„Werbung endlich zu dem machen, was sie schon immer sein sollte“ – Coskun Tuna stellt Innovation bei rankseller vor

rankseller ist ein Online-Marktplatz für redaktionelles Blog-Marketing. Redaktionelle Beiträge im Internet sind für die meisten Unternehmen zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihrer Marketingstrategie geworden. Und für Blogger stellen sie eine wichtige Einnahmequelle dar. Lange Zeit verlief der Kontakt zwischen Unternehmen und Publishern zumeist unstrukturiert und erforderte viel Rechercheaufwand und „Handarbeit“.

rankseller erleichtert seit mehr als zwei Jahren beiden Seiten die Zusammenarbeit mit seinem transparenten Marktplatz. Um das Anfang 2012 gestartete Angebot auszubauen, sammelte das junge Unternehmen im Sommer 2012 bei Seedmatch 100.000 Euro via Crowdfunding ein. Seitdem ist bei dem Kölner Startup eine ganze Menge passiert und die Gründer sprühen weiterhin vor Energie und neuen Ideen! Wie sich das Unternehmen nach dem Crowdfunding entwickelt hat und welches neue „Baby“ sie gerade aus der Taufe gehoben haben, das berichtet einer der beiden Gründer, Coskun Tuna.

 

Seedmatch: Lieber Coskun, wir haben gehört, es gibt einige Veränderungen bei euch. Was hat sich seit dem Crowdfunding und insbesondere in den letzten Monaten bei euch getan?

renkseller_tunaCoskun Tuna: Es ist erstaunlich, wie viele Ereignisse und Entscheidungen in zwei Jahre passen. Wir haben nach dem Crowdfunding die geplante Internationalisierung voran getrieben und unsere Marktplatz-Technologie verbessert. Die Finanzierung ermöglichte uns, ins Team und ins Marketing zu investieren. So gelang es uns, den Umsatz aus 2012 in 2013 zu verdreifachen. Im Zuge dieser positiven Entwicklungen mussten wir auch bei der Standortfrage eine Entscheidung fällen. Berlin erschien uns als zu flüchtig. Damit meine ich die schnelle Rotation von Trends und Hypes, was immer wieder viele Gründer verlockt, eine begonnene Sache nicht ernsthaft genug weiterzuverfolgen und sich gleich einem neuen Hype hinzugeben. Wir hatten damals mit rankseller eine Punktlandung gemacht und wollten das fokussiert, ohne Ablenkungen, weiter angehen. So entschieden wir uns im August 2013 nach Köln zu ziehen, um unsere Zukunft an einem starken Wirtschaftsstandort weiter auszubauen. Wir haben diese Entscheidung nicht bereut. Köln ist ein wirklich gutes Pflaster für junge Unternehmer. Mit der Spezialisierung als Entwickler und Betreiber von Werbetechnologien zur Distribution von Content, haben wir uns vor kurzem von rankseller International GmbH in die Seeding Alliance GmbH umbenannt. Unser neues Produkt, an dem wir fast ein Jahr gearbeitet haben, heißt nativendo.

 

Seedmatch: Was ist nativendo genau und worin liegt die Innovation?

Coskun Tuna: Advertorials, sprich gekaufte redaktionelle Artikel, gibt es schon sehr lange. Das ist in Printmagazinen schon häufig Praxis gewesen. Werbetreibende konnte ihre werblichen Botschaften dezent als Anzeige gekennzeichnet in Medien veröffentlichen und profitierten davon, dass der Leser dem Inhalt eine höhere Aufmerksamkeit schenkte. Vor einigen Jahren fand dieses Werbeformat auch den Weg ins Internet. So gibt es heute immer mehr Online-Publikationen, die bezahlte Artikel veröffentlichen. Allerdings müssen hier sehr viele manuelle Handgriffe erfolgen und mehrere Personen involviert werden: Redaktion, Vertrieb, Werbekunde und Technik. Das macht Advertorials teuer.Erfolgsmessungen und kampagnenbasierte Schaltungen (automatisierte Mengenbuchungen) waren daher bis heute nicht wirklich automatisiert umzusetzen. Und genau hier steigen wir mit nativendo ein und ermöglichen mit einem Klick ein Advertorial in tausende themen- und zielgruppenrelevante Online-Publikationen zu veröffentlichen.

Das einbetten von Advertorials in Form, Stil und Optik eines Online Magazins bezeichnet man dabei als Native Advertising. Soll heißen, das Advertorial wird nicht als Fremdkörper in dem Magazin erkannt. Lediglich eine Kennzeichnung als Anzeige hebt die Absichten hervor. In den USA glauben Experten, dass Native Advertising das Mittel gegen die Bannerblindheit und die sinkenden Klickraten sein wird. Banner will keiner mehr auf seinem Browser flackern sehen, aber Content, also redaktionelle Inhalte, werden dagegen eher konsumiert.

nativendo ist eine echte, innovative Native Advertising Technologie für skalierbare und hochwertige Distribution von Advertorials. Die Technologie dafür zu schaffen, hat uns viel Zeit und Konzeptionsarbeit gekostet. Dabei haben wir auch die Wahrung der redaktionellen Hoheit einer Redaktion berücksichtigt. Publisher können über nativendo einstellen, ob Advertorials automatisiert in ihr Medium einfließen sollen, oder ob sie die Kampagnen vorher sehen und freigeben bzw. ablehnen wollen.

Eine Besonderheit bei nativendo ist, dass Publisher ein Advertoial auf ihre Leserschaft hin sogar editieren können. Wenn zum Beispiel ein Advertorial eingespielt wird, in der der Leser per Sie angesprochen wird, hat die Redaktion die Möglichkeit, die Leser zu Duzen. Wir sind einer der ersten Anbieter im Markt – mit unserer Technologie sind wir sogar einzigartig. Für den Leser einer Online-Publikation stellt sich das Advertorial so dar, dass er bei Klick auf diesen beworbenen Inhalt nicht wie bisher üblich auf eine fremde Seite entführt wird, sondern den Inhalt in der Seite wie einen Artikel angezeigt bekommt. Das ist völlig neu und beschert den Werbetreibenden deutlich höhere Klickraten und den Verlagen eine neue Erlösquelle in Zeiten sinkender Bannereinnahmen.

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Seedmatch: Wie seid Ihr auf die Idee zu nativendo gekommen und wie nützt diese Werbetechnologie Unternehmen?

Coskun Tuna: Wir beobachten natürlich auch den Wandel in unserer Online-Werbebranche und so hörten wir von Native Advertising. Einem Trend in den USA, von dem gesagt wird, er würde das gesamte Display Ad-Geschäft (Bannerwerbung) umkrempeln. Da es glücklicherweise thematisch sehr gut zu unserem Business im Content Marketing passt, gab es da nichts lange zu überlegen. Wir sahen uns für das Native Advertising sogar prädestiniert. Also fingen wir mit der Entwicklung von nativendo an und sind damit jetzt live gegangen.

Native Advertising verspricht den Werbetreibenden höhere Klickraten und eine intensivere Ansprache des Rezipienten. Kunden können ab sofort direkt im Inhalt abgeholt werden und müssen nicht mehr durch auffällige Banner gestört und abgelenkt werden. Banner haben auch ganz klar ihre Grenzen in den Mobile Devices wie Smartphones und Tabletts. Redaktioneller Inhalt hingegen kann in alle Formate „fließen“ und den Kunden am Ort seiner Suche erreichen.

 

Seedmatch: Was ist dieses Native Advertising genau und was macht es so besonders?

Coskun Tuna: Es gibt keine klare und für alle gültige Definition dafür. Es ist noch neu und in der Branche diskutieren sich die Verlage und Werbefachleute die Köpfe heiß, was denn nun genau Native Advertising ist.

Meine fachliche Definition lautet: Native Adsvertising ist die technologisch automatisierte und skalierbare Integration von werblich gekennzeichneten Inhalten in themen- und zielgruppenrelevanten Publikationen, die individualisiert in Form, Funktion, Stil und Optik den Rezipienten erreicht, teilbar in sozialen Netzwerken ist und detailliertes Monitoring ermöglicht.

Meine persönliche und emotionale Definition lautet: Werbung endlich zu dem zu machen, was sie schon immer sein sollte – nativ. Wie von Zauberhand soll sich die werbliche Botschaft in Optik und Form an die jeweilige Publikation anpassen, ganz so, als wäre sie von einem Redakteur selbst eingepflegt worden.

 

Seedmatch: Wie finanziert ihr diese Entwicklungen?

Coskun Tuna: Wir haben das Glück, dass sich unser Unternehmen gut entwickelt und wir mit eigenen Kräften gut voran kommen.

 

Seedmatch: Wie schafft ihr es, rankseller und nativendo unter einen Hut zu bringen?

Coskun Tuna: Ein hoher Grad an Automatisierung in unseren Entwicklungen hilft uns dabei, schlank und wendig zu bleiben. Wir können mit überschaubarer Teamgröße beide Produkte bedienen. Es bedarf keiner großen Aufwendungen. Das Kunden- und Bloggerportfolio von rankseller ist zudem eine ideale Ausgangsbasis, um ein neues Produkt wie nativendo zu positionieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir zwei Produkte über unser virtuelles Cockpit bedienen können.

 

Seedmatch: Was treibt Euch an, immer wieder mit Innovationen an den Markt zu gehen?

Coskun Tuna: Über die Frage haben wir so noch nicht nachgedacht. Wir wollen nicht der Innovation wegen ständig neue Produkte entwickeln. In unserem Fall war es tatsächlich so, dass das Thema als Trend genau zu uns passte und es uns herausgefordert hat. Wir wollten es wissen und als erster Deutscher Anbieter mit einer Native Advertising-Technologie den Trend in Deutschland mitgestalten. Denn in Deutschland gibt es schon genug Abhängigkeiten von amerikanischen Technologien. Ich finde, es wird Zeit, dass wir in Deutschland eigene Produkte launchen, statt immer nur zu reagieren und von anderen abhängig zu werden.

 

Seedmatch: Danke Coskun für deine ausführlichen Antworten! Wir wünschen euch alles Gute und viel Erfolg mit Euren beiden Projekten!

 

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