„Wir machen als erstes Unternehmen Same Day Delivery zu normalen Versandkosten möglich“ – Roman Heimbold über atalanda

Morgens beim Lieblingshändler in der Stadt telefonisch oder online bestellen, Abends nach Feierabend den Kurier mit der Bestellung vor der Tür haben – und das zu regulären Versandkosten. Das Konzept von atalanda ist mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht: Same Day Delivery wird neuer Standard. #WarumWarten ist daher passender Weise der Slogan des jungen Unternehmens. Kurz vor Fundingstart hat uns Roman Heimbold, Geschäftsführer von atalanda, im Interview Rede und Antwort gestanden.

 

Roman Heimbold, Geschäftsführer von atalandaSeedmatch: Hallo Roman, Euer Funding für atalanda startet diesen Donnerstag. Wie lange hast Du auf Deine letzte Online-Bestellung warten müssen?

Roman Heimbold: Meine Familie ist Amazon Prime Kunde, so dass wir in der Regel nur 24 Stunden warten müssen. Bei meinem letzten Smartphone wurde meine Geduld ganz schön auf die Probe gestellt, hier musste ich drei Tage warten, das war hart (lacht).

 

Seedmatch: Wie seid ihr auf die Idee zu atalanda gekommen? Und was bedeutet der Name?

Roman Heimbold: Die Idee kam ausgerechnet als Amazon angekündigt hat, in den Ballungszentren der USA neue Warenlager zu eröffnen, um noch am gleichen Tag liefern zu können. Da wurde mir eigentlich erst klar, dass die allermeisten Waren schon in der Stadt verfügbar waren, man muss sie „nur“ noch online sichtbar, bestellbar und lieferbar machen – und damit war die Idee geboren. Während der Umsetzung merkten wir, dass die Logistikkomponente von dieser Idee am meisten gefragt war – und darauf haben wir uns dann konzentriert.

Der Name stammt aus der griechischen Mythologie. Hier gibt es die Figur „Atalante“. Sie ist die schnellste Läuferin Griechenlands und von amazonenhafter Gestalt. Das bringt eigentlich sehr gut auf den Punkt, was wir tun.

 

Seedmatch: In Hamburg und Salzburg habt ihr Euer System schon getestet. Welche Learnings könnt ihr für das Roll-out in andere Städte übernehmen?

Roman Heimbold: Stimmt, wir haben das atalanda-Konzept fast ein Jahr lang in Salzburg und dann auch in Hamburg getestet und die Learnings sind enorm. Wir hätten nicht früher in anderen Städten starten können. Das betrifft die Auswahlkriterien der Kurierunternehmen, die Preisgestaltung, die Ansprache und Auswahl der Händler.

Kurier - atalanda

 

Seedmatch: Ihr arbeitet bislang mit Kurierdiensten vor Ort zusammen. Habt ihr Euch überlegt, eigene Kuriere einzusetzen?

Roman Heimbold: Unsere Strategie ist ganz klar, die bereits vorhandenen Gruppen einer Stadt zu verbinden: Kuriere, Händler und Kunden. Das hat auch ganz handfeste, wirtschaftliche Gründe. Wir können unsere Lieferungen sofort in vorhandene Transportflüsse integrieren und profitieren dadurch von unmittelbaren Skalierungseffekten. So vermeiden wir teure 1:1-Fahrten und machen als erstes Unternehmen Same Day Delivery (SDD) zu normalen Versandkosten möglich.

 

Seedmatch: Der stationäre Handel muss vermehrt mit Online-Angeboten mithalten. Euer Angebot bietet diesen Händlern eine neue Vertriebsmöglichkeit. Wie sind die Händler darauf vorbereitet? Müssen sie mehr Personal bereitstellen, um die Anfragen bedienen zu können?

Roman Heimbold: Die meisten Händler wissen, dass sich ziemlich schnell etwas ändern muss, um auf Dauer gegen den Online-Handel konkurrenzfähig zu bleiben. Viele sind gewissermaßen auch hilflos und darauf nicht vorbereitet. Wir holen den Händler dort ab, wo er sich gerade befindet. Im atalanda-System mitzumachen ist ganz einfach. Das Händlerprofil wird von uns angelegt und ob eine Bestellung vor Ort, telefonisch, per E-Mail oder Online eingeht, spielt für uns keine große Rolle.

Anfänglich werden die Händler kein weiteres Personal einstellen müssen. Unsere Hoffnung ist natürlich, dass das irgendwann dank der steigenden Umsätze notwendig wird.

atalanda - Same Day Delivery

 

Seedmatch: Euer Erfolg hängt auch davon ab, wie aktiv die Händler vor Ort sind. Wie sind da die Erfahrungen aus Hamburg und Salzburg?

Roman Heimbold: Wir können hier eine direkte Relation zwischen aktivem Marketing und Verkaufszahlen sehen. Ein Händler, der den atalanda-Service aktiv in seine tägliche Kommunikation gegenüber dem Kunden einbezieht, kann sich über ein höheres Lieferaufkommen freuen. Die besten Botschafter sind die Mitarbeiter in den Filialen, die atalanda auch selbst privat nutzen.

 

Seedmatch: Ihr prognostiziert, dass sich der Markt enorm entwickeln und SDD zum neuen Standard wird. Bewegt ihr euch mit der Idee bislang alleine in dem Bereich, oder gibt es bereits Wettbewerber, die ähnlich preisgünstig SDD anbieten? Wenn ja, was habt ihr ihnen voraus?

Roman Heimbold: Am Anfang unserer Idee wollten wir uns ja nur um das Händlerverzeichnis bzw. einen lokalen Marktplatz kümmern und die Logistik externen Partnern übertragen. Nach Gesprächen mit potentiellen Dienstleistern mussten wir jedoch feststellen, dass die Preise viel zu hoch und die Abläufe zu unflexibel waren. Wir standen damals vor der Wahl, das Projekt aufzugeben oder die Logistik selbst zu organisieren. Das war der Grundstein für das heutige atalanda-System.

Mittlerweile gibt es noch zwei wahrnehmbare Startups, die sich dem Thema Same Day Delivery verschrieben haben. Mit unserer skalierenden Abendlieferungen sind wir jedoch mit Abstand die günstigsten. Der nächste Anbieter ist um fast 40% teurer als atalanda. Wobei man hier fairerweise sagen muss, dass der Preis des Konkurrenten auch für Sofortlieferungen gilt.

Grundsätzlich denke ich, dass der Markt groß genug für drei Big Player sein wird, wie man es auch im Paketgeschäft beobachten kann. Eine gesunde Marktsituation hilft Same Day Delivery, sich erfolgreich deutschlandweit zu entwickeln.
atalanda #WarumWarten

 

Seedmatch: Was genau soll mit dem eingesammelten Geld passieren?

Roman Heimbold: Uns war es sehr wichtig ein Produkt vorzustellen, das eine gewisse Reife besitzt und den Proof of Concept erbracht hat. Deshalb haben wir in atalanda bereits über 2.000 Personentage investiert. Mit dem Geld der Crowd wollen wir nun bis Jahresende 15 weitere Städte neben Hamburg, Salzburg, Frankfurt, Wien und Stuttgart erschließen. Dieses Ziel wollen wir bereits mit dem Erreichen der Fundingschwelle angehen. Mit den nächsten Fundingstufen werden wir unsere Vertriebspower entsprechend erhöhen.

 

Seedmatch: Wie geht ihr vor, um andere Städte zu erschließen und weitere Händler für Euch zu gewinnen? Seid ihr schon in Gesprächen mit Händlern vor Ort?

Roman Heimbold: Der erste Schritt in eine neue Stadt ist die Integration eines zuverlässigen und kompetenten, lokalen Kurierunternehmens. Hier gehen wir keine Kompromisse ein und warten notfalls mit der Einführung von SDD in dieser Stadt, bis wir den richtigen Partner gefunden haben.

Bei den Händlern unterscheiden wir zwischen lokalen Einzelhändlern und Filialisten. Große Einzelhandelsketten kontaktieren wir proaktiv. Engagierte Einzelhändler kommen vereinzelt bereits auf uns zu. In Zukunft werden wir auch mit Multiplikatoren wie Werbe- und Interessensgemeinschaften den Zusammenschluss suchen.

Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn die Mitglieder der Crowd ihre lokalen Händler über atalanda informieren und damit auch die neue Freiheit durch Same Day Delivery erfahren können.

 

Seedmatch: Vielen Dank für das Interview, Roman. Wir wünschen euch viel Erfolg und einen tollen Fundingstart! 

 

Das Team von atalanda ist ab sofort auf einer Roadshow unterwegs: Vom 06.10. – 28.10.2014 werden verschiedene Städte besucht, um vor Ort alle Fragen rund um die Themen Same Day Delivery und atalanda zu beantworten. Das Startup freut sich über interessierte Besucher.

Roadshow von atalanda