Die Geschichte hinter Protonet und dem „einfachsten Server der Welt“ – ein Gastbeitrag von Philipp Baumgaertel

PROTONET_Philipp_BaumgaertelIn unserer Beitragsreihe zu Protonet hier im Seedblog haben wir diesmal einen Gastbeitrag. Philipp Baumgaertel,  zuständig für das Business Development bei Protonet, kam 2012 zum Hamburger Startup und war vor allem von der charismatischen Art des Mitgründers Ali Jelveh begeistert. In seinem Beitrag schreibt er über die Milestones, die das junge Unternehmen bisher erreicht hat.

 

Ali-Jelveh_Christopher-Blum_ProtonetAli Jelveh und Christopher Blum, die Gründer von Protonet, lernten sich 2008 kennen. Beide zählten damals zu den ersten Entwicklern von XING und waren mitverantwortlich für die grundlegende Softwarearchitektur des heute größten Netzwerks für Geschäftskontakte in Deutschland. Schon lange vor der Zeit des NSA-Skandals begannen sie, sich Gedanken über die Zukunft des Internets und Datensicherheit und Datenhoheit zu machen. Ihnen war schnell klar, dass nur über einen eigenen lokalen Server die Kontrolle über die eigenen Daten gewährleistet werden kann. Und damit jeder diesen Server verwenden kann, musste dieser einfach und für jeden nutzbar sein – mit und ohne IT-Kenntnisse. Aus diesen Überlegungen entstand die grundlegende Idee des heutigen Protonet Servers.

2010 wagten die beiden den Weg in die Selbständigkeit und zogen ins betahaus Hamburg ein. Die kreative Atmosphäre und der gemeinsame Austausch bildeten das ideale Umfeld, um die Idee von Protonet zu konkretisieren und erste Software-  und Hardware-Prototypen zu testen. Nach und nach wuchs das Team rund um Ali und Christopher, u. a. kam mit Thomas Reimers ein erster Betriebswirt an Bord und übernahm die Aufgaben Marketing und Sales.

 

Im November 2012 kam es dann zu einer kleinen Sensation und einem Meilenstein in der Protonet-Geschichte. Um das Produkt weiter voranzutreiben, setzte Protonet bei der Finanzierung auf die „Power der Crowd“ und entschloss sich, bei Seedmatch eine Crowdfunding-Kampagne durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch keiner, dass wir in 48 Minuten 200.000 Euro einsammeln würden – Europarekord! Mit dem Geld wurde das Produkt weiterentwickelt und in einer offenen Betaphase getestet.

 

Eine erneute Finanzierung im Sommer 2013, durch die Hamburger Innovationsstiftung und renommierte Business Angels (u. a. Tarek Müller, Stefan Kolle und Stephan Rebbe), ermöglichte uns neben der offiziellen Gründung der Protonet GmbH auch den Bezug unseres ersten eigenen Büros und den Produktlaunch des Protonet Servers. Am 4. Juli 2013 feierten wir mit unserer offiziellen Produktlaunch gleichzeitig den „Cloud Independence Day“.

 

Im Sommer 2013 gewannen wir den webfuture Award, der uns neben wichtigen Kontakten eine Reise ins Silicon Valley ermöglichte. Nach all diesen tollen Ereignissen, die wir bereits bis dahin erleben durften, kam es zu einem weiteren Highlight, als wir im Dezember von einer hochkarätigen Jury bei deutsche-startups.de zum „Deutschen Startup des Jahres 2013“ gewählt wurden. Was für ein sensationell aufregendes Jahr! Unser mittlerweile 23-köpfiges Team war unglaublich stolz.

protonet team maya

 

Zu Beginn des Jahres 2014 wurden wir als eines von drei Start-ups ausgewählt und durften Protonet in Austin, Texas bei der großartigen Digitalkonferenz South by Southwest (SXSW) präsentieren. Ali rockte für uns den Pitch beim „Interactive Day“ und konnte die Jury von Protonet überzeugen. Wir gewannen die SXSW-Edition des Startups@Reeperbahn.

ali_protonet_sxsw

Credits: Sanja Stankovic

 

Das eigene Baby ist bekanntlich ja eh immer das Schönste. Dass aber auch andere unseren Protonet Server schön finden, wurde uns vom ADC – Art Directors Club Deutschland bestätigt, der uns in den Kategorien „Nachhaltiges Design“ und „Produktdesign/Produktinnovation“ mit dem silbernen bzw. bronzenen Nagel, sowie dem Publikumspreis auszeichnete. Für ein Startup eine unglaubliche Ehre, denn der Preis ist einer der wichtigsten Kreativpreise des Landes!

 

Der wichtigste Preis ist aber immer noch das Kundenfeedback – das ist überwiegend positiv und da wir als Startup Großes vorhaben, helfen uns unsere Kunden stetig bei der Entwicklung!

All diese Etappen in unserer jungen Geschichte von Protonet zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg mit unserer Idee vom Personal Server sind. Wir glauben, dass es heute wichtiger denn je ist, darauf zu achten, wo die Daten liegen und wer Zugriff darauf hat. Mit unserem neuen Produkt – Projektname MAYA – wollen wir noch mehr Menschen die Möglichkeit geben, sich von Cloud-Diensten zu befreien, ohne jedoch auf deren Komfort, also den Zugriff von überall, zu verzichten. Bei gleicher Software und kleinerer Hardware schaffen wir mit MAYA einen Personal Server zu Laptop-Preisen.

Protonet_Box - Color