„Wir scheinen wirklich den Painkiller für eine gesamte Branche entwickelt zu haben“ – Smartview360 ein Jahr nach dem Funding

„Goodbye Zettelwirtschaft“, verkündet Smartview360 auf seiner Website. Mit seiner App-basierten Lösung für den digitalen Vertrieb in der Mode-Branche konnte das Startup vor gut einem Jahr die Crowd überzeugen – jetzt berichtet der CEO von aktuellen Erfolgen und neuen Kunden. 

Dass ein B2B-Thema von den Investoren so positiv aufgenommen wird, wie es bei Smartview360 der Fall war, hat wieder einmal gezeigt, dass nicht allein B2C-Produkte und -Dienstleistungen für ein Crowdfunding geeignet sind. Seit dem vergangenen September konnte das Team um CEO und Gründer Lars Immega vor allem neue Kunden überzeugen und gewinnen. Wir haben daher nachgefragt, wie der Status Quo bei Smartview360 aussieht.

 

Seedmatch: Hallo Lars! Schön, dass du kurz Zeit gefunden hast, um uns ein paar Fragen zum Status Quo bei Smartview360 zu beantworten. Vor einigen Wochen fand die Berlin Fashion Week statt – sicher seid ihr vor Ort gewesen!?

Lars Immega, CEO von Smartview 360Lars Immega: Die Fashion Week ist für uns aus Vertriebssicht optimal, hunderte von Brands der internationalen Modeszene sind für eine Woche in Berlin. Wir können hier einfach und schnell neue Kontakte knüpfen, ad hoc präsentieren und konnten sogar zwei Direktaufträge generieren. Erstmals gab es in Berlin ein spezielles „#FashionTech“-Event, wo die Branche sich über technische Innovationen und Trends informiert.

Dort haben wir uns vorgestellt und eventuell können wir bei der nächsten Berlin Fashion Week im Januar 2016 dort unsere Lösungen präsentieren.

Smartview360 auf der FashionTech Berlin 2015

 

Seedmatch: In zwei, drei Sätzen für alle, die euer Konzept noch nicht kennen: Was ermöglicht Smartview360 seinen Kunden und welche Vorteile haben sie durch euer Produkt?

Lars Immega: Smartview360 liefert Unternehmen digitale Vertriebslösungen mit denen Vertriebsprozesse verschlankt, die Kommunikation mit den Produzenten verbessert und teure Papierkataloge und Produktmuster durch unser OrderBook mit optionalen Hyper CGIs (fotorealistische 3D Muster) ersetzt werden können.

Die jährlichen Musterkosten liegen bei Brands oft zwischen 500.000 Euro und 1.000.000 Euro. Mit der Reduktion der realen Muster auf eine Farbvariante für die Haptik, denn man muss ja nicht jede Farbe anfassen, lassen sich bis zu 75% der Musterkosten einsparen. Zeitgleich erhöhen wir unseren Umsatz pro Brand um 400%, wenn wir digitale Kollektionen erstellen.

Das OrderBook von Smartview360

 

Seedmatch: Wie ist die Resonanz auf ein solches Angebot in der Mode-Branche? Was ist das besondere an eurem Geschäftsmodell?

Lars Immega: Die Resonanz ist national wie international sehr positiv. Wir haben gerade einen weiteren Marktführer aus USA als Kunden gewonnen und scheinen wirklich den Painkiller für eine gesamte Branche entwickelt zu haben. Das wurde auch durch die Universität Liechtenstein bestätigt, die uns laut ihrer Studie zu dem Thema „Einfluss des Geschäftsmodells auf den Internationalisierungserfolg“ zu den „Born Globals“ zählt, einem Unternehmen, welches sich bereits in der Gründungsphase durch einen besonders erfolgreichen Internationalisierungsprozess auszeichnet – in der Praxis ein sehr seltener Fall!

 

Seedmatch: Über welche Erfolge freut ihr euch derzeit am meisten? Welche Kunden nutzen euer Produkt?

Lars Immega: Wir freuen uns natürlich über jeden neuen Kunden. Besonders haben wir uns aktuell über Arqueonautas und H.I.S. Jeans gefreut, die 100% zur Otto Group gehören. Aus dieser Zusammenarbeit könnten sich noch einige Folgegeschäfte entwickeln.

 

Seedmatch: Euer Produkt ist für den B2B-Bereich – ist es euch schwer gefallen, die Investoren trotzdem davon zu überzeugen?

Lars Immega: B2B-Projekte sind bestimmt etwas erklärungsbedürftiger, aber dafür ist das Crowdfunding-Video eine gute Möglichkeit. Wir haben das bei uns mit den geführten Interviews gut umgesetzt. Dadurch wurde das Problem der Branche sehr deutlich und die Investoren konnten den Nutzen unseres Produktes nachvollziehen.

 

Seedmatch: Welche Projekte oder Baustellen habt ihr mit dem Kapital aus dem Crowdfunding realisiert? Gab es daneben auch weitere Effekte, die über den monetären Aspekt hinausgehen?

Lars Immega: Wir haben die neue OrderBook-Version fertiggestellt, als iPad- und auch als Browser-Version. Damit konnten wir bereits einige internationale Top Brands, z. B. aktuell SeidenstickerJacques Britt und Ariat, begeistern und als Kunden gewinnen. Unsere Crowd unterstützt uns nicht nur mit positiven Feedback, sondern stellt sogar Kontakte zu potentiellen Kunden und Märkten her, bietet teilweise Kooperationen oder Mitarbeit an. Aktuell wurden wir von T-Systems Multimedia Solutions angesprochen, die über unser erfolgreiches Crowdfunding auf uns aufmerksam geworden ist. T-Systems Multimedia Solutions ist von den digitalen Lösungen begeistert und würde diese gerne deren Kunden anbieten.

 

Seedmatch: Wie schätzt du euren weiteren Erfolg ein? Welche Meilensteine peilt ihr in naher Zukunft an, worauf können sich eure Investoren freuen?

Lars Immega: Sehr positiv, denn die Nachfrage steigt stetig und jeder neue Kunde macht indirekt Werbung für uns. Viral verbreiten sich unsere Lösungen somit nicht nur durch eigene Marketing Maßnahmen, sondern auch durch die jeweiligen Markenvertreter. Wir müssen nun die nötige Struktur schaffen, die richtigen Tools installieren und das Team weiter aufbauen.

 

Seedmatch: Lars, vielen Dank für das Gespräch!