Sechs Finalisten und ein Gewinner – das war der Green Alley Award 2015

Zum zweiten Mal seit seiner Gründung wurde letzte Woche der Green Alley Award in Berlin vergeben. Circular Economy als Wirtschaftsmotor war das zentrale Thema des Awards, zu dessen Finale insgesamt sechs Startups aus ganz Europa ihre grünen Geschäftsideen vorgestellt haben. Die einzelnen Finalisten, die es aus 100 Bewerbungen ins Finale geschafft haben, konnten wir Ihnen bereits an anderer Stelle vorgestellen. Wir waren natürlich mit vor Ort und wollen eine kurze Rückschau auf das Event geben, das in vielerlei Hinsicht spannend war.

Speed-Dating und Mentoren-Gespräche

Der Tag sollte für die Finalisten-Startups ganz im Zeichen des Netzwerkens stehen, so dass alle Finalisten möglichst viel Inspiration, Input, Tipps und Austausch mit nach Hause nehmen konnten. Angefangen mit einem Speed-Dating, bei dem sich die Startups gegenseitig kennenlernen und austauschen konnten, gab es für die Teams am Nachmittag Workshops zu den unterschiedlichen Wegen der Finanzierung. Außerdem spannend für die Gründer: Die Mentoren-Gespräche mit Experten zu den unterschiedlichsten Bereichen – Gründer trafen auf Gründer, Finanz-Profis, Kommunikateure und Visionäre um gemeinsam an der eigenen Geschäftsidee zu feilen.

Green Alley Award Mentoren-Gespräch mit Tom Szaky

Green Alley Award Mentoren-Gespräch

And the Winner is

Der Green Alley Award soll dazu anregen, den Umgang mit Abfall zu hinterfragen und Ressourcen zu schonen. Dieses Jahr hatten sich 100 Startups aus 17 verschiedenen Ländern für den Green Alley Award beworben. Die Abendveranstaltung wurde schließlich eröffnet durch eine Keynote von Tom Szaky, Gründer und CEO des amerikanischen Unternehmens TerraCycle. Er hielt eine für alle Anwesenden inspirierende Rede über den Umgang mit Abfall, über das Gründen und das Selbstverständnis junger Gründer mit innovativen Ideen. Seine Botschaft an die Startups: „It’s all about purpose and commitment – and the rest will follow.“ Zusätzlich hatten die Startups die Möglichkeit, sich Tipps und Anregungen von den anwesenden Talkgästen, den erfolgreichen Jungunternehmern Waldemar Zeiler von Einhorn, Miquel Ballester von Fairphone und Christoph Müller-Dechent von FoodLoop, einzuholen.

Terracycle Gründer Tom Szaky

Tom Szaky, Gründer und CEO von TerraCycle

Green Alley Award Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion mit den Startups Fairphone, Nextcycle, Foodloop und Einhorn

Der spannendeste Teil des Abends waren aber sicherlich die Live-Pitches der Teams: Nur drei Minuten hatten sie Zeit, die Experten-Jury von ihrer nachhaltigen Idee zu überzeugen. Zu den Finalisten des diesjährigen Green Alley Awards gehörten das britische Startup Entocycle, das Tierfutter aus den Bioabfall fressenden Larven der Soldatenfliegen herstellen möchte, Votechnik aus Irland mit einer Technologie für das umweltschonende und automatisierte Recycling von LCD Bildschirmen sowie das Dresdner Startup Binee mit einer smarten Abfalltonne für elektronische Geräte. In die letzte Runde des Awards haben es zudem auch das Berliner Startup Infarm mit vertikalen Gewächshäusern für den nachhaltigen und lokalen Anbau von Lebensmitteln sowie der Design-Tisch aus ausgedienten Solarmodulen des Singener Unternehmens Solstrøm geschafft.

Am Ende war es ein knappes Rennen, doch das Londoner Startup Adaptavate konnte sich durchsetzen und ist damit Preisträger des diesjährigen Green Alley Awards. Herzlichen Glückwunsch an die Gründer! 

Green Alley Award Adaptavate Gewinner

Das Gewinner-Team von Adaptavate

Finalisten und Gewinner des Green Alley Awards 2015

Die Finalisten des Green Alley Awards 2015

Adaptavate hat die Idee, herkömmliche Wandverkleidung aus Gips durch atmungsaktive und recyclebare Platten zu ersetzen. Mit diesem Ansatz konnte das Startup die Jury überzeugen. Ihr Produkt „Breathaboard“ wird zu 75 % aus Getreideabfällen der Landwirtschaft hergestellt und ist vollständig kompostierbar. Adaptavate erhält mit dem Award Geld- und Sachleistungen im Wert von bis zu 20.000 Euro, darunter sechs Monate freien Co-Workingspace in der Startup City Berlin, wo das Startup die Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Gründern der Branche bekommt.

„Das smarte Produkt hat uns mit seinen Vorteilen gegenüber herkömmlichen Baustoffen überzeugt: Breathaboard wird größtenteils aus einem natürlichen Abfallprodukt hergestellt, verbraucht weniger Ressourcen und lässt sich durch die Kompostierbarkeit leichter entsorgen. Zudem fördert seine atmungsaktive Eigenschaft das Raumklima“, sagt Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer der Green Alley Investment GmbH und Jurymitglied.

Green Alley Award Abendveranstaltung

Nach der Verleihung: Get-together und Netzwerken

Wir freuen uns sehr, auch den diesjährigen Award gemeinsam mit Green Alley und den Partnern Bethnal Green Ventures und der European Recycling Platform ERP ausgerichtet zu haben. Er zeigt, wie viel Potential in jungen Gründern und Unternehmen steckt, nachhaltig wie wirtschaftlich eine wichtige Rolle zu spielen. Umso wichtiger ist es, solche Ideen auf den Weg zu bringen.