Startups in der Höhle der Löwen

Medien on- wie offline haben in den vergangenen Wochen bereits ausgiebig über das neue VOX TV-Format „Die Höhle der Löwen“ berichtet. Die Meinungen zur Sendung gingen bereits im Vorfeld auseinander – nachdem am Dienstag die erste von acht geplanten Folgen lief, können sich nun alle ein konkreteres Bild machen.

Auch wir von Seematch haben gespannt verfolgt, wie sich Gründer und Startups in die Höhle der Löwen wagten und den potentiellen Investoren ihr Geschäftsmodell präsentierten. Anders als in der Fabel von Äsop finden hier jedoch am Ende alle wieder aus der Höhle heraus – die einen mit Investment und Business Angel in der Tasche, die anderen ohne.

die_hoehle_der_loewen

 

Das Format ist, wie das amerikanische Vorbild „Shark Tank“ oder das britische Pendant „Dragon’s Den“ eine Unterhaltungsshow mit Casting-Charakter. Ein kurzer Blick in die Branchen-Diskussion über die erste Folge zeigt: Die einen vermissen eine realistische Pitch-Situation, die anderen suchen mehr Informationen und Insights zu Businessplänen und Kapitalbedarf. Andere stellen sogar zur Diskussion, ob die Sendung dem generellen Gründungsgedanken schade.

Die Diskussion über das Für und Wider der Show überlassen wir an dieser Stelle gerne anderen. Es versteht sich von selbst, dass in einer Unterhaltungsshow andere Maßstäbe gelten müssen als in üblichen Investoren-Pitches. Eine Vergleichbarkeit herzustellen ist daher kaum umsetzbar, wenn sie gleichzeitig massenkompatibel sein soll.

Wichtig ist an der Stelle, was die Show für die deutsche Startup-Szene bedeuten kann. Es passiert gerade das, worauf wir seit drei Jahren konstant hinarbeiten: Es gibt eine breite mediale Aufmerksamkeit für das Thema Startups in Deutschland. Unternehmensgründungen werden ins Rampenlicht gestellt und die Möglichkeit für Investitionen in Startups einer größeren Öffentlichkeit aufgezeigt. Die Sendung schafft somit ein Bewusstsein dafür, dass gute Ideen und Innovationen als Triebfeder wichtig sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Für die auftretenden Unternehmer kann die Präsentation in der Sendung nur positiv sein. Eine ähnlich breite Öffentlichkeit mit eigenen Mitteln zu erreichen, ist für Gründer und Startups kaum möglich. Aus PR- und Marketingsicht können sie dadurch maximal profitieren, selbst, wenn sie ohne Investment aus der Sendung gehen. Geschickt die eigenen Kanäle angestoßen, kann durch den Auftritt ein Ball ins Rollen geraten und interessante Gespräche und Aufträge mit sich bringen.

Auch myCleaner und erdbär, zwei Startups, die über Seedmatch finanziert wurden, werden in den kommenden Wochen in der Show zu sehen sein.

Für Slawa Kister von myCleaner stand bei der Bewerbung für die Show klar der Marketingeffekt im Vordergrund : „Wir fanden es ganz interessant im Fernsehen myCleaner zu pitchen, schließlich ist es eine perfekte Möglichkeit unseren Vor-Ort-Service und unsere Reinigungsmittel kostenlos zu präsentieren.“ Am Dienstag, den 26. August ist das Team von myCleaner mit in der Höhle und präsentiert seine Idee. Wir werden wieder gespannt zuschauen und die Daumen drücken, dass die TV-Löwen sich vom myCleaner-Konzept begeistern lassen. Denn immerhin hat das Team schon 250 Seedmatch-Löwen überzeugt.