Seedmatch-Investoren im Gespräch – Interview mit Philipp Düring

Bisher finden Sie in unserem Seedblog vor allem Hintergrundinformationen und Updates zu unseren Startups und deren Gründern. In einer neuen Beitragsreihe möchten wir nun auch die anderen Akteure des Crowdfundings näher beleuchten: die Seedmatch-Investoren. Wir fragen nach ihren Erfahrungen mit Crowdfunding, nach Investmentstrategien, Erwartungen an die Investments und persönliche Startup-Favoriten.

Philipp Düring ist unser erster Interviewpartner und seit circa einem Jahr Investor bei Seedmatch. Er erklärt im Interview, welche Auswahlkriterien er seiner Investment-Entscheidung zugrunde legt und aus welchen Beweggründen er sich überhaupt für Crowdfunding für Startups entschlossen hat.


Philipp_BlogSeedmatch:  Wer bist du und was machst du, wenn du gerade nicht bei Seedmatch investierst?

Philipp Düring: Mein Name ist Philipp Düring, ich bin 32 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Frau und meinen drei Kindern in einem kleinen Ort in der Nähe von Leipzig.
Als Consultant bin ich ständig unterwegs und berate Unternehmen bei den Themen Innovations- und Prozess-Management. Das reicht vom Finden neuer Ideen und dem Verdichten dieser in Konzepte und Abläufe bis hin zum Überführen in steuerungsorientierte Zahlenmodelle. Ich liebe es, neue Ideen zu entdecken und auszuprobieren – egal ob Gadget oder Service (sehr zum Leidwesen meiner Familie).

 

Seedmatch:  Wie bist du auf Seedmatch aufmerksam geworden?

Philipp Düring: Ich bin über die Berichterstattung des erfolgreichen Fundings von BloomyDays „gestolpert“ und habe mir daraufhin Seedmatch näher angeschaut und war recht schnell begeistert. Dass ihr dann noch aus Dresden (und nicht den üblichen verdächtigen Städten Berlin oder Hamburg) kommt, war zusätzlich charmant.

 

Seedmatch: Warum hast du dich für Crowdfunding und nicht für andere Investmentklassen entschieden?

Philipp Düring: Crowdfunding ist eigentlich die spannendste Investitionsmöglichkeit die es gibt. Sicherlich kann man sich auch daran begeistern, sekündlich am Bildschirm Kurssprünge des Aktienportfolios zu verfolgen, man ist aber dem Markt „ausgeliefert“. Beim Crowdfunding bin ich als Investor näher an den Unternehmen dran und habe damit auch viel stärker die Möglichkeit, am Erfolg mitzuwirken (als Feedback-Geber und Multiplikator) und teilzuhaben.

 

Seedmatch: Was fasziniert Dich an Seedmatch?

Philipp Düring: Zu allererst finde ich faszinierend, dass Seedmatch es immer wieder schafft, „Wow-Startups“ auf die Bühne zu holen: Die haben entweder eine richtig gute Idee oder ein riesiges Potential, oder auch beides… Vor allem aber bin ich immer wieder von diesem großen Drive beeindruckt, wenn sich die Crowd bewegt, wenn etwas passiert und innerhalb weniger Minuten oder Stunden das Funding-Limit erreicht wird. Eigentlich ist es so eine Art Investment mit Event-Charakter. Man muss irgendwie dabei sein!

 

Seedmatch: Welche Startups haben Dich bisher am meisten überzeugt und warum?

Philipp Düring: Da gibt es einige. Da hätten wir zum einen AoTerra – bei denen fand ich das Produktkonzept mit den beiden ineinandergreifenden Lösungen bisher am besten durchdacht. Aber auch das Team der TOLLABOX, welches centgenau die Rückflüsse der Aboboxen ausweisen kann. Oder miBaby und Refined Investment, die sehr aktiv mit ihren Investoren via Facebook kommunizieren. Nicht zu vergessen auch die Jungs von KRYD, die es schaffen, dass man sich deren super Erfolgszahlen ausdrucken und an die Wand hängen will, weil die optisch sehr schön aufbereitet sind.

 

Seedmatch: Welche Art von Startup wünschst du dir für die Zukunft?

Philipp Düring: Es war bisher eigentlich ein ganz guter Branchen-Mix. Ich lasse mich hier gerne von euch weiter überraschen.

 

Seedmatch: Welche Investmentstrategie verfolgst du?

Philipp Düring: Ich versuche mein Portfolio recht bunt zu gestalten und streue fleissig. Dabei agiere ich meist emotional und lasse mich von frischen Ideen oder guten Präsentationen zum Investieren „einladen“. Es gibt aber auch Fälle, wo ich aus Rendite-Chancen ein Investment platziere. Wenn beides zusammenkommt, fällt meine Einlage entsprechend höher aus. Wenn ich rückblickend auf mein Portfolio schaue, würde ich sagen 60% Emotion, 40% Zahlen.

 

Seedmatch: Was sind Deine Erwartungen an die Investments?

Philipp Düring: Neben der hohen Rendite im Erfolgsfall, finde ich es vor allem schön zu wissen, „bei dieser coolen Idee warst Du dabei“.

 

Seedmatch: Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir noch viel Spaß und Erfolg beim Investieren!

 

 

Eigenen Kommentar schreiben

  1. Wussten Sie schon, dass am 21. November 2013 sich die deutsche Crowdfunding Szene in München zum Crowd Dialog trifft? Gehen Sie mit Branchenexperten auf die Reise in die Welt der Schwarm- Finanzierung. Erfahren Sie, wie Sie die Kenntnis des ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels für die Finanzierung neuer Geschäftsmodelle und Projekte nutzen können.

  2. Peter Demel sagt:

    Ein schönes Interview. Ich wusste gar nicht, dass es so was wie Crowdfunding gibt. Wieder was gelernt. Danke.