Wichtiger Meilenstein für Riboxx: neues Patent in Europa erteilt

Das Funding für die Riboxx GmbH läuft nun seit zwei Wochen. Die Macher rund um das Medikament RIBOXXIM haben in der Zeit hart gearbeitet und können nun einen weiteren Erfolg auf dem Weg zur klinischen Testphase verkünden: Letzte Woche hat das Europäische Patentamt der Riboxx GmbH ein weiteres wichtiges Patent in Europa erteilt. Wir haben Geschäftsführer Dr. Jacques Rohayem zu den Patenten befragt:

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Seedmatch: Hallo Herr Rohayem, wir gratulieren Ihnen herzlich zu einem weiteren erteilten Patent. Erklären Sie uns kurz, warum Patente so wichtig sind?

Jacques Rohayem: Patente ermöglichen uns, bezogen auf die Technologie, ein Monopol bei der Generierung von Umsätzen. Anders ausgedrückt bedeutet es, dass wir die einzigen sind, die Geld mit der patentierten Technologie generieren können. Im Falle einer Verletzung des Patents können wir gegen Firmen, die diese Patente verletzen, gerichtlich vorgehen und unsere Rechte durchsetzen. Dieses Patent schützt uns vor Nachahmern – und zwar für einen Zeitraum von 20 Jahren ab Anmeldung.

 

Seedmatch: Konkret deckt das erteilte Patent ein Verfahren ab, das einen Hauptbestandteil von RIBOXXIM schützt. Wie wichtig ist dieses Patent für die Weiterentwicklung Ihres Wirkstoffes?

Jacques Rohayem: In der Tat ist das erteilte Patent sehr wichtig für die klinische Testung von RIBOXXIM. Eine der Voraussetzungen für die Genehmigung einer klinischen Testung durch die Behörde ist es, den Wirkstoff im Körper nach Verabreichung nachweisen zu können. Das erteilte Patent deckt ein Verfahren ab, das sogenannte STS, das uns genau das ermöglicht: Ribonukleinsäuren sind der Hauptbestandteil von RIBOXXIM, und diese sind mit dem STS-Verfahren nachweisbar. Damit sind die Voraussetzungen für die klinische Testung von RIBOXXIM gegeben.

 

Seedmatch: Welche anderen Patente wurden Ihnen bisher erteilt?

Jacques Rohayem: Es sind die Patente, die für die Herstellung von RIBOXXIM mit Hilfe des sogenannten TENPORA-Verfahrens relevant sind. Dieses Verfahren ist essentiell, denn RIBOXXIM ist heute nur mit Hilfe von TENPORA herstellbar. Wenn Nachahmer also einen vergleichbaren Wirkstoff wie RIBOXXIM verwenden wollen, ist es ihnen nicht möglich, ihn ohne das Verfahren herzustellen. Dieses Patent wurde durch drei erteilte Patentfamilien in Europa und Japan geschützt. Dazu kommt die Frage des Know-hows, das bei Riboxx exklusiv für die Herstellung von RIBOXXIM vorhanden ist.

 

Seedmatch: Steigt durch die Erteilung der Patente die Wahrscheinlichkeit einer Marktzulassung?

Jacques Rohayem: Auf jeden Fall –  aber indirekt, denn die Marktzulassung kann nur in Kooperation mit einem großen Pharmapartner stattfinden. Solche Pharmapartner achten jedoch sehr stark auf das Alleinstellungsmerkmal einer Technologie. Wenn wir sagen können, nicht nur RIBOXXIM ist durch Patente geschützt, sondern auch das Herstellungs- und das Nachweisverfahren (durch STS), dann ist das Paket vollständig. Dies wird Pharmapartner ermutigen den RIBOXXIM-Wirkstoff in Richtung Marktzulassung voranzutreiben.

 

Seedmatch: Ist die Gewinnung von Patenten erst für den Verkauf von Lizenzen wichtig oder auch schon für die klinische Testphase?

Jacques Rohayem: Die Gewinnung von Patenten sollte sehr früh in der Entwicklung eines Wirkstoffes erfolgen. Es gibt mehrere Gründe dafür. Der wichtigste Grund ist die Zeit. Ein Patent benötigt in der Regel vier bis fünf Jahre (im besten Fall), um in Europa erteilt zu werden. Das heißt, dass ab dem Moment, in dem Sie das Patent beim europäischen Patentamt angemeldet haben, Sie mit vier bis fünf Jahren rechnen müssen, um im besten Fall eine Erteilung zu erhalten. Dazu kommt die Frage der Lizenzen. Sie können in der Regel erst Lizenzgebühren mit signifikanten Einzahlungen erhalten, wenn das Patent soweit geprüft ist, dass mit einer Erteilung zu rechnen ist. Besser ist es natürlich wenn es erteilt ist. Deshalb sollte man Patente im Entwicklungsprozess so früh wie möglich anmelden.

 

Seedmatch: Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der Verkauf von Lizenzen, im Vergleich zum Verkauf des Medikaments?

Jacques Rohayem: Für eine Firma wie Riboxx, die als Geschäftsmodell die Entwicklung von Wirkstoffen hat, ist nur mit einem Verkauf von Lizenzen zu rechnen. Bei einem Verkauf von Medikamenten ist die Voraussetzung die Marktzulassung. Dies bedeutet ein anderes Geschäftsmodell, wie z. B. das Geschäftsmodell, das Pharmaunternehmen verfolgen. Allerdings ist im Falle eines Lizenzvertrages mit sogenannten Royalties eine Beteiligung der Entwickler (hier z. B. Riboxx) an dem Verkauf des Medikaments möglich. Dies erfolgt z. B. wenn die sogenannten Royalties einen Prozent vom Umsatz bilden. Dadurch bekommt der Lizenzgeber (hier z. B. Riboxx) eine Beteiligung am Verkauf des Medikaments. Dies ist in der Tat sehr lukrativ.

 

Seedmatch: Sind weitere Patente in Planung?

Jacques Rohayem: Riboxx ist ein Think Tank. Das bedeutet, dass wir Ideen generieren, die wiederum in Technologien umgewandelt werden. Diese Technologien werden patentiert und als Produkt entwickelt. Wir haben seit Gründung im Jahr 2009, vier bis fünf Patente im Jahr angemeldet. Wir werden diesen Rhythmus beibehalten.

 

Seedmatch: Wie geht es nun weiter bei Riboxx?

Jacques Rohayem: Uns steht die klinische Testung mit RIBOXXIM als erste Priorität bevor, dazu benötigen wir die Unterstützung der Crowd. Wir konnten bis jetzt 220 Investoren von der Innovation überzeugen und freuen uns auf weitere Unterstützung.

 

Seedmatch: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg für Ihr Funding!