„Für mehrere Unternehmen wäre Lightboys ein logischer Zukauf“ – Business Angel Damian Doberstein im Gespräch

Damian Doberstein ist als Business Angel seit 2010 international aktiv. Sein Interesse an Kunst und globalen Geschäftsmodellen brachte ihn Anfang 2014 zu den Lightboys. Warum das Startup für ihn ein spannender Investment-Case ist, wo die Reise für Lightboys hingeht und welches Exit-Szenario er für denkbar hält, hat Damian im Gespräch mit uns verraten.

Als aktiver Gesellschafter steht Damian Doberstein den Lightboys bei operativen Themen mit Rat und Tat zur Seite. Begeistert von den einmaligen Produkten und dem großen internationalen Markt, hat der WHU-Absolvent sich im Januar 2014 für ein Investment in das Hamburger Startup entschieden. Seine Tätigkeit als Business Angel umfasst ein Portfolio von ca. 15 Startups in aller Welt.

Sein persönlicher und beruflicher Werdegang ist eng mit Russland verbunden: Nach dem Zivildienst in Moskau studierte er an der WHU in rheinland-pfälzischen Vallendar, bevor er 2008 KupiVIP, das größte Fashion- und Lifestyle-Portal in Russland, mitgegründet hat. Durch die Arbeit beim russischen Startup-Accelerator Fastlane Ventures, an dessen Gründung er ebenfalls beteiligt war und als Partner des global agierenden Risikokapitalgebers e.ventures konnte Damian dann seine Expertise im VC-Business aufbauen.

 

Seedmatch: Damian, du bist als Business Angel bei den Lightboys aktiv. Was hat dich dazu bewegt, das Startup zu unterstützen? An welchen Faktoren hat sich deine Investmententscheidung orientiert?

Damian Doberstein: Philipp Westermeyer, der ebenfalls als Business Angel an Bord ist und den ich schon viele Jahre kenne, hat mir Mitte 2013 von den Plänen des Startups erzählt. Die einzigartigen Produkte und die Referenzen der Lightboys haben mich stark beeindruckt, als ich zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung kam. Kurz darauf, im Januar 2014, habe ich investiert. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam eine starke Design-Marke aufbauen können, welche durch das internationale Fotografen-Netzwerk und die Kooperation mit Polaroid großes globales Potenzial besitzt.

Das war der Beweggrund für meine Beteiligung und ich denke, dass ich mit meinem internationalen Netzwerk hier noch viel helfen kann. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Hobby-Fotograf und fühle mich dadurch dem gesamten Thema emotional sehr verbunden.

Business Angel Damian Doberstein bei Lightboys – einem Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Unterstützt du das Startup auch über dein Investment hinaus?

Damian Doberstein: Ja, selbstverständlich. In den letzten zwei Jahren habe ich mich in viele operative Themen mit meiner E-Commerce- und Strategie-Erfahrung eingebracht. Mir war es sehr wichtig, dass wir von vornherein eine stabile Basis aufbauen, auf welcher wir dann weiter skalieren können.

 

Seedmatch: Neben der Idee und dem Funding gilt das Team als der dritte Baustein, der entscheidend für den Erfolg eines Startups ist. Wie schätzt du das Lightboys-Team ein?

Damian Doberstein: Das Team ist meiner Meinung nach sogar immer das Wichtigste bei jedem Startup! Deshalb bin ich sehr froh, dass es uns gelungen ist, ein derartig multidisziplinäres Team bei Lightboys aufzubauen. Hier sind viele verschiedene Kompetenzen gefragt: Das Team vereint kreative Köpfe mit Know-How bei der Produktentwicklung, Produktion und dem Supply-Chain-Management, im Multi-Channel-Vertrieb sowie beim Marketing und der allgemeinen Markenführung.

 

Seedmatch: Welches Potenzial siehst du für Lightboys? Welchen Herausforderungen muss sich das Team künftig vielleicht stellen?

Damian Doberstein: Das globale Marktpotenzial an der Schnittstelle von Kunst (ca. 55,2 Mrd. USD Markt), Home Interieur ($500 Mrd. USD Markt) und LED-Beleuchtung ($70 Mrd. USD Markt) ist in jedem Fall sehr groß – ich sehe das Potenzial, dass wir hier eine internationale, marktführende Brand für illuminierte Kunst mit einem breiten Produktportfolio aufbauen können.

Auf dem Weg dorthin hat das Team auf jeden Fall noch einige Herausforderungen vor sich: Das Produktportfolio muss etwas verbreitert werden, um noch günstigere Einstiegprodukte anbieten zu können, das Händlernetzwerk muss international weiter ausgebaut werden – und dann wollen wir zusammen noch den Sprung „ins Digitale“ mit all den zusätzlichen Potenzialen. Gleichzeitig müssen hier aber auch noch weitere Kompetenzen im Team aufgebaut werden. Es steht also noch viel Arbeit an – ich bin aber überzeugt, dass das Team dies alles meistern wird!

Polaboy von den Lightboys – ein Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: 2008 hast du das E-Commerce-Startup KupiVIP in Russland mitgegründet, seit 2012 bis Ende letzten Jahres warst du Partner bei e.ventures, einem weltweit agierenden Frühphasen-Investor für Internet-Startups. Welchen Schwerpunkt hatte deine Tätigkeit bei der VC-Gesellschaft?

Damian Doberstein: Thematisch habe ich mich auf Geschäftsmodelle im Consumer Internet und SaaS-Bereich fokussiert, geographisch war ich die meiste Zeit in Moskau. Dort habe ich e.ventures‘ lokales Geschäft aufgebaut und acht Portfolio-Unternehmen betreut. Am Ende meiner Tätigkeit war ich auch vermehrt in Berlin, bedingt durch die politische Krise in Russland und den zunehmenden Opportunitäten im deutschen Startup-Ökosystem.

 

Seedmatch: Welche Erfahungen hast du mit dem Thema „Exit“ bereits gemacht?

Damian Doberstein: Im Rahmen meiner Tätigkeit bei e.ventures und Fastlane Ventures saß ich bei zwei größeren Exits (M&A) mit am Tisch, konnte mehrere meiner Angel-Beteiligungen realisieren (meistens über Secondary Transaktionen in einer späten Entwicklungsphase) und war zudem bei mehreren Firmenverschmelzungen und Joint-Venture Transaktionen beteiligt.

 

Seedmatch: Was könnte ein Exit-Szenario für die Lightboys aussehen?

Damian Doberstein: Ich bin mir sicher, das Lightboys mit dem einzigartigen Produktportfolio Begehrlichkeiten bei Playern aus dem „Affordable Art“-Markt sowie aus dem Interieur-/Möbel-Markt wecken wird. Wir wurden sogar bereits einmal vorsichtig angesprochen – es ist aber natürlich noch zu früh für derartige Gespräche. Für mehrere Unternehmen wäre das Produktportfolio sowie die aufgebauten internationalen Kundenbeziehungen der Lightboys sehr komplementär zu den eigenen Aktivitäten und folglich ein logischer Zukauf.

 

Logo von Lightboys – einem Startup bei Seedmatch.

 

Seedmatch: Rooftop Light, Lightwall oder polaboy® – was hängt an deinen Wänden?

Damian Doberstein: Wohnungsbedingt bisher nur ein großer polaboy® mit einem Limited Edition Bild des Fotografen Wolfgang Pohn. Es ist jedes Mal wieder beeindruckend, welche starken Emotionen er bei Gästen auslöst: Bei fast jedem Besuch werde ich auf den polaboy® angesprochen.

 

Seedmatch: Als jemand, der das Startup hautnah kennt und mit dem Thema noch etwas stärker vertraut ist: Welche drei Gründe für ein Investment in Lightboys würdest du einem Crowd-Investor nennen?

Damian Doberstein: Sehr großer globaler Markt mit vielen Netzwerkeffekten, bereits erbrachter „Proof of Concept“ der Produkte und des Vertriebs – und natürlich ein außerordentlich starkes Team, welches sehr gut zu dem Thema passt.

 

Seedmatch: Vielen Dank für deine Zeit, Damian und viel Erfolg mit deinem neuen Venture!

 

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

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  1. rick sagt:

    Value creation combined with new markets in lighting can be a big opportunity with big returns..