Zuwachs im Dealflow: Unser neuer Seedkopf Johannes Ranscht im Gespräch

Ein neuer Kollege im Büro, den wir herzlich willkommen heißen wollen: Johannes Ranscht ist seit kurzem bei uns und soll nun auch der Crowd vorgestellt werden. Im Gespräch erfahren Sie, welchen Weg Johannes bisher genommen hat und mit welcher Motivation er seine zukünftigen Aufgaben angeht.

 

Seedmatch: Hallo Johannes! Schön, dass wir dich in unserem Team begrüßen dürfen! Stell dich doch bitte kurz vor: Woher kommst du, wie bist du zu Seedmatch gekommen und welche Aufgaben wirst du bei uns angehen?

Johannes Ranscht: Hallo zusammen. Ich bin ab sofort zur Unterstützung des Dealflow-Teams mit an Bord. Dabei werde ich versuchen die besten Ideen und erfolgsversprechendsten Startups am Markt zu identifizieren, um diese anschließend für die Präsentation auf unserer Plattform optimal zu unterstützen.

Ich bin vor etwa fünf Jahren nach Dresden gekommen und bin hier mittlerweile recht gut verwurzelt. Zuvor habe ich Betriebswirtschaft in Halle/Saale studiert und konnte bereits erste Startup-Erfahrungen durch die Gründung eines eigenen Unternehmens sammeln.

Im Sommer 2012 habe ich mit zwei Partnern die eumila GmbH, eine Handelsplattform für die Milchindustrie, gegründet. Seither beschäftige ich mich intensiv mit der Gründer- und Startup-Szene – anfangs noch aus Mangel an eigener Erfahrung, später zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Auf einer dieser Veranstaltungen ist letztendlich auch der Kontakt zu Seedmatch gewachsen.

Johannes

 

Seedmatch: Du hast also selbst bereits gegründet und weißt somit aus erster Hand, welche Hürden für Gründer und Startups zu nehmen sind. Welche Erfahrung nimmst du konkret mit in deinen neuen Arbeitsalltag bei Seedmatch?

Johannes Ranscht:  Eine der größten Hürden für junge Unternehmen ist natürlich die Kapitalbeschaffung. Gerade in der Startup-Phase ist es schwierig an finanzielle Unterstützung zu gelangen. „Bootstrapping“ und Unterstützung durch „Family and Friends“ helfen anfangs zwar weiter, man gelangt aber früher oder später an einen Punkt, wo fehlendes Kapital die Entwicklung hemmt und man sich auf die Suche nach neuem Kapital begeben muss.

Banken sind in diesem Stadium keine Option und den Weg über Venture Capital möchte man vielleicht nicht gehen. Hier kann Crowdfunding eine zusätzliche Möglichkeit bieten, indem man sich an die Crowdinvestoren wendet und gleichzeitig von deren Erfahrungen profitiert.

 

Seedmatch: Vor kurzem wurde bei Seedmatch die Marke von 20 Millionen Euro für Startups geknackt – was macht für dich ein Crowdfunding gegenüber anderen Finanzierungsmöglichkeiten aus und welches Potenzial siehst du?

Johannes Ranscht: Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren in Deutschland zu einer festen Größe etabliert. Das Potential ist aber bei Weitem noch nicht erschöpft. Allein der Blick über den Tellerrand in die USA oder aber auch nach Großbritannien zeigt, dass noch Luft nach oben ist. Selbst in meinem eigenen Freundeskreis gibt es viele Personen, welche noch nicht viel von Crowdfunding gehört haben und welchen ich das Modell von Grund auf erklären muss.

Die Vorteile von Crowdfunding liegen auf der Hand: Sowohl Startup als auch Investor können voneinander profitieren und den Erfolg von innovativen Geschäftsmodellen vorantreiben. Auf Startup-Seite muss man natürlich die Crowd wollen, mit Ihr interagieren und Kontakte pflegen. Die Investoren eines Startup geben dafür ihr Kapital, werden zu Multiplikatoren und geben wichtiges Feedback, welches gerade in der Anfangsphase enorm viel wert sein kann.

 

Seedmatch: Die 70 über unsere Plattform finanzierten Startups kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, was für die Investoren wichtig ist, um ihr Risiko mittels eines möglichst breiten Portfolios zu diversifizieren. Welches Startup konnte dich als „Fan“ gewinnen und worauf legst du bei der Startup-Analyse besonderen Wert?

Johannes Ranscht: Mich müssen bei einem Startup neben dem eigentlichen Konzept vor allem die Gründer überzeugen. Gerade bei einem Startup wird am Anfang nicht alles rund laufen, ständig müssen hier und da einige Schrauben justiert werden. Mit der richtigen Einstellung und dem gewissen „entrepreneurial spirit“ stellt man die Weichen aber immer wieder auf Erfolg. Aus eigener Erfahrung weiß ich ein gut funktionierendes, interdiszipläres Team zu schätzen.

CLASSIQS, der Marktplatz für Kunst und Antiquitäten, ist ein gutes Beispiel für ein gut aufgestelltes Team. Da ich privat auch selber antike Möbel gegenüber neuen Möbeln bevorzuge und das eine oder andere Stück bei einem Antiquitätenhändler gekauft habe, finde ich auch das Konzept von CLASSIQS sehr interessant. Hier passt alles zusammen: ambitionierte Gründer, starke Mentoren, nachvollziehbarer Usecase und eine gründliche, strategische Planung.

 

Seedmatch: Zu guter Letzt: Bei welchem Startup abseits von Seedmatch wärst du gern Shareholder? Welche Branche reizt dich besonders?

Johannes Ranscht: Ganz klar bei Lovoo, der Flirt-App. Ich habe die App 2012 entdeckt und gleich einigen Freunden empfohlen; in Sachen Usability und Geschäftsmodell war ich sofort fasziniert. Lovoo war damals ein Game Changer, der den alteingesessenen Partnernetzwerken den Rang ablaufen wollte und heute mit Millionen von Nutzern aufwarten kann. Ich bin begeistert, was die Jungs aus Dresden innerhalb weniger Jahre trotz größtem internationalen Wettbewerb auf die Beine gestellt haben und ich bin mir sicher, dass das noch nicht alles war.

Unabhängig davon, betrachte ich die FinTech-Branche gerade mit großem Interesse. Hier ist der Wettbewerb aktuell sehr groß und es wird sich in den nächsten ein, zwei Jahren für die Konsumenten eine Menge verändern – beispielsweise bargeldloses Bezahlen per Smartphone. Vielleicht kann sich neben den großen Anbietern langfristig auch das eine oder andere Startup behaupten.

 

Seedmatch: Johannes, danke für deine Zeit und viel Spaß mit deinen neuen Aufgaben!