Gescheiterte Anschlussfinanzierung bei foodieSquare

Im vergangenen Jahr erreichte foodieSquare einen Gesamtumsatz von über 500.000 Euro. Dieser Umsatz zeigt, dass foodieSquare vieles richtig gemacht hat. Nicht ohne Grund konnte das Team im Sommer vergangenen Jahres eine Finanzierung über 433.750 Euro einsammeln.

Um so überraschter waren wir am vergangenen Mittwoch, als wir die Nachricht erhielten, dass foodieSquare mit hoher Wahrscheinlichkeit Insolvenz anmelden muss. Da die Gründer von foodieSquare fest mit einer Brückenfinanzierung gerechnet hatten, kam die Notwendigkeit dieses Schrittes für sie sehr kurzfristig – so wie auch für uns und die Seedmatch-Investoren.
Weil das Team von foodieSquare bis zuletzt versucht hat, eine alternative Finanzierung zu erhalten, bat es uns, diese Nachricht vorerst vertraulich zu behandeln – insbesondere, so lange noch nichts entschieden war. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen, deshalb veröffenlichen wir die Nachricht erst heute.

Am 14. März 2014 haben die Gründer nun Insolvenz beantragt, ein vorläufiger Insolvenzverwalter ist bestellt. Die Investoren von foodieSquare wurden bereits über den Investor-Relations-Bereich von Seedmatch und via E-Mail informiert und befinden sich im Austausch mit den Gründern.

TastyBox Magazin

foodieSquare (www.tastybox.de) hatte sich zum Ziel gesetzt, DER Marktplatz für einzigartige und hochwertige Lebensmittelprodukte in Deutschland und Europa zu werden. Sowohl im Bereich Endkunden als auch als Zulieferer für Spitzengastronomie und Feinkostläden. Um die besten Raritäten zu entdecken, war das Team ständig auf der Suche nach kleinen Manufakturen mit regionalen Spezialitäten. Im Oktober 2012 konnte foodieSquare bei Seedmatch 100.000 EUR einsammeln, im Sommer vergangenen Jahres noch einmal 433.750 Euro. Insgesamt 664 Investoren hat das Konzept von foodieSquare überzeugt.

Ende 2012 sind zudem mehrere Business Angels mit einem niedrigen sechstelligen Betrag bei foodieSquare eingestiegen.

In einem Statement erklärt foodieSquare:

„Die Geschäftsführer der foodieSquare GmbH mussten am Freitag, den 14.03. 2014, Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München wegen Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft stellen.

Die foodieSquare GmbH war seit längerem mit Hochdruck daran, eine nötige weitere Finanzierungsrunde aufzustellen. Leider sprang Anfang 2014 kurzfristig ein Investor, der die benötigte Summe gestellt hätte, ab. Weitere Gespräche mit Gesellschaftern und potentiellen Investoren blieben erfolglos. Die foodieSquare GmbH wurde von den Entwicklungen überrascht, da sie fest mit einer erfolgreichen Finanzierung gerechnet hat.

Es war nicht mehr genügend Liquidität vorhanden, um alle bestehenden Verbindlichkeiten zu bedienen. Um keine Gläubiger zu schädigen, sind die Geschäftsführer insoweit Ihrer gesetzlichen Pflicht zur Antragstellung nachgekommen. Das Insolvenzgericht München hat alsdann einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt, der auch mit der Aufgabe betraut wurde, die Fortführungsaussichten der foodiesquare zu prüfen. Der Geschäftsbetrieb wird während des vorläufigen Insolvenzverfahrens vollumfänglich fortgeführt.“

 

Startup-Investments sind Risiko-Investments

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass Startup-Investments aufgrund des hohen Risikos nicht für jeden geeignet und nur als Bestandteil eines diversifizierten Portfolios sinnvoll sind. Investoren sollten lediglich einen kleinen Teil ihres zur Verfügung stehenden Kapitals in Startups investieren und nur, wenn sie genug Kapital haben, um langfristig in eine Vielzahl von Startups zu investieren, um so das Risiko innerhalb dieser Investmentklasse zu streuen. Schon seit dem Launch von Seedmatch ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass Investoren auf Seedmatch ein Investment gut informiert eingehen und um die Chancen, aber auch Risiken eines Startup-Investments wissen.

Seedmatch wird Gründern in Deutschland auch weiterhin die Chance geben, Erfolgsgeschichte zu schreiben, auch wenn es auch immer Startups geben wird, die scheitern. Denn Deutschland braucht Gründer, Deutschland braucht Innovationen. Innovationen sind der Motor unserer Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze und tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Wandel bei. Ohne mutige Gründer, die Kapital erhalten, um ihre Idee umzusetzen, kann es keine Innovationen geben. Sammy Gebele und Guerson Meyer Nieto haben sich getraut und es hat bedauerlicherweise nicht funktioniert. Das ist keine Schande! Wir wünschen den Gründern alles Gute für ihre weiteren Vorhaben!

TastyBox von foodieSquare

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  1. Sven P. sagt:

    Insbesondere sollte auch klar sein, auch eine 2. Finanzierungsrunde bei Seedmatch heißt nicht, hier ist das Risiko geringer. Dies wurde manchmal gern anders dargestellt.
    Ansonsten muss ich sagen, die Boxen waren immer sehr gut, aber auch sehr teuer. Ich denke hier lag auch eines der Probleme, es gibt zu wenige Künde für solche hochpreisigen Lebensmittel. Auch wenn diese sehr hochwertig waren.