„Einige Kunden sparen mit unserem Produkt heute schon Beträge im 5-stelligen Bereich“ – Lars Immega über Smartview360

Vor 10 Tagen ist das Funding des Hamburger Startup Smartview360 gestartet. Das Team rund um Gründer und Geschäftsführer Lars Immega bietet mit seinem „orderBook“ eine innovative, digitale Vertriebslösung für die Mode-Industrie an, die sowohl die Präsentation von Musterkollektionen, als auch Bestellvorgänge vereinfacht und optimiert. Im Interview gehen wir gemeinsam mit Lars nochmal auf die Kernpunkte seiner Geschäftsidee ein.

 

Seedmatch: Hallo Lars, Euer Funding für Smartview360 ist vorletzten Donnerstag gestartet. Wie zufrieden bist Du mit dem derzeitigen Verlauf?

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Lars Immega: Wir sind überwältigt, damit hätten wir nicht gerechnet! Unsere Lösung ist nicht in zwei Sätzen erklärt und wir selber haben B2B-Themen eher als schwer verdaulich für die Crowd eingeschätzt.

 

Seedmatch: Wie kam es initial zur Idee des orderBooks?

Lars Immega: Wir konnten feststellen, dass die Bereitschaft der Einkäufer, zur Order auf Messen oder den Showrooms zu reisen, stark stagniert. Vorhandene online Lösungen boten bislang keine annehmbare Alternative. Wir haben das Potential erkannt und unsere Erfahrungen und nötigen Features aus dem Offline-Handel digitalisiert und intuitiv auf das iPad gebracht.

 

Seedmatch: Ihr habt schon Kunden, die das orderBook bereits erfolgreich verwenden. Kannst Du einschätzen, wie viele Kosten sie durch die Optimierung einsparen?

Lars Immega: Einige Kunden sparen mit unserem Produkt heute schon Beträge im 5-stelligen Bereich – das ist eine Menge Holz. Ein Label prüft gerade auf 100% der Produktmuster zu verzichten und komplett auf die 3D-(CGI)-Darstellung von Smartview360 umzusteigen. Nicht nur um Kosten einzusparen, sondern weil es die gesamte Prozesskette und insbesondere die Kommunikation mit den Lieferanten deutlich verbessert. Die sinkende Zahl der zu produzierenden Muster hat somit auch positive Auswirkungen auf Ressourcen, Transport und damit auch auf die Umwelt.

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Seedmatch: Wie sah Dein Weg in die Modebranche aus und wann kamst Du zum ersten Mal auf den Gedanken, dass die Vertriebsprozesse hinter der Zeit liegen?

Lars Immega: 2009 bekam ich die Gelegenheit durch die Übernahme der Geschäftsführung einer Hamburger Agentur, die große Labels vertrat, mir intensiv die Vertriebsprozesse anzuschauen. Meine ersten Eindrücke über die Branche: sehr liebenswert, aber auch absolut chaotisch. Genau das hat mich gereizt. Als dann 2010 das iPad auf dem Markt kam, ahnte ich, das kann und wird vieles verändern und verbessern – denn im Gegensatz beispielsweise zur Automobilbranche hängt die Fashionbranche neuen Technologien einige Jahre hinterher.

 

Seedmatch: Warum, glaubst Du, ist der Einzel- und Großhandel im Modebereich an dieser Stelle so rückständig?

Lars Immega: Es gab bisher keine brauchbaren Alternativen. Die bisherigen Verfahren zur digitalen Produktbilderstellung waren sehr kostenintensiv und für die Mode- und viele andere Branchen einfach nicht erschwinglich.

 

Seedmatch: Was genau soll mit dem eingesammelten Geld passieren?

Lars Immega: Wir wollen primär die Softwarentwicklung voranreiben und Ende des Jahres den ersten Messeauftritt realisieren.

 

Seedmatch: Bislang ist nur eine iOS App geplant? Wollt ihr künftig auch für Android entwickeln?

Lars Immega: Ja, da wir bereits konkrete Anfragen einiger großen Labels haben, die schon allein diesen Aufwand rechtfertigen.

 

Seedmatch: Es gibt ja bereits Anbieter im Markt, die ähnliche Lösungen anbieten. Was habt ihr Euren Wettbewerbern voraus?

Lars Immega: Wir haben den digitalen Showroom „gebaut“, der von der Praxis inspiriert wurde, wo die Kollektion vom Kunden aus Zeit- und Platzmangel auf dem Boden oder auf Tischen zu neuen Styles kombiniert werden. Dies ist für die Einkäufer enorm wichtig, um ein Gefühl für die Kollektion zu bekommen. Diese Herangehensweise haben wir jetzt mit unserem Showroom digitalisiert und können den Usern Funktionen bieten, die sie aus ihrem Arbeitsalltag kennen und brauchen. Wie man im Film sieht, werden die Styles, die auf dem Boden liegen, vom Kunden dann fotografiert, der die Bilder für seine Unterlagen braucht. Das ist kompliziert und aufwendig. Die Styles aus dem Showroom unseres orderBooks werden automatisch mit dem Auftrag versendet und das ist einer 1A Qualität.

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Andere Systeme haben alle das gleiche Problem: sie können nur das anbieten, was Sie zeigen können. Kaum ein Label ist in der Lage, zu Beginn der Ordersaison 100% der Produktbilder zu liefern. Mit unseren 3D-Verfahren, welches photorealistische 360° Bilder, auch ohne reales Muster darstellen kann, ändert sich dies. Somit sind wir die Einzigen die das gewährleisten können. Das wiederum weckt auch das Interesse für die Einkäufer auf unsere zukünftige B2B-Plattform, wo wir dann prozentual an den Umsätzen beteiligt sein werden.

 

Seedmatch: Warum sollten Investoren bei Euch investieren?

Lars Immega: Weil wir eine Lösung geschaffen haben, für einen riesigen internationalen Fashionmarkt, in dem wir erste sechsstellige Umsätze generiert haben, die aber national wie international auch für weitere Branchen interessant ist und somit ein riesiges Potential hat.

 

Seedmatch: Vielen Dank für das Interview, Lars. Wir wünschen euch viel Erfolg und sind gespannt, wie es bei euch weitergeht.