Ausgezeichnete Innovationen – Die Gewinner des Green Alley Award 2014

Am 30. September 2014 wurde erstmals der Green Alley Award verliehen. Er war Preis des von Green Alley und Seedmatch initiierten Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!“. Von über 70 Bewerbungen wurden am Ende sieben Startups zum finalen Live-Pitch nach Berlin geladen. Drei Startups der Green Economy wurden schließlich für ihre Geschäftsideen mit dem Green Alley Award ausgezeichnet. Durch diesen Preis sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen und nachhaltige Ideen entwickeln, diesen zu begegnen.

 

And the Winner is

Die drei Gewinner haben im Live-Pitch ihre Idee einer Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gründerszene vorgestellt. Ausschlaggebende Kriterien für die Bewertung der Gewinnerideen des Green Alley Awards waren auf der einen Seite der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert, den die Idee für die Gesellschaft und den Verbraucher hat. Diese drei Startups konnten die Jury überzeugen:

RePackRePack
Die finnischen Designer von RePack haben ein Mehrwegsystem für den Online-Handel entwickelt, mit dem die wiederverwendbaren Verpackungen bequem vom Verbraucher zurückgeschickt werden können. Als Anreiz erhält der Kunde einen Warengutschein, den er bei seinem Einkauf im Online-Store einlösen kann. Jurymitglied, Gründer und Geschäftsführer von Seedmatch, Jens-Uwe Sauer, war begeistert von der Idee: „Dies ist eine absolut überfällige Innovation. Der Online-Handel boomt, dementsprechend wächst auch die Menge an Verpackungsmaterial. Das Gründerteam aus Finnland bringt eine Lösung für ein internationales Problem nach Berlin.“ Von Textilien bis hin zu Möbeln können verschiedenste Produkte in den wiederverwendbaren Verpackungen von RePack versandt werden.

FoodLoopFoodLoop
Die Motivation von FoodLoop Gründer Christoph Müller-Dechent war es, die tägliche Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu reduzieren. Laut FoodLoop werden jeden Tag pro Supermarktfiliale zwei volle Einkaufswagen voller Lebensmittel weggeworfen, die noch Monate haltbar wären. Das erst im April 2014 gegründete Startup hat eine App entwickelt, mit der Produkte kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums vom Handel preisreduziert angeboten und vom Verbraucher ausfindig gemacht werden können. Laut Jury ist die App eine einfache Idee mit großer Wirkung.

GreenLab BerlinGreenLab Berlin
Am aktuellen Bio- und Vegan-Trend setzen die zwei Agrarwissenschaftlerinnen von GreenLab Berlin mit ihrem biologischen Dünger aus Lebensmittelabfällen an, den sie aus Kakaoschalen der Bio-Schokoladenproduktion entwickeln. Mit seinem Dünger, der nach Schokolade duftet, will das Team zeigen, dass biologische Kleingärtner keine Spießer sind, sondern neue Maßstäbe beim Urban Gardening setzen. Die Jury überzeugten sie durch das clevere Geschäftskonzept und durch ihren souveränen Umgang mit den kritischen Fragen zu Finanzierung, Wettbewerbern und Alleinstellungsmerkmalen. Laut GreenLab Berlin ist das Produkt der erste und einzige vegane Dünger, der derzeit im Handel erhältlich ist.

 

Doch was bedeutet der Award für die Gewinner?

Das haben wir die drei im Kurzinterview gefragt:

 

Seedmatch: Was bedeutet es für Euch, den Green Alley Award 2014 gewonnen zu haben?

FoodLoop: Der Auszeichnung mit dem Green Alley Award 2014 bedeutet uns von FoodLoop die Herstellung zu wichtigen Netzwerkpartnern wie potentiellen Kunden, Investoren und strategischen Partnern. Außerdem ist es ein schönes Gefühl der Anerkennung – und mediale Aufmerksamkeit für die innovative FoodLoop Plattform zu erhalten. Zusätzlich ist das Preisgeld hierbei natürlich ein respektables Mitgift, um unsere Firma zum nächsten Meilenstein zu führen: der flächendeckenden Nutzung unserer Services.

GreenLab Berlin: Es ist uns eine große Ehre diesen Preis gewonnen zu haben. Wir freuen uns wirklich sehr über diese Auszeichnung und die damit verbundene Anerkennung unserer Geschäftsidee.

RePack: Wir glauben, dass RePack für den Deutschen Markt perfekt ist. E-Commerce ist hier weit verbreitet. Der Gewinn des Green Alley Awards stell für uns einen Startpunkt dar. Wir können nun zurückgreifen auf ein unterstützendes Netzwerk – und das in Europas Startup Hotspot Berlin.

 

Seedmatch: Welchen Stellenwert haben solche Initiativen eurer Ansicht nach für Startups und Gründer?

GreenLab Berlin: Definitiv einen hohen Stellenwert, denn es sind genau solche Initiativen und Ausschreibungen, die es einem Startup ermöglichen, Aufmerksamkeit zu erregen – im positiven Sinne! Damit verbunden ist auch der Effekt die Geschäftsidee einem größeren Publikum bekannt machen zu können.

FoodLoop BananenFoodLoop: Auszeichnungen und allein die Teilnahme an Wettbewerben haben unseres Erachtens einen unentbehrlich hohen Stellwert und Lerneffekt für alle Jungunternehmer: Auszeichnungen bestätigen einerseits, gerade zum Anfang einer Idee, dass zumindest ein gewisser Kreis an Unterstützern die Idee und den Innovationsgrad gut heißen. Es gibt den sogenannten „Mom-Test“, der besagt, das vor allem Mütter Ihren Kindern vorgauckeln, alles was Sie machen, sei toll, nur um sich selbstbewußt zu entwickeln. Auf Wettbewerben bekommt man im Gegensatz reelles Feedback von Experten und unterzieht seine Idee einem Realitätscheck. Wenn eine erfolgversprechende Idee wie FoodLoop mit einem kompetenten Team und einer verständlichen, emotionalen und einprägsamen Präsentation auftrumpft, gewinnt man letztendlich auch Wettbewerbe. Dies wiederum gibt mediale Sichtbarkeit, fördert Netzwerke, drückt sich in Glaubhaftigkeit und Vertrauen gegenüber potenziellen Kunden aus und ab und an gibt es das ein oder andere Preisgeld zu gewinnen, um das Unternehmen nach vorne zu bringen. Persönlich haben wir Spaß dabei, FoodLoop mit der Welt zu teilen. Einen Pitch kann man nicht oft genug üben. Und wer erfolgreich sein will, muss nicht nur üben, sondern auch hart und smart arbeiten!

RePack: Wettbewerbe, wie diese, geben einem Unternehmen durch die Bewertung von Externen eine besondere Glaubwürdigkeit. Die Teilnahme an solchen Wettbewerben erhöht zum einen den Bekanntheitsgrad – als Gewinner aus einem solchen Wettbewerb zu gehen erhöht natürlich auch unsere eigene Glaubwürdigkeit und unterstützt den Glauben an die eigene Idee.

 

Seedmatch: Was würdet Ihr anderen Gründern und Startups als Mutmachertipp mit auf den Weg geben?

RePack ProdukteRePack: Geht vor die Tür und sucht den Kontakt zu euren Kunden. Verschwendet keine Zeit in der Entwiclung von etwas, von dem ihr glaubt, dass es funktioniert. Geht in den Dialog mit euren Kunden und fragt sie, ob ihr auf dem richtigen Weg seid. Sie werden es euch sagen.

GreenLab Berlin: Nicht bei den ersten Schwierigkeiten aufzugeben, sondern durchzuhalten, sich immer wieder neu zu motivieren – im Team am besten gegenseitig. Nach der anfänglichen motivierten Euphorie tritt man irgendwann in eine Phase der organisierten Motivation über und diesen Switch muss man überstehen, sowohl als Unternehmen sowie vor allem auch als Team.

FoodLoop: Um den Stress einer Firmengründung auf sich zu nehmen benötigt man offenbar ein „gesundes Selbstbewusstsein“. Jedenfalls muss als Gründer die eigene Idee als so erfolgversprechend erachten, dass er damit das unternehmerische Abenteuer wagt. Hinzu kommen oft schnippische Bemerkungen aus dem Freundeskreis. „Fast abgelaufene Lebensmittel über Apps vermarkten die an Supermärkte anschließen? Funktioniert sowieso nicht!“, musste sich Christoph am Anfang anhören. Mit Sicherheit ist gelegentliche Respektlosigkeit ein Beiprodukt dafür, dass man am Anfang mit seiner Geschäftsidee auf erhebliche Widerstände stößt. Glaubt an eure Ideen, lasst objektives Feedback zur Weiterentwicklung jedoch zu und hört zu.

 

Seedmatch: Wie geht es jetzt bei Euch weiter?

FoodLoop: Die Ziele sind sehr ambitioniert: Denn die Vision ist, dass bis 2020 alle Supermärkte der Welt mit FoodLoop ausgestattet sind, alle Stakeholder gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen, ihr ineffizientes Chargenmanagement optimieren und authentisches Marketing betreiben. Dafür gibt es auch eine Lösung, nämlich eine schon bestehende, strategische Unterstützung mit der SAP AG, dem weltweiten Marktführer von Warenwirtschaftssystemen. Bis dahin arbeiten wir unermüdlich an unserer Firma und bauen unser Produkt für den ganzen Markt aus, was schon jetzt durchaus positive Auswirkungen auf das Leben des Teams hat: Wir werfen weniger weg und überlegen uns vorher ganz genau, was wir einkaufen – und der erste Gang geht meist direkt zum Kühlregal dem Blick auf reduzierte Frischwaren. Veränderung im Kleinen. Verbraucher und Umwelt warten darauf.

GreenLab Berlin BlümchenfutterGreenLab Berlin: Wir freuen uns erst einmal über diesen tollen gewonnenen Preis und sind nun auf der Suche nach Investoren, da wir eine eigene Produktion aufbauen möchten, so dass der komplette Herstellungsprozess von „Blümchenfutter“ und „Pimp my Gärtchen“ in unseren eigenen Händen liegt.

RePack: Wir werden den deutschen Markt nach und nach erschließen: Wir haben begonnen, mit einer deutschen PR-Agentur zu arbeiten und nutzen jetzt das Netzwerk von Green Alley. Als nächsten Schritt werden wir mit deutschen Webstores zusammenarbeiten und so den Weg von RePack in den Markt vorbereiten.

 

Osram-Höfe Berlin

 

Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhielten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space in Berlin nebeneinander und miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten. Wir wünschen den Teams weiterhin viel Erfolg!