Spekulationen zu Larovo – ein Statement

In den vergangenen Wochen haben uns einige Anfragen von Journalisten und Investoren zu dem Startup Larovo erreicht. In diesen Anfragen ging es um Mutmaßungen zu einer möglichen Insolvenz oder Geschäftsaufgabe von Larovo und darum, dass Seedmatch diese Aussagen bestätigen oder dementieren sollte.

Das Startup Larovo, im Mai und Juni 2012 bei Seedmatch finanziert, ist eine unabhängige Online-Kaufberatung, mit der Nutzer ohne spezielles Fachwissen das passende Produkt wie beispielsweise einen Laptop, einen Fernseher oder eine Digitalkamera finden konnten. Die Beratung erfolgt kostenlos und objektiv. Die Online-Plattform konnte während des Crowdfundings 181 Investoren überzeugen, die insgesamt 100.000 Euro investierten.

Logo Larovo

Da uns eine transparente und gleichzeitig verantwortungsbewusste Kommunikation sehr am Herzen liegt, möchten wir diese Anfragen zum Anlass nehmen, noch einmal die Beziehung von Startups und Investoren sowie Seedmatch als Plattform zu beleuchten. Seedmatch ist eine Plattform, auf der Startups und Investoren zueinander finden können.

Startups und Investoren gehen bei Seedmatch eine direkte Vertragsbeziehung ein, die auch den Austausch sensibler Unternehmensdaten beinhalten kann.

Für den Austausch zwischen Startups und Investoren und alle Vorgänge im Rahmen eines Startup-Investments – im positiven wie negativen Sinne – stellt Seedmatch Investoren und Startups einen Investor Relations-Bereich zur Verfügung. Sowohl Startups als auch Investoren gehen mit dem Investmentvertrag vertragliche Rechte und Pflichten ein, die beide Seiten beachten müssen.

Für Startups heißt das beispielsweise, dass sie ihren Investoren regelmäßig Reportings zum Stand Ihrer Unternehmung zur Verfügung stellen müssen.

Für Investoren bedeutet dies in der Regel, dass sie als vertraulich gekennzeichnete Informationen so lange vertraulich zu behandeln haben, bis diese öffentlich vom Gründer kommuniziert werden. Dies ist vor allem im Hinblick auf Verhandlungen mit potentiellen Investoren oder Käufern für eventuell vorhandene Assets bedeutsam. Eine vorzeitige Berichterstattung durch die Medien oder über andere Wege könnte die Verhandlungsposition des Startups schwächen. Das Startup möchte in solchen Situationen und mit „Verkaufs-Gesprächen“ zudem meist auch für Investoren etwas erreichen.

Um zu verdeutlichen, welche Folgen solche öffentlichen Mutmaßungen oder Berichte haben können, sei an dieser Stelle – wenn auch etwas überspitzt – das bekannte Beispiel Deutsche Bank / Leo Kirch genannt. In einem Fernsehinterview im Jahre 2002, hatte der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel gezogen. Kurz darauf musste das Kirch Insolvenz anmelden und machte zeitlebens Breuer und die Deutsche Bank dafür verantwortlich. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit muss die Deutsche Bank nun eine Schadensersatzsumme in Höhe von 775 Millionen Euro zahlen.

Im Vertrag zwischen Investoren und Startups sind unter anderem Vertraulichkeitspflichten festgehalten. Dementsprechend kann ein Verstoß eines Investors gegen diese Vertraulichkeitspflichten eine außerordentliche Kündigung durch das Startup zur Folge haben. Zudem könnte das Startup weitere rechtliche Schritte einleiten.

Als eine zwischen Startups und Investoren vermittelnde Plattform sind wir sehr darauf bedacht, den Datenschutz zu wahren und den Interessen beider Seiten gerecht zu werden. Das bedeutet unter anderem, dass wir, wenn wir vertrauliche Informationen von Startups oder Investoren erfahren, diese auch vertraulich behandeln und nicht öffentlich darüber mutmaßen oder diese vorwegnehmen.

Transparente Kommunikation ist uns in jeder Lage sehr wichtig, wie man auch bei der Kommunikation um die Startups betandsleep und BluePatent sehen kann, aber sie darf nicht auf Kosten der Vertraulichkeit gehen.

Herr Glemnitz, der Gründer und Geschäftsführer von Larovo, hat uns auf Nachfrage geschrieben, „dass die Larovo GmbH NICHT insolvent ist. Es sind genug liquide Mittel da, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Sobald sich an dem Status von Larovo etwas ändert und wir Tatsachen öffentlich kommunizieren können bzw. sollen, werden wir dies natürlich tun.

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Generell ist ein „Schwebezustand“ bei Startups nichts Ungewöhnliches. Vorgänge wie z. B. weitere Finanzierungsrunden oder die Zustimmung der Investoren zu Prozessen der Geschäftsaufgabe können sich hinziehen. Hier gilt es, viele Dinge zu beachten und zu respektieren. Investoren und Medien, die über Erfahrung im Umgang mit Startups verfügen, wissen, dass man manchmal etwas Geduld haben muss – sie zeigen uns, dass sie das notwendige Fingerspitzengefühl und Verständnis für solche Situationen haben. Wir danken Ihnen dafür!

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  1. hat sich an dem Schwebezustand eigentlich mal irgend etwas geändert?

  2. klaus-martin meyer sagt:

    Gibt es hier eigentlich mal wie auch immer geartete Stautsupdates?