„Der Zeitpunkt etwas zu verändern, ist jetzt“ – ein Gastbeitrag von goodz-CEO Jeffry van Ede

„In seiner mehr als 20 Jahre währenden Karriere bei Sony war er eine hoch angesehene und respektierte Führungspersönlichkeit mit großer strategischer Kompetenz, Gespür für Innovationen und andauernder Bereitschaft, neue Herausforderungen anzunehmen“, sagte Fujio Nishida, President Sony Europe, über seinen ehemaligen Mitarbeiter Jeffry van Ede, der heute CEO bei goodz.com ist.

Die Idee hinter goodz ist so einfach wie plausibel und die Antwort auf eine Frage, die sich immer mehr Menschen stellen: Wo kann ich gute Produkte kaufen? Gut, nicht nur im Sinne von „gut gemeint“, sondern auch „gut gemacht“. goodz präsentiert sich als Online-Shopping-Adresse für Verbraucher mit dem Anspruch, sozial und ökologisch verantwortungsvoll zu konsumieren, ohne auf Qualität und Style verzichten zu wollen. In einem Gastbeitrag berichtet er über seine Sicht auf den sozialen Wandel und zeigt, wie er mit goodz die Herausforderungen so annimmt, wie sein früherer Vorgesetzter Fujio Nishida lobte.

Es ergibt alles Sinn

Ich bin sicherlich nicht der typische Öko. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich überhaupt ein Öko bin. Aber was ich weiß, ist, dass mir Nachhaltigkeit gefällt. Es ist eigentlich für jeden ersichtlich, zumindest für jeden, der ein Gehirn hat, dass die Art, wie wir leben, uns in nicht allzu ferner Zukunft in den Hintern beißen wird. Die menschliche Zivilisation hat die Kapazitäten überstrapaziert, die die Erde hat, um uns auf unbestimmte Zeit auszuhalten.

Jeffry van Ede CEO goodz

Zur Zeit nutzt die Menschheit die Ressourcen von 1,5 Planeten. Die moderaten Szenarien der UN legen nahe, dass wir, wenn die aktuellen Bevölkerungs- und Konsumtrends sich fortsetzen, ab dem Jahre 2030 etwa zwei Erden bräuchten. Allerdings haben wir nur eine. Es sei denn, man glaubt dass der gerade entdeckte und 500 Lichtjahre entfernte Planet Kepler-186f unsere Probleme hier lösen kann.

Auch wenn ich als ehemaliger Trouble-Shooter eines großen Unternehmens kein Nachhaltigkeits-Experte bin – Ahnung von Wandel habe ich, privat, als auch beruflich. Und wenn wir ehrlich sind – Veränderungen sind hart. Die meisten Menschen, inklusive mir, schrecken eher davor zurück. Dabei sind Veränderungen belebend in jeglicher Hinsicht. Wenn dir die Fähigkeit, dich anzupassen und zu wachsen fehlt, wird deine Produktivität stagnieren und irgendwann zum Erliegen kommen.

Es gibt zwei Hauptgründe, warum wir uns nicht so oft verändern, wie wir sollten. Der erste ist fehlendes Wissen, wir sehen keinen Grund, uns zu ändern. Der Zweite ist fehlende Willenskraft. Wir wissen zwar, dass wir uns ändern sollten, aber uns fehlt die Motivation, es zu tun. In den letzten zwei Jahren habe ich viel Zeit damit verbracht, über Nachhaltigkeit nachzudenken: logisch, rational und kritisch, soweit mir das möglich ist. Und umso tiefer ich in das Thema einsteige, desto mehr Sinn ergibt es für mich. Der Zeitpunkt etwas zu verändern ist jetzt.

Eine neue Generation übernimmt die Führung

Die wichtigsten Akteure von nachhaltigem Konsum sind meiner Meinung nach die Konsumenten selbst. Unsere gesamte Weltwirtschaft dreht sich um ihre Entscheidungen. Die Aktienmärkte steigen und fallen mit dem Vertrauen der Verbraucher. Jede Tat hinterlässt ein Zeichen, viele Zeichen ergeben ein Bild. Als Social Impact Business konzentrieren wir uns auf die Nachfrageseite.

Unter all den Millionen „Conscious Consumers“ glaube ich vor allem an die Kraft der Millennials. Geboren zwischen 1980 und 1995, sind sie involviert in globale Fragen und genießen ihr wachsendes Einkommen und ihren Einfluss. Und das Wichtigste: Sie zeigen einen großen Willen zur Veränderung, sie wollen die Welt sozialer, gerechter und umweltfreundlicher gestalten. 82% von ihnen glauben, dass ihre Generation die Welt verbessern kann. 84% glauben sogar, es ist ihre Pflicht das zu tun [1].

In den sozialen Netzwerken, die sie nutzen, verbreiten sich Informationen rasend schnell. Die Millennials sind sehr gut informiert über miserable Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere Kleidung herstellen. Sie sehen Bilder von Tieren, an denen Tests für Kosmetik durchgeführt werden. Sie bekommen die Information, dass Schuhe wegen Chrome-VI-Rückständen zurück geholt werden müssen und sie wissen Bescheid über die Tricks der großen Lebensmittelindustrie. Man muss ihnen allerdings nachhaltige Produkte anbieten, die ihrem Style und Lebensgefühl entsprechen. Einen schlecht geschnittenen Jute-Sack als T-Shirt werden sie nicht akzeptieren.

Es geht um die Wahrnehmung

Es geht darum, wie man die Dinge sieht und was einen motiviert, etwas zu ändern – im Kleinen und im Großen. Aufgrund meines eigenen Veränderungsprozesses bin ich mir sicher, dass nachhaltig leben ein Upgrade ist und kein Opfer. Nachhaltig leben ist verknüpft mit der Frage, was gutes Leben im 21. Jahrhundert bedeutet. Ich glaube, die Phrase „gutes Leben“ verschiebt sich, weg vom Materiellen hin zum Wunsch, etwas zu einer besseren Welt beitragen zu können.

The goodz way

Wir bei goodz wissen, dass es möglich ist eine bessere Welt zu schaffen, in der wir alle ein gutes Leben führen können. Warum? Weil wir ständig authentische Menschen und großartige Unternehmen entdecken, die an einem höheren Nutzen arbeiten. Wir sehen es als unsere Aufgabe, sie nach vorne zu holen und Menschen somit die Möglichkeit zu geben, nachhaltiger und bewusster zu konsumieren.

goodz Boys

Mit der richtigen Einstellung und den richtigen Informationen ist es gar nicht so schwer, nachhaltiger zu leben. Na klar, man braucht einen offenen Geist und muss bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen. Aber da passieren ja bekanntlich die besten Dinge.

Darum glauben wir, dass Veränderungen gar nicht so schwer zu bewerkstelligen sind:

1. Jeder Schritt zählt

Diejenigen, die zu schnell zu viel wollen, sind oft die, die als Erstes scheitern. Unser Ziel ist der große Wandel, aber nicht alles auf einmal. Goodz wurde entwickelt, um die Herausforderungen unserer Zeit in kleine Aktivitäten herunter zu brechen. Alles Schritt für Schritt und alles zu seiner Zeit. Der Shop und das begleitende Magazin wie sie heute stehen, sind ein gut sichtbarer Anfang, aber nur die Grundlage dessen, was wir für die kommenden Monate und Jahre geplant haben.

2. Wir leben „trial and error“

Viele Menschen lassen sich von vergangenen Fehlern entmutigen. Bei goodz haben wir keine Angst vor Fehlern und wir haben natürlich auch schon ein paar gemacht. Aber wir übersetzen sie aktiv in Learnings. Wir akzeptieren, dass es ständig hoch und runter geht und dass uns das jeden Tag zu einem besseren Team werden lässt.

3. Wir lieben, was wir tun

Jede Veränderung ist schwierig, wenn man es in einer Weise versucht, die eigentlich nicht zu einem passt.  Die Werte und Prinzipien des goodz-Teams sind einfach auf einer Linie mit dem, was wir tun und wie wir es tun. Das macht jeden goodz-Mitarbeiter zu einem leidenschaftlichen game changer.

Zum Abschluss dieses Beitrags möchte ich nur noch eine Sache los werden. Der Onlinehandel wird weiterhin brummen. Auf diese Prognose haben sich alle Experten geeinigt. Ergänzend dazu bin ich mir sicher, dass heute in zehn Jahren jeder dritte Onlinekauf ein nachhaltiger sein wird. Mit goodz werden wir sicherlich einen Beitrag dazu leisten.

 

Quelle: Jones, David (2012): Who Cares Wins: Why Good Business is Better Business