Zu Anschlussfinanzierungen und dem Potential nach dem Funding

Mittlerweile ist Crowdfunding für Startups kein Nischenthema der Finanzwelt mehr, sondern ein Konzept, das immer breitere Aufmerksamkeit erfährt und über das auch Massenmedien berichten.

Jedoch zeigt diese Berichterstattung auch, dass es häufig noch Unklarheiten zu Crowdfunding für Startups, vor allem im Hinblick auf das Potential nach einem Funding gibt.

Erst letzte Woche ist ein Artikel im Wall Street Journal Deutschland erschienen, den wir zum Anlass nehmen möchten, das Thema Anschlussfinanzierungen von crowdfinanzierten Firmen aufzugreifen. Sicher handelt es sich bei dem Artikel um eine Kolumne, also einen Meinungsbeitrag des Autors, mit dem er vielleicht ein wenig provozieren wollte. Da wir als Plattform in diesem Zusammenhang genannt werden, wollen wir diesen Artikel jedoch für unsere Blog-Leser nicht unkommmentiert lassen und im folgenden Beitrag auf eine Passagen des WSJ Deutschland-Artikels zu Anschlussfinanzierungen eingehen.

WSJ: „Wenn eine Geschäftsidee wirklich gut sei, gibt es ganz bestimmt immer jemanden, dem das vor der Crowd auffällt. Warum sonst ist die Zahl der geglückten Anschlussfinanzierungen crowdfinanzierter Firmen überschaubar?”

Die bei uns vorgestellten Startups entscheiden sich ganz bewusst für den Finanzierungsweg Crowdfunding. Die Zahl der Anschlussfinanzierungen der auf unserer Seite finanzierten Startups steigt kontinuierlich. Hier einige Beispiele:

…. August 2012: Die britische Venture-Capital-Gesellschaft Steelhouse Ventures Limited (SVL) beteiligt sich an der BluePatent GmbH, finanziert bei Seedmatch im Oktober und November 2011.
…. November 2012: Smarchive, bei uns finanziert im Dezember 2011, bekommt eine Anschlussfinanzierung in siebenstelliger Höhe von T-Ventures, CHECK24 und mehreren Business Angels, darunter Birgit Ströbel, Mitgründerin von Deutschlands größter Immobilienplattform Immobilienscout24.
…. Dezember 2012: Erste Crowdfunding-Anschlussfinanzierung Deutschlands für LeaseRad auf Seedmatch; die Gründer entschieden sich explizit gegen andere Finanzierungsmöglichkeiten. Die erste Finanzierungsrunde von LeaseRad über Seedmatch fand im August 2012 statt.
…. Januar 2013: foodieSquare, die im Oktober 2012 bei uns finanziert wurden, erhält eine sechsstellige Anschlussfinanzierung von der PCI AG und mehreren Business Angels.

 

Zudem wissen wir von mehreren geplanten Anschlussfinanzierungen von Startups, die zuvor bei Seedmatch finanziert wurden.

Mit LeaseRad haben wir bewiesen, dass Crowdfunding nicht nur für die Seedphase geeignet ist, sondern auch in späteren Finanzierungsrunden Einsatz finden kann.

Als Investor sind mehrere Fundingrunden mit einem Startup nun keine Seltenheit mehr: Entwickelt sich ein Startup nach dem Funding auf Seedmatch gut und benötigt eine weitere Finanzierungsrunde, um beispielsweise Produktentwicklungen voranzutreiben oder Mitarbeiter einzustellen, kann die Crowd nun auch die Zweit- und Drittrunde finanzieren. Die Crowd, die schon als Frühphaseninvestor ein gewisses Risiko eingegangen ist, und das Startup können so gemeinsam weiter Erfolgsstories schreiben. Seedmatch ist die erste Crowdfundingplattform in Deutschland, die diese nachhaltige Investitions- und Wachstumsmöglichkeit bietet.

Warum gibt es bisher nicht mehr Anschlussfinanzierungen?

Crowdfunding für Startups existiert erst seit rund eineinhalb Jahren in Deutschland. Die meisten Startups wurden erst im letzten Jahr finanziert, arbeiten somit also noch mit ihrem „Crowd Capital“ und suchen erst in der Zukunft neue Finanzierungen.

Wie jeder neue Trend etabliert sich auch Crowdfunding für Startups Schritt für Schritt. Wir bei Seedmatch glauben, dass Crowdfunding mittel- bis langfristig eine noch bedeutendere Rolle in der Welt der Unternehmensfinanzierung spielen wird. Das Feedback unserer Startups, der Crowd und auch einige der letzten Quartalsberichte unserer Startups zeigen, dass wir erste Erfolge mit dieser Art der Finanzierung feiern können. Wir arbeiten daran, Crowdfunding für Startups weiter zu etablieren – es wird in Zukunft also noch einige Anschlussfinanzierungen auf Seedmatch geben.

Warum sind wir von Crowdfunding für Startups überzeugt?

Wir sehen Crowdfunding für Startups auf dem Weg zu einer Form der Unternehmensfinanzierung, die nicht nur der Durchlauferhitzer für die Seedphase ist, sondern in allen Phasen in Konkurrenz zu VCs, Banken und Business Angels tritt. Uns erreichen stetig mehr Anfragen von Startups, die diese Form der Finanzierung wählen wollen. Anders als bei den klassischen Business Angels und Venture Capital Gesellschaften erhalten Startups beim Crowdfunding neben dem benötigten Kapital auch eine Vielzahl an Unterstützern. Der Vorteil liegt dabei nicht in den Erfahrungen und Netzwerken einzelner Personen, sondern in einer starken Crowd: Die Investoren werden zu Multiplikatoren, wenn sie in ihrem sozialen Umfeld über das Jungunternehmen und dessen Produkte berichten. Die damit erzeugte Aufmerksamkeit erhöht den Bekanntheitsgrad und bietet den Startups einen Wettbewerbsvorteil, den sie bei einem anderen Weg der Finanzierung – ohne Crowdfunding – nicht bekommen würden.

Mehrere Business Angels, die bei Seedmatch angemeldet sind, wurden durch unsere Plattform auf finanzierte Startups aufmerksam und sind als private Kapitalgeber nach dem Crowdfunding zusätzlich eingestiegen.

Auch hier wird deutlich, wie nachhaltig Crowdfunding für Startups ist und wie ein Crowdfunding auch lange nach dem eigentlichen Funding auf der Plattform positiv wirkt!

PS: Der Crowdfunding-Blog Crowdstreet.de veröffentlichte bereits Ende letzten Jahres eine Liste von Crowdfundings mit erfolgreicher Anschlussfinanzierung, die sicher stetig wachsen wird.

 

Seedmatch-Startups mit Anschlussfinanzierung