Auf der Suche nach dem Recycling von morgen: InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!

Die Green Alley Investment GmbH in Berlin ist die neu eröffnete Anlaufstelle für grüne Gründer und nachhaltige Startups der Green Economy. Zusammen mit Seedmatch startet das Team den Gründerwettbewerb „InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!“. Bis zum 3. Juni können sich Gründer und junge Unternehmen, die innovative Konzepte in den Bereichen Abfall, Recycling und Kreislaufwirtschaft entwickelt haben, bewerben: www.innowasteon.de

Hinter dem neuen Gründerzentrum Green Alley steht die Landbell AG, ein unabhängiger Umwelt- und Entsorgungsspezialist. Seit Anfang des Jahres begleitet das Unternehmen grüne Startups auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Mit dem Wettbewerb „InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!“ sollen nun diese Gründer und Startups gefunden werden.

Wir haben Jan Patrick Schulz, den Vorsitzenden des Vorstands der Landbell AG und Geschäftsführer der Green Alley Investment GmbH, zum Wettbewerb und den Zielen dahinter befragt.

 

Seedmatch: Lieber Herr Schulz, warum haben Sie Green Alley gegründet?

Jan Patrick Schulz Landbell AGJan Patrick Schulz: Im Umwelt- und Entsorgungsbereich gibt es sehr viele gesetzliche Vorschriften und Regelungen. Mit Green Alley wollten wir einmal über den Tellerrand hinausblicken und neue, vielleicht auch unkonventionelle Wege gehen. In der Branche, bei unseren Kunden und Kooperationspartnern, haben wir ein Bedürfnis nach Innovation und neuen Konzepten gespürt. Daher möchten wir den Markt weiterentwickeln und mit Green Alley einen Beitrag dazu leisten, wie man die Ressource Abfall besser nutzen kann.

 

Seedmatch: Was unterscheidet Green Alley von anderen Gründerzentren und Inkubatoren in Deutschland?

Jan Patrick Schulz: Zunächst verstehen wir uns nicht als klassischen Inkubator oder Accelerator. Wir streben keine kurzfristige Förderung, sondern eine langfristige Zusammenarbeit und Beteiligung an. Bei uns sind die Startups frei und nicht an ein festes Programm gebunden. Wir möchten, dass die Jungunternehmer selbständig arbeiten und ihr Geschäftsmodell auf eigene Füße stellen. Außerdem hat sich Green Alley auf Gründungen der Green Economy spezialisiert. Bisher gibt es wenige Gründerzentren in Deutschland, die eine so gezielte Unterstützung anbieten, da sie eher allgemein oder auf die IT- und Technikbranche ausgerichtet sind. Damit schließen wir auch eine Lücke in der Förderlandschaft für grüne Gründer.

 

Seedmatch: Warum rufen Sie jetzt den Wettbewerb „InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!“ aus?

Jan Patrick Schulz: Ich bin überzeugt, dass es zahlreiche innovative, zukunftsweisende Ideen gibt, die es wert sind, unterstützt zu werden und die einen echten Mehrwert für Unternehmen, die Umwelt und die gesamte Kreislaufwirtschaft bieten können. Diese Ideen und Konzepte muss man aber erst einmal finden, denn sie entstehen oft gerade nicht in etablierten Unternehmen, sondern in den Köpfen junger, kreativer Menschen, die etwas bewegen und ihre Ideen selbst umsetzen möchten. Genau deswegen wurde der Gründerwettbewerb von Green Alley ins Leben gerufen: Wir wollen im Umfeld der Green Economy die besten Ideen finden und fördern.

 

Seedmatch: Was bedeutet der Name „InnoWASTEon?

Jan Patrick Schulz: Der Titel ist eine Verschmelzung der beiden englischen Wörter „innovation“ und „waste“. Damit wollen wir verdeutlichen, dass wir mit unserem Wettbewerb auf der Suche nach Innovationen für die Kreislaufwirtschaft sind.

Auf der Suche nach dem Recycling von morgen: InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht!

Seedmatch: Welche Art von Ideen können sich bewerben? Was und wen suchen Sie?

Jan Patrick Schulz: Beim Wettbewerb geht es darum, das Innovationspotenzial der Green Economy und insbesondere der Recycling- und Kreislaufwirtschaftsbranche auszuloten. Bewerben können sich daher nicht nur bereits gegründete Startups, sondern auch Gründer in der Konzeptionsphase. Natürlich sollte die Idee in der einen oder anderen Weise etwas mit Abfallströmen und Ressourcennutzung zu tun haben und sich z. B. mit Fragen beschäftigen, wie man aus Abfall Ressourcen gewinnen, das Einsammeln von Abfallströmen verbessern oder Abfall aus einer neuen Perspektive betrachten kann. Wir lassen uns aber auch gerne überraschen und sind offen für innovative Ansätze. Letztendlich geht es uns um eine neue Sichtweise auf grüne Zukunftsthemen und ökologische Herausforderungen.

 

Seedmatch: Konnten Sie schon ein Startup für die Green Alley Investment GmbH begeistern?

Jan Patrick Schulz: Das erste Startup hat im Januar die Räumlichkeiten von Green Alley bezogen. TerraCycle ist ein innovatives Recycling- und Upcycling-Unternehmen, das die Mission hat, auch aus schwer recycelbaren Abfällen wieder neue Rohstoffe und Produkte herzustellen. So werden z. B. Zahnbürsten und Filzstifte eingesammelt und recycelt, die sonst mit dem Restmüll verbrannt worden wären. Aus dem Sekundärkunststoff wird TerraCycle dann neue Parkbänke oder Mülltonnen herstellen lassen. Mit weiteren Startups sind wir zurzeit in Gesprächen und hoffen, dass sich hieraus bald eine Zusammenarbeit ergibt. Natürlich hoffen wir, nun auch durch den Wettbewerb junge Unternehmen für unser Netzwerk zu finden, an die wir glauben und in deren Idee wir investieren möchten.

 

Seedmatch: Was bieten Sie Gründern und den Teams?

Jan Patrick Schulz: Green Alley möchte jungen Unternehmern einen Raum bieten, um sich frei zu entfalten und sich in einem Netzwerk von grünen Ideen inspirieren zu lassen. Darüber hinaus bieten wir natürlich auch handfeste materielle Unterstützung: Hierzu zählen finanzielle Starthilfe, die mit einer langfristigen Investition in das Unternehmen einhergehen sollte, fachliche Unterstützung, z. B. in den Bereichen IT, Vertrieb und Management, die Nutzung unserer Bürofläche in Berlin inklusive Infrastruktur sowie der Zugang zu unserem umfangreichen Netzwerk aus Kunden und Partnerunternehmen aber auch Experten und anderen Startups der Green Economy. Da Landbell als Umwelt- und Entsorgungsdienstleister auch die Rücknahme von Elektronik-Altgeräten organisiert und ein Duales System betreibt, bieten wir Know-how direkt aus der Praxis. Das kann für Startups, die sich in Themenfeldern der Kreislaufwirtschaft ansiedeln möchten, sehr attraktiv sein.

Landbell AG Einzug TerraCayle Green Alley

Seedmatch: Wie viele Startups haben denn generell in Ihren Räumlichkeiten in Berlin Platz?

Jan Patrick Schulz: Das kommt natürlich immer darauf an, wie weit das Startup bereits entwickelt ist und aus wie vielen Personen sich das Team zusammensetzt. Insgesamt stehen den Startups in unseren Berliner Räumlichkeiten 900 m² zur Verfügung. Green Alley ist als Großraumbüro angelegt, wodurch sich die jungen Unternehmer optimal untereinander austauschen können. Wie viel Bürofläche ein Startup bei Green Alley nutzen möchte, kann es letztendlich selbst entscheiden und ganz an seine Bedürfnisse anpassen. Nicht nur ganze Teams, auch eine Einzelperson, die zum Beispiel in unserem Wettbewerb eine mietfreie Nutzung des Büros für sechs Monate gewinnt, kann in einem eigenen Bereich ganz ungestört an der Weiterentwicklung der Idee arbeiten.

Eckdaten zum Wettbewerb:

Beim Gründerwettbewerb „InnoWASTEon – grüne Startups gesucht!“ prämieren das Berliner Gründernetzwerk Green Alley und Seedmatch gemeinsam die besten Ideen und Konzepte für eine abfallfreie Zukunft.

  • Wie kann man Abfall als Ressource nutzen?
  • Wie kann man das Einsammeln von Abfällen, Ressourcen und Materialien (bspw. Textilien, Batterien, Photovoltaik-Module, Verpackungen, Elektroschrott, Handys uvm.) verbessern und weiterentwickeln?
  • Wie können wir Menschen dazu motivieren, ihre Sicht auf Abfall zu ändern und bewusster mit Ressourcen umzugehen?

Die sechs bis acht überzeugendsten Ideen werden zu einer Pitch-Veranstaltung nach Berlin eingeladen und präsentieren ihre Ideen vor einer Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gründerszene. Und das erhalten die Gewinner:

  • Preisgeld i.H.v. 5.000 Euro
  • Sechs Monate mietfreie Arbeitsfläche in Berlin inklusive Basisinfrastruktur
  • Netzwerk aus Experten und anderen Jungunternehmern aus dem Bereich Abfall, Recycling und Umwelt
  • Pressekonferenz für die eigene Geschäftsideen
  • Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 3. Juni 2014.

 

Seedmatch: Auch Seedmatch ist gespannt auf das Innovationspotenzial in diesem Bereich. Vielleicht ist das eine oder andere Startup auch für ein Crowdfunding bei Seedmatch geeignet! Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!

 

Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es hier: www.innowasteon.de

Bewerbung können unter green-alley@seedmatch.de eingereicht werden.