermeyer und Tobias Schlottke das „Hamburger Trio“ unter den Lightboys-Supportern. Ihr drei habt gemeinsam erfolgreiche Unternehmen gegründet und unterstützt zudem die Lightboys von Anfang an. Erzähl doch bitte zunächst, was dich bzw. euch dazu bewegt hat, das Startup zu unterstützen.

Christian Müller: Wir haben Lightboys ja damals in einer sehr frühen Phase entdeckt, als wir beim „Erfinder“ Jirko Bannas durch seine kleine Industriehalle in St. Pauli gestreift sind und echt ziemlich geflasht waren von den vielen Ideen, Skizzen und Produkten, die er da über die Jahre ersonnen hatte. Es gab dort auch die ersten Prototypen der polaboys und Lightwalls.

Das Thema Fotografie kam damals gerade so richtig hoch mit all den Smartphones, den Anfangstagen von Instagram und wir haben gespürt, dass an der Schnittstelle zwischen Kunst, Fotografie und cooler Hardware etwas gehen könnte. Es war auch schon ein initiales Interesse von echt namhaften Brands und potenziellen Kunden (z. B. Colette Paris) da, was uns zusätzlich bestärkt hat. Kurze Zeit später haben wir angefangen, die Firma und das Geschäftsmodell zu bauen.

Christian Müller von metrigo ist Business Angel bei Lightboys, einem Startup bei Seedmatch

 

Seedmatch: Abgesehen vom Investment: Wie bringst du dich bei den Lightboys ein?

Christian Müller: Gerade in der frühen Phase einer Firma ist man ja noch nicht so arbeitsteilig organisiert und es gab bislang viele unterschiedliche Themen, die ich supportet habe. Herauszuheben ist dabei sicherlich die Weitergabe von Erfahrung, wie man Firmen und Geschäftsmodelle baut, typische Gründer-Fehler vermeidet und z. B. eine gute Reporting-Struktur aufsetzt, nach der man die Firma steuert. Aktuell und zukünftig werde ich meine Expertise im (digitalen) Marketing einbringen und den weiteren Markenaufbau begleiten, da ich überzeugt bin, dass wir hier noch viel Potenzial haben, das nicht ausgeschöpft wird.

 

Seedmatch: Vor kurzem fand das von dir co-gegründete und mitorganisierte „Online Marketing Rockstars“-Festival statt. Habt ihr die Lightboys-Produkte dort in Szene gesetzt?

Christian Müller: Ja klar! Wir versuchen das eigentlich immer, wenn wir glauben, dass irgendwo eine Audience zusammenkommt, für die das Produkt spannend sein könnte. Das fängt schon an, wenn Freunde von mir zum Abendessen kommen und ich den polaboy da vorstelle. Bei den „Online Marketing Rockstars“ hatten wir natürlich mit 16.000 Besuchern ein etwas größeres Publikum, darunter sicherlich zahlreiche potenzielle Kunden. Im Online-Marketing verdient man ja auch mittlerweile etwas Geld und das muss ja nicht zwangsläufig in einen Mercedes investiert werden…

 

Seedmatch: Welche Chancen räumst du Lightboys generell auf dem Interior-Design-Markt ein, welches Potenzial hat das Startup? Inwiefern ist das Geschäftsmodell skalierbar?

Christian Müller: Also ich bin jetzt nicht so der Typ, der sagt „wir arbeiten hier am nächsten Unicorn“. Aber ich sage, dass die Menschen Fotografie lieben und jeden Tag Millionen, wenn nicht Milliarden von Fotos entstehen. Unser Produkt ist dabei ein tolles Format, um sich Fotos von der Festplatte an die Wand zu holen und sie entsprechend haptisch mit Licht zu inszenieren. Oder mit einem spannenden Fotografen aus unseren Editionen eine künstlerisches Statement zu setzen.

Es gibt zahlreiche Use Cases und viele Gründe, einen polaboy im Wohnzimmer zu haben, oder ein Rooftop-Light im Showroom oder in der Lobby. Hier wollen wir ansetzen. Mit der digitalen Weiterentwicklung des polaboys ergeben sich dann natürlich noch mal ganz andere Möglichkeiten. Stell dir mal vor, du könntest in Zukunft deine Urlaubsbilder direkt zu deinen Eltern auf den Polaboy schicken!

Der polaboy – ein Produkt von Lightboys bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Du selbst bist Co-Gründer von adyard, einem Performance-Display-Netzwerk, das von der Gruner + Jahr AG übernommen wurde, und metrigo, einem Display-Advertising-Unternehmen, das im letzten Jahr vom Online-Versandhändler Zalando gekauft wurde. Jemand, der auf diesem Gebiet des Online-Marketings nicht bewandert ist, mag fragen: Welche Lösungen bieten die Unternehmen?

Christian Müller: Kurz gesagt bieten unsere bisherigen Gründungen Lösungen für effizientes digitales Marketing. Wir haben in beiden Unternehmen Technologien entwickelt, die es Werbetreibenden und Marken möglich machen, User sehr zielgerichtet mit für sie interessanten Messages anzusprechen. Damit reduzieren wir Streuverluste und machen relevantere Werbung möglich. Diese Expertise fließt natürlich auch in das Marketing von Lightboys ein und hilft, Fehlinvestitionen zu vermeiden.

 

Seedmatch: Du selbst hast damit bereits Erfahrung, aber: Wäre ein Exit-Szenario auch für Lightboys denkbar? Business-Angel Damian Doberstein zum Beispiel hat dazu bereits eine ganz eigene Meinung.

Christian Müller: Auch wenn wir bereits zweimal Firmen, die ich mitgegründet habe, verkauft haben, muss eine Unternehmensgründung nicht immer zwangsläufig auf einen Exit hinauslaufen. Ich glaube auch, dass man aus Lightboys einen langfristig profitablen Dividenden-Case machen kann, der den Gesellschaftern viel Freude macht.

Aber es kommt, wie es kommt und es gibt sicherlich auch etablierte Unternehmen aus dem Interior-, Licht oder sogar Kunst-Kontext, für die wir eine sehr spannende Ergänzung sein könnten. Jetzt arbeiten wir aber erstmal ein bisschen und zeigen, dass wir weiter wachsen können. Alles andere ist zu diesem Zeitpunkt ohnehin Spekulation.

 

Seedmatch: Auch an dich die Frage: Rooftop Light, Lightwall oder polaboy – was hängt an deinen vier Wänden?

Christian Müller: Da ich immer noch in einer Art gehobenen Studendenbude wohne, nehme ich aus Platzgründen zunächst mal mit einem Erst-Serien-polaboy M Vorlieb; aber falls ich mich irgendwann mal vergrößere, kommt auf jeden Fall eine Lightwall an die Wand. Bevorzugt mit einem Foto von meinem Lieblingsfotografen Florian Schüppel aus Hamburg.

 

Logo von Lightboys – einem Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Zum Schluss: Welche drei Gründe gibt es, warum die Crowd in die Lightboys investieren sollte?

Christian Müller: Auch hier möchte ich eigentlich wieder ungern in den Sales-Modus verfallen und der Crowd irgendwas anpreisen. Ich nenne einfach mal die drei Gründe, warum ich investiert habe und weiterhin aktiv dabei bin:

  1. Ein Produkt, das jeden begeistert, der es sieht.
  2. Ein Team, das das richtige Gespür für das Produkt sowie die Skills und die Leidenschaft hat, es groß zu machen.
  3. Eine Firma, die initiale Traktion hat und nicht nur Phantasie ist.

 

Seedmatch: Christian, vielen Dank für deine Zeit und das Gespräch!

 

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.