Familiengründung in Deutschland – es ist kompliziert

Immer mehr Frauen in Deutschland verzichten auf Nachwuchs – das ist keine Neuigkeit mehr. Die Bundesregierung versucht durch zahlreiche Maßnahmen, wie der Erhöhung des Kindergeldes und den Ausbau der Krippen- und Kindergärtenplätze, Anreize für junge Paare zu schaffen. Bisher leider ohne Erfolg – im Gegenteil: Seit Jahrzehnten gehen die Geburtszahlen in Deutschland kontinuierlich zurück.

Geburtenrate in Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2012

 

Doch was sind die Gründe und vor allem die Folgen dieser Entwicklung?

Vor allem Frauen mit einem Hochschulabschluss schieben ihren Kinderwunsch auf oder verwirklichen ihn vielleicht nie. Dass Akademikerinnen weniger und später Nachwuchs bekommen als Frauen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss ist kein Novum.

Der Einstieg ins Berufsleben und die Karriere haben oft erste Priorität, bevor der Gedanke an Kinder aufkommt. Dies ist jedoch ein genereller Trend unabhängig vom Bildungsstand: Familiengründungen finden heute etwa fünf Jahre später statt als noch in den 70er Jahren. Im Durchschnitt sind Frauen bei der Geburt 30,5 Jahre alt. Dieses Aufschieben der Familienplanung hat auch zur Folge, dass Mütter aufgrund ihres Alters weniger Kinder zur Welt bringen als früher – Großfamilien werden unter anderem aus diesem Grund immer seltener. Zudem ist es mit fortschreitendem Alter immer schwieriger, schwanger zu werden, da die Fertilität der Frau ab dem 25. Lebensjahr abnimmt.

In Deutschland liegt die Geburtenrate bei lediglich 1,4 Kindern pro Frau. Weniger Kinder als hierzulande werden in keinem anderen EU-Land geboren.

Zahlreiche Studien führen weitere folgende Gründe für diese Entwicklung auf:

  • Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • ein möglicher Einkommensverlust durch Kinder
  • Angst vor nicht veränderbaren Bindungen
  • Verlust der eigenen Autonomie

Ein wichtiger Faktor sind sicherlich die gestiegenen Anforderungen in beruflicher Hinsicht. Viele von uns stecken viel Zeit und Energie in ihr Arbeitsleben. Paare führen heutzutage aus beruflichen Gründen nicht selten Fernbeziehungen. Es existiert eine Unsicherheit im Hinblick auf Beschäftigungschancen mit Kind oder das Aufsteigen auf der Karriereleiter, die durch eine Elternzeit unterbrochen werden kann. Diese Entwicklung führt bis hin zum Wandel des Frauenbildes insgesamt zur starken, erwerbstätigen Frau.

 

Was passiert, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt?

Für die demographische Entwicklung hat die niedrige Geburtenrate dramatische Folgen: Die Deutschen werden immer älter. Im Jahr 2050 werden laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes fast 40 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, der Anteil der unter 20-Jährigen wird hingegen nur noch bei 15 Prozent liegen. In der Konsequenz nimmt die Bevölkerungszahl der Bundesrepublik im Vergleich zum heutigen Stand um 10 Millionen auf 70 Millionen ab.

Altersaufbau_Deutschland

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2009

Kinderlosigkeit, gewollt oder ungewollt, kann viele Ursachen haben. Einerseits sind es sicherlich die erwähnten sozialen Unsicherheiten, die das Kinderkriegen über die letzten Jahrzehnte schwerer gemacht haben. Andererseits lässt sich die Familienplanung durch moderne Verhütungsmethoden so gut steuern wie nie.

 

Aber es gibt auch einen Lichtblick: Acht Millionen Deutsche haben einen aktuellen Kinderwunsch!

Wichtig ist jedoch auch zu erwähnen, dass es viele Paare gibt, die sich Kinder wünschen. 7,9 Millionen Menschen sind es alleine in Deutschland. Bei 1,1 Millionen bleiben die Versuche leider erfolglos und führen auch nach einem Jahr nicht zu einer Schwangerschaft (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, 2007). Mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, ohnehin deutlich ab. Der physische und psychische Druck auf Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch ist enorm hoch. Gleichzeitig stehen bisher aber kaum hoch-wirksame und „bezahlbare“ Möglichkeiten zur Verfügung, die Paaren mit Kinderwunsch weiterhelfen.

140220_schwangerschaft

Angesichts einer Gesellschaft, die immer mehr zu überaltern droht, ist es wichtig, gute sozial- und familienpolitische Rahmenbedingungen für junge Menschen, die eine Familie gründen wollen, zu schaffen. Zudem ist es aber ebenso notwendig, Paare, bei der Realisierung ihres Kinderwunsches präzise und durch einfach zu handhabende medizinische Methoden zu unterstützen. Nächste Woche startet bei Seedmatch ein Startup, das genau bei diesem Problem ansetzt – Sie dürfen gespannt sein!

Freuen Sie sich auf eine spannende medizintechnische Innovation, die Leben verändert – oder sogar erst möglich macht!