Wirtschaftsjournalisten-Preis für Crowdfunding-Artikel

„Das tolle Neue ist, dass der kleine Mann mitreden und mit wenig Geld auch was bewegen kann.“

Mit seinem Artikel „Die Masse macht’s“ über Crowdfunding hat Jens Lubbadeh, Redakteur bei dem Magazin „Technology Review“, den Herbert-Quandt-Medien-Preis gewonnen.

Wir möchten Herrn Lubbadeh herzlich dazu gratulieren und freuen uns, in diesem prämierten Artikel erwähnt zu sein.

Der renommierte Journalistenpreis wird jährlich von der Johanna-Quandt-Stiftung an vier Journalisten oder Publizisten vergeben, die sich in besonders anspruchsvoller und gleichzeitig allgemeinverständlicher Weise mit der Wirkung und Bedeutung von Unternehmern und Unternehmen für die Marktwirtschaft auseinandersetzen. Dass ein Artikel über das Thema Crowdfunding diesen Preis gewonnen hat, zeigt die wachsende gesellschaftliche Bedeutung und die Relevanz für Unternehmensfinanzierungen in Deutschland.

Der Artikel erschien im Oktober 2012 in dem Magazin „Technology Review“, für das der in Hamburg lebende Journalist schreibt. Das Magazin behandelt hauptsächlich innovative technologische Themen, aber auch solche, die an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wirtschaft liegen. „Dazu passt Crowdfunding ideal“, meint Lubbadeh. „Crowdfunding war natürlich ein Leib- und Magen-Thema für uns, da es um eben diese Schnittstelle geht“, sagt er im Video, welches über ihn als Preisträger gedreht wurde.

 

 

In dem Artikel porträtiert Lubbadeh mehrere durch Crowdfunding finanzierte Projekte und Unternehmen – darunter drei bei Seedmatch finanzierte Startups: Bloomy Days, Lifeaction Games und SugarShape. Er beleuchtet beispielsweise das Potenzial, das Crowdfunding in der Frühphasen-Finanzierung  Unternehmen eröffnet, wenn die innovativen Ideen Banken oder Venture Capital Gesellschaften noch nicht attraktiv genug erscheinen. Bloomy Days-Gründerin Franziska von Hardenberg (ehem. Scheidel) berichtet im Artikel von ihren Erfahrungen, als sie versuchte, Banken von ihrer Idee eines Blumen-Abonnements zu überzeugen: „Wenn Sie eine Currywurstbude aufmachen wollen – kein Problem, hieß es dort. Aber Blumen? Übers Internet? Im Abo? Da kennen wir uns nicht aus.“

Franziska von Hardenberg und Jens Lubbadeh glauben nicht, dass Crowdfunding „alte“ Finanzierungsformen wie Banken und Venture Capital ersetzen wird. Stattdessen schließt es eher eine Lücke: die zwischen innovativer Idee und rentablem Unternehmen. Gleichzeitig eröffnet es aber auch einen ganz neuen Markt: für die Finanzierung von Projekten.

Crowdfunding für Projekte

Es sind meist Produkte, die nur ein einziges Mal produziert werden. Oder es sind Projekte wie das Buch, das der Designer Van Bo Le-Mentzel herausgebracht hat, indem es um Baupläne für sogenannte Hartz-IV-Möbel geht. Mit diesem Buch möchte er die Welt ein Stück besser machen und die Menschen dazu bringen, mehr selbst zu konstruieren, anstatt zu konsumieren. Solche Projekte könnte ohne Crowdfunding niemand umsetzen – eine Einzelperson hätte die Mittel nicht und ein Unternehmen vielleicht nicht die Idee. „Was wäre denn, wenn wir den Kunden an den Anfang der Produktionskette bringen?“, fragt Bo Le-Mentzel. Auch Lubbadeh meint, man hätte den Konsumenten lange Zeit unterschätzt und zitiert dazu einen amerikanischen Innovationsforscher: „Viele Innovationen kommen von den Nutzern, aber diese Ideen bleiben ungehört und werden von den Konzernen einfach ignoriert oder die Unternehmen haben den Kontakt zum Kunden einfach verloren.“

Ob Crowdfunding nun gewinnorientiert ist oder nicht, ob es Projekte finanziert oder Unternehmen – der demokratische Gedanke, die Crowd und der Unterstützergedanke sind bei jedem Investment vorhanden, was den wohl größten Unterschied zu anderen Finanzierungsformen ausmacht. Denn wer Geld von der Crowd bekommen möchte, muss alle Leute davon überzeugen und nicht nur „Männer in Anzügen mit Zigarren, die dicke Scheckhefte ausstellen“.