„In den USA machen heute schon mehr Leute Hindernislauf als Marathon“ – KrassFit-CEO im Interview

Die mehrjährige Tätigkeit als McKinsey-Berater und in Management-Positionen von Startups hat dazu geführt, dass Jannis Bandorski und Matthias Ernst viel Zeit am Schreibtisch verbrachten. Zum Ausgleich waren die Beiden immer auf der Suche nach neuen sportlichen Herausforderungen: Kitesurfen, Triathlon, Hindernisläufe – alles, was den Körper an seine Grenzen bringt, war dabei.

Bei den gemeinsamen Trainingseinheiten haben sie Baumstämme, Klettergerüste, Mauern und steile Hänge nicht umlaufen, sondern absichtlich mit in die Route eingebunden – die ganz eigene Interpretation des guten alten „Trimm-Dich-Pfades”. Schließlich haben die Beiden das Ausrichten von Hindernisläufen – ganz in McKinsey-Tradition – von der betriebswirtschaftlichen Seite analysiert und daraufhin KrassFit gegründet. Vor dem Fundingstart am Donnerstag haben wir mit Jannis Bandorski über den Wechsel ins Gründerleben und die Besonderheit des KrassFit-Erlebnisses gesprochen.

 

Seedmatch: Hi Jannis! Du hattest ja vor der Gründung von KrassFit einen spannenden Job bei McKinsey. Warum hast du diesen aufgegeben, um das Risiko einer Startup-Gründung einzugehen?

jannis_krassfit_portraitJannis Bandorski: Stimmt, der Job als Berater bei McKinsey war toll und die Entscheidung zu kündigen, ist mir nicht leicht gefallen. Aber es war der richtige Schritt: Ich bin meiner Leidenschaft gefolgt und habe dafür ein Umfeld gesucht, in dem ich meiner Passion folgen und Menschen ein Produkt anbieten kann, das ich selbst gerne in Anspruch nehmen würde – und KrassFit ist genau das geworden. Allerdings habe ich nicht sofort KrassFit gegründet, sondern zunächst als Marketingleiter das Online-Marketing der Sprachschule Lingoda aufgebaut.

 

Seedmatch: Welche Erfahrungen aus deinem bisherigen beruflichen Leben helfen dir heute bei deiner Arbeit?

Jannis Bandorski: Das erste Mal habe ich mit 18 gegründet. Es ging bei dem Projekt um Rabattkarten für junge Erwachsene. Das ist allerdings zu Beginn der Finanzkrise schiefgegangen und hat mir gezeigt, dass man eine Gründung nicht neben dem Abitur und einem ambitionierten Sportprogramm schafft, sondern dass sie 100 %-ige Aufmerksamkeit fordert.

Bei McKinsey habe ich dann erlebt was es heißt, faktenbasierte und datengetriebene Entscheidungen zu treffen und Dingen auf den Grund zu gehen. Datengetriebe Analysen haben auch bei Lingoda meinen Alltag bestimmt. Es gibt ja immer noch Menschen, die denken, dass Marketing in erster Linie ein Kreativjob sei – vor allem im Online-Marketing sind es allerdings eher 90 % gute und saubere Analysen und 10 % Kreativität, die zum Erfolg führen.

 

Seedmatch: Es gründen ja einige McKinsey-Alumni selbst oder steigen in erfolgreichen Startups ein: Lieferheld, nu3, Lendico und das Seedmatch-Startup Tollabox seien da als Beispiele genannt. Ist das ein genereller Trend? Sind die Kollegen von gestern die Konkurrenten von morgen?

Jannis Bandorski: Ob tatsächlich mehr ehemalige McKinsey-Kollegen als früher ihr eigenes Unternehmen gründen oder ob diese mittlerweile nur eine stärkere Publicity bekommen und damit sichtbarer sind, weiß ich nicht. Noch immer entscheiden sich viele auch ganz klassisch für Führungspositionen in größeren Unternehmen oder übernehmen gesellschaftlich relevante Aufgaben in Stiftungen oder Behörden.

Unabhängig davon stehen viele ehemalige Kollegen in regem Austausch – auch zu geschäftlichen Themen. Man sieht sich dabei jedoch sehr selten als direkte Konkurrenten. Das gilt für Netzwerke generell: Ob Uni-Freunde, Sport-Kumpels oder ehemalige Arbeitskollegen – ich sehe in Netzwerken viel eher mögliche Kooperationspartner, als potenzielle Konkurrenten.

KrassFit ein Startup bei Seedmatch

Die KrassFit-Gründer Matthias Ernst (l.) und Jannis Bandorski

 

Neben einem guten Netzwerk ist meines Erachtens entscheidend, dass man etwas tut, an das man glaubt. Dann gelingt es, auch andere davon zu überzeugen. Das fällt mir bei KrassFit deutlich einfacher, als wenn ich Häkeltischdecken verkaufen sollte, weil ich das Produkt einfach großartig finde.

 

Seedmatch: Viele Seedmatch-User fragen sich, was euer Alleinstehungsmerkmal gegenüber Extrem-Hindernissläufen wie Tough Mudder oder dem Fisherman’s Friend Strongman Run ist? Warum seid ihr besser?

Jannis Bandorski: Da fragst du am besten unsere Kunden – die sind größtenteils begeistert. Im Ernst: Ein wesentlicher Unterschied ist der Fokus auf das Team. Den schreiben sich zwar viele Anbieter auf die Fahne, aber keiner setzt ihn so konsequent um wie wir.

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Du erwähnst Tough Mudder: Wer einen Tough Mudder und eine KrassFit Challenge mitmacht und beides vergleicht, wird merken, warum viele Kunden KrassFit besser bewerten.

Wir haben Hindernisse, die die Zusammenarbeit als Team und Athletik in den Vordergrund stellen und bei denen die Teilnehmer tatsächlich an ihre Grenzen gehen. Unsere Challenges finden in spektakulären Locations statt und wir arbeiten mit viel Liebe zum Detail.

Außerdem zahlen die Kunden in der Regel deutlich weniger als bei Tough Mudder. Von Tough Mudder unterscheidet uns außerdem vor allem das Marketingbudget. Was die momentan in den Markt pumpen, ist krass. Aber das ist super, um das Thema Hindernislauf populärer zu machen.

Der Strongman Run zeichnet sich durch einen Massenstart aus – das hat seinen eigenen Reiz, kann aber auch zu langen Wartezeiten auf der Strecke führen. Wir tun alles, um diese bei unseren Challenges zu vermeiden. Daher gehe ich auch davon aus, dass Strongman Run den von uns gewählten Ansatz mit Starts in Wellen früher oder später übernehmen wird.

 

Seedmatch: Wo liegt das Wachstumspotential in diesem Markt?

Jannis Bandorski: Hindernislauf als Disziplin boomt. Europa hinkt der Entwicklung in den USA ungefähr 3 Jahre hinterher. Dort machen heute schon mehr Leute Hindernislauf als Marathon – letztes Jahr über 2 Millionen.
Leute sind eben einfach gerne in der Natur, treiben gerne Sport und teilen diese Erlebnisse mit Freunden. Die Menschen suchen einen Ausgleich zu ihrem Bürojob – sie wollen sich spüren und schauen, was sie mit ihrem Körper alles machen können, ihre Grenzen austesten. Es werden immer mehr Menschen, die darin eine Passion entdecken – und diese Entwicklung steht in Europa gerade erst am Anfang.

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Seedmatch: Warum sollten Investoren in KrassFit investieren?

Jannis Bandorski: Es gibt mehrere Gründe. Wie gerade schon erwähnt, ist KrassFit zum idealen Zeitpunkt in den Markt eingetreten. Wer an den Markt und das Geschäftsmodell glaubt, und das mit einem Frühphasen-Investment verbundene Risiko richtig einschätzen kann, erhält mit seinem Investment die Chance, quasi von Anfang an dabei zu sein. Das wiederum bietet den Vorteil einer für Investoren sehr attraktiven Bewertung und den damit verbundenen Wachstumschancen. Darüber hinaus stellt KrassFit für die meisten Seedmatch-Investoren auch aus Portfolio-Sicht vermutlich eine sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Investment-Portfolio dar. Und bei KrassFit haben Investoren die Möglichkeit, als Multiplikator tatsächlich Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Firma zu nehmen.

Wer selbst gerne an Hindernisläufen teilnimmt, erhält mit unseren Goodies für Investoren die perfekte Gelegenheit, sich Freitickets zu sichern. Ab einem Investment von 250 Euro gibt es ein Freiticket für die ersten 200 Investoren. Für Investments über 2.500 Euro sichern sich die ersten 25 sogar einen „KrassPass for Life“, d. h. die kostenlose Teilnahme an allen KrassFit Challenges bis 2050. Die Tickets können dann jeweils von den Investoren selbst genutzt oder verschenkt werden.

Interessierte Investoren können gerne aber direkt auf uns zukommen und offen gebliebene Fragen stellen. Wir freuen uns, wenn viele der bestehenden  Seedmatch-Investoren bei unserem Crowdinvesting dabei sind.