900.000 Euro-Anschlussfinanzierung für Seedmatch-Startup Protonet

Gleich vier Investoren hat Protonet für seine zweite Finanzierungsrunde gewonnen; dies sind zwar nicht ganz so viele wie bei Seedmatch im November 2012, dafür konnte das Hamburger Startup eine große Summe Kapital einwerben. Mit insgesamt 900.000 Euro geben die namhaften Investoren Tarek Müller (NetImpact) sowie Stefan Kolle und Stephan Rebbe (Agentur Kolle-Rebbe) und die Hamburger Innovationsstiftung dem jungen innovativen Unternehmen weitere Möglichkeiten zur Entwicklung. Das Geld soll hauptsächlich für Marketing, die Produktoptimierung und die Marktexpansion verwendet werden.
Protonet hat im November 2012 die Herzen der Seedmatch-Investoren im Sturm erobert und mit 200.000 Euro in nur 48 Minuten einen Europarekord aufgestellt, der bis heute gilt.
Was ist Protonet?

Protonet – das ist streng gesehen eine kleine orangene Server-Box. Eine Box, die zeigt, dass ein Server ganz einfach und sicher funktionieren kann – kurz: der einfachste Server der Welt. Die Protonet-Box besteht aus einem Server mit bis zu 16 TB Speicherkapazität, einem WLAN-Router und verschiedenen Systemen und Apps, die zur internen Unternehmenskommunikation genutzt werden können.

Die Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum haben beide vor ihrer Unternehmensgründung bei XING gearbeitet und während ihrer Arbeit dort das Konzept von Protonet entwickelt. Ziel der beiden ist es, die Macht einiger weniger Cloud-Anbieter über „unsere Daten“ und vor allem die Daten von Unternehmen zu beschränken und eine Alternative zu schaffen, die dem Nutzer Datensicherheit garantieren kann.

Gleichzeitig ist der Protonet-Server einfach zu bedienen, man braucht keine IT-Spezialisten, sondern muss nach Angaben von Protonet nur 2 Kabel stecken und einen Knopf drücken – dann funktioniert alles. Sofort können Zugriffsrechte definiert und Dateien per Drag and Drop zu verschiedenen Gruppen hinzugefügt werden. Diese können wie in einem sozialen Netzwerk dann kommentiert oder gleichzeitig von mehreren Nutzern bearbeitet werden.

Die Daten auf der Protonet-Box können mit einer optionalen Cloud-Funktion auf sämtlichen Geräten abgerufen werden, vom PC am Arbeitsplatz bis zum Smartphone abends auf dem Sofa – und sind dabei hochgradig verschlüsselt.

Nach erfolgreicher erster Entwicklung startete Protonet im November 2012 sein Crowfunding bei Seedmatch. Mit den eingesammelten 200.000 Euro konnte das Team die ersten Beta-Versionen des Servers produzieren und testen, das Produkt überarbeiten, vermarkten und es nun heute auf den Markt bringen. Zum Auslieferungsstart hat Protonet nun erneut Kapital eingeworben, um weiter zu wachsen und in internationale Märkte zu expandieren.

Die Produktion soll aber weiterhin lokal in Hamburg bleiben. „Weil wir die Stadt lieben!“, sagt Thomas Reimers in einem Interview mit Gründerszene.de.

 

Mit den aktuellen Schlagzeilen wächst bei vielen Menschen die Sensibilität für das Thema Datenschutz. Dazu Ali Jelveh:

„Wie Ihr es sicherlich auch aus den Medien vernommen habt, sind Dinge ans Tageslicht gekommen, die unsere demokratische und freiheitliche Ordnung in ihren Grundfesten erschüttern. Ist eine Welt der totalen, verdachtsunabhängigen Überwachung die Welt in der wir leben wollen? Was bedeutet eine solche Enthüllung für das Vertrauensverhältniss zwischen uns Bürgern und unseren politischen Vertretern? Es gibt viele Fragen die uns beschäftigen. Eine Sache wird jedoch immer klarer: wir müssen den Menschen eine Wahl geben, eine Möglichkeit, ihre Datenhoheit zurückzuerlangen. Und, wir müssen erfolgreich sein. Denn erst dann können wir auch in der allgemeinen Bevölkerung zeigen, dass es auch anders geht“.
Wir wünschen Protonet weiterhin viel Erfolg und gratulieren herzlich zum heutigen Launch des einfachsten Servers der Welt. 

 

Protonet Team - ein Startup bei Seedmatch - Launch 4. Juli
 

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  1. Beck sagt:

    Sehr interessant wie Protonet entstanden ist.

    Ich finde es gewaltig 16 TB Speicherkapazität auf einem Server zu haben.

  2. Mark sagt:

    Interessantes Konzept. Habe heute Ihre Seite besucht.
    Es scheint, als hätten es die Jungs geschafft Ihre Idee auch wirklich umzusetzen, sprich mit der Finanzierung hat es auch geklappt.